Hintergrund der Studie
Mobbing und Diskriminierung sind für viele Menschen mit Beeinträchtigung keine Einzelfälle, sondern wiederkehrende Erfahrungen. Sie begegnen ihnen auf dem Wohnungsmarkt, am Arbeitsplatz, im öffentlichen Raum, im Internet sowie im Kontakt mit Behörden und dem Gesundheitssystem.
Die Studie untersucht, wie häufig Menschen mit Beeinträchtigung von Mobbing und Diskriminierung betroffen sind, welche Folgen diese Erfahrungen für ihren Alltag haben und wie sie mit den Erlebnissen umgehen. Gleichzeitig zeigt sie auf, welche strukturellen Barrieren bestehen und welche Veränderungen Betroffene für eine diskriminierungsärmere Gesellschaft fordern. 2025 wurde die Studie erstmalig durchgeführt, der vorliegende Jahrgang bietet die erste Möglichkeit zur Beobachtung, wie sich die Diskriminierung von Menschen mit Beeinträchtigung entwickelt.
Studie zu Diskriminierungserfahrungen von Menschen mit Beeinträchtigung
- Veröffentlicht: 25.08.2026
- 32 Seiten
- 8 Abbildungen
- Dateigröße: 550 KB
- Vorjahresstudie (2025) zum Download
Diskriminierung in allen Lebensbereichen
Menschen mit Beeinträchtigung erleben auch im Jahr 2026 deutlich häufiger Diskriminierung und Mobbing als die Gesamtbevölkerung. Die Ergebnisse der Wiederholungsbefragung zeigen: Während die Diskriminierungserfahrungen in der Gesamtbevölkerung gegenüber dem Vorjahr zurückgehen, bleibt die Situation für Menschen mit Beeinträchtigung unverändert belastend. Diskriminierung ist für viele Menschen mit Beeinträchtigung keine Ausnahme, sondern Teil ihres Alltags. Besonders häufig erleben sie Benachteiligungen
- im Privatleben und in der Öffentlichkeit
- auf dem Arbeitsmarkt
- im Kontakt mit Behörden, staatlichen Stellen und dem Gesundheitssystem
- auf dem Wohnungsmarkt
- und im digitalen Raum.
Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass Menschen mit Beeinträchtigung in allen untersuchten Lebensbereichen häufiger von Diskriminierung betroffen sind als die Gesamtbevölkerung.
In durchweg allen Lebensbereichen machen Menschen mit Behinderung deutlich mehr diskriminierende Erfahrungen als die Allgemeinbevölkerung. Diese reichen von Mikroaggressionen über herabwürdigende Kommentare bis hin zu fehlender Barrierefreiheit.
Folgen von Diskriminierung
Diskriminierung und Mobbing haben erhebliche Auswirkungen auf die Lebensgestaltung der Betroffenen. Viele vermeiden bestimmte Situationen oder Orte, um weiteren negativen Erfahrungen aus dem Weg zu gehen. Andere zweifeln an ihrem eigenen Wert oder geben sich selbst die Schuld für das Erlebte. Die Studie verdeutlicht damit, dass Diskriminierung nicht nur einzelne Vorfälle beschreibt, sondern gesellschaftliche Teilhabe, Selbstbild und Lebensqualität langfristig beeinträchtigen kann.
Fehlendes Vertrauen in Schutzmechanismen
Besonders kritisch ist die Diskrepanz zwischen der Häufigkeit von Diskriminierungserfahrungen und dem Vertrauen in bestehende Unterstützungssysteme. Viele Betroffene glauben nicht daran, dass Beschwerden oder Gegenwehr etwas bewirken. Vor allem im Umgang mit Behörden und staatlichen Stellen befürchten viele Menschen mit Beeinträchtigung, durch eine Beschwerde zusätzliche Nachteile zu erfahren. Die Ergebnisse verweisen damit auf ein deutliches Misstrauen gegenüber bestehenden Schutz- und Beschwerdestrukturen.