Checkliste:

Partizipation in der Verkehrsplanung

Sie möchten als kreisfreie Stadt oder Landkreis Ihre Nahverkehrsplanung künftig stärker an den Bedürfnissen aller Fahrgäste ausrichten? Dann können Ihnen diese zehn Punkte dabei helfen, Menschen mit Behinderung daran zu beteiligen. 
Mit unseren Empfehlungen möchten wir Ihnen den Einstieg ins Thema erleichtern. Ganz wichtig: Vielleicht ist es es nicht möglich, sofort alle Punkte gleichermaßen zu berücksichtigen. In diesem Fall möchten wir Ihnen empfehlen, einfach die Schritte zu gehen, die für Sie gerade möglich sind. Unser Anliegen ist es, Sie mit dieser Zehn–Punkte-Liste für Partizipation zu sensibilisieren, damit Sie Beteiligung bei Ihren Aktivitäten und in Ihren Prozessen zunehmend umsetzen bzw. gestalten können. Sie werden schnell merken: Es lohnt sich, wenn Menschen mit Behinderung von Anfang an bei den Planungen des Nahverkehrs mitwirken.

Wo steht Ihre Kommune in Bezug auf einen Öffentlichen Nahverkehr für alle? Wo und was sind die konkreten Barrieren? Welchen Bedarf haben die Menschen in Bezug auf einen inklusiven öffentlichen Nahverkehr? Um den Stand der Dinge zu ermitteln und herauszufinden was noch fehlt, empfehlen wir Ihnen, Menschen mit Behinderung selbst nach Ihren Erfahrungen und Empfehlungen zu befragen. Hilfreich ist, wenn Sie dabei Menschen mit den unterschiedlichsten Beeinträchtigungen berücksichtigen, um einen barrierefreien öffentlichen Nahverkehr für möglichst alle zu entwickeln. Je nach Größe einer Kommune und je nach Situation vor Ort bieten sich verschiedene Methoden an. Einige Beispiele: 

  • Bürgerkonferenz: Laden Sie die Menschen zu einer Bürgerkonferenz ein. Gestalten Sie dabei Dialoge, die Spaß machen und die Menschen gut ins Gespräch miteinander bringen. Eröffnen Sie durch Kleingruppen auch den Menschen ein gutes Gesprächs- und Beteiligungsforum, die sich grundsätzlich oder in großen Runden mit dem Sprechen schwer tun. Gestalten Sie die Dialogformate barrierefrei. Eine Hilfestellung bietet Ihnen z.B. der „Barriere-Checker”
  • Befragung: Interviews mit Selbstvertreter*innen und Fachleuten der Behindertenhilfe.
  • Aktivierende Befragung: Diese Methode unterstützt Menschen dabei, ihre Interessen zu benennen und durchzusetzen. 
  • Klassische Umfragen oder Fragebogenaktionen, die Sie zum Beispiel mit den örtlichen Verbänden und Selbstorganisationen von Menschen mit Behinderung durchführen können. 
  • Workshops mit diverser Besetzung aus den entsprechenden Fachrichtungen, den Kommunen und eben Menschen mit Behinderung.

Links und gute Beispiele

Kommune Inklusiv ist ein bundesweites Modellvorhaben der Aktion Mensch, um das Zusammenleben aller Menschen in Städten und Gemeinden inklusiver zu gestalten. Umfangreiche Informationen zum Thema Partizipation finden Sie im Praxishandbuch Inklusion

Einen guten Überblick über Methoden der Bürgerbeteiligung bietet unter anderem auch der Wegweiser Bürgergesellschaft .

Der Paritätische Hessen hat einen Barriere-Checker für Veranstaltungen herausgegeben.  

Auch die Auslobung von Inklusionspreisen kann dazu beitragen, den Bedarf vor Ort festzustellen, Öffentlichkeitsarbeit für das Thema zu machen und gute Lösungsansätze zu ermitteln. Zwei Beispiele: Der Bezirk Oberbayern und die Landeshauptstadt Potsdam

Näheres zur Aktivierende Befragung erfahren Sie im Handbuch Aktivierende Befragung .  

Ein erfolgreiches Beispiel für das Format Bürgerkonferenzen sind die regelmäßig stattfindenden Inklusionskonferenzen des Netzwerks Inklusives Bremerhaven .

Eine gute Möglichkeit, die Teilnehmer*innen einer Veranstaltungen einzubeziehen, bietet die App MENTIMETER . Mit ihr lassen sich in Echtzeit Abstimmungen durchführen und visualisieren, bei denen die Teilnehmer*innen per Smartphone, Laptop oder Tablet mitmachen können. Hier finden Sie ein YouTube-Tutorial zu MENTIMETER .

Ein weiteres Umfragetool ist LamaPoll . Dabei handelt es sich um ein digitales Umfrage-Instrument, dass Ihnen am Ende die Rückmeldungen zusammenfasst und bei Bedarf auch visualisiert. Ein Anleitungsvideo dazu finden Sie hier: YouTube-Tutorial zu LamaPoll

 

Oftmals ist es erforderlich, dass Sie in bestehenden Strukturen erst einmal für das Thema Partizipation sensibilisieren. Dabei gilt es vor allem jene zu qualifizieren, wie man Partizipation gestaltet, die vermeintlich keine Beeinträchtigung haben. Die beste Motivation für partizipatives Arbeiten sind die Mehrwerte, die damit verbunden sind:

  • Die Einbindung von Menschen mit Behinderung in politische Prozesse kann Planungsfehler vermeiden. Das spart unter Umständen auch Kosten, da man später nicht nachbessern muss.
  • Partizipation bindet die echte und vielfältige Lebenserfahrung der Menschen mit ein. 
  • Partizipation eröffnet neue Perspektiven des Verstehens (Hintergründe) und für Umsetzungsmöglichkeiten. Menschen mit Behinderung kennen vielfach Grenzen und Möglichkeiten für die Gestaltung einer barrierefreien Lebensumgebung.
  • Kommunen, die die Bedürfnisse aller Bürger*innen berücksichtigen, sind attraktiv und senden ein positives Signal für Vielfalt aus. 
  • Partizipation ermöglicht es, die Bedürfnisse und Ideen aller erfassen zu können. 
  • Partizipation stärkt die Akzeptanz entwickelter Ideen und Planungen.
  • Partizipation stärkt die Demokratie, weil die Menschen tatsächlich beteiligt werden. Sie erfahren Selbstwirksamkeit.

Links

Mehr zu Guten Gründen für Partizipation finden Sie im Praxishandbuch Inklusion der Aktion Mensch unter diesen Stichpunkten:
Gründe für Inklusion und Aktiv für mehr Partizipation

Um sich überhaupt beteiligen zu können, müssen die Menschen über bestimmte Fähigkeit verfügen. Wenn Menschen nicht wissen, wie sich beteiligen können, helfen die besten barrierefreien Rahmenbedingungen nichts.

  • Wie entwickelt man eine Meinung zu einem Thema?
  • Wie mache ich mich schlau zu einem Thema?
  • Wie vermittle ich meinen Standpunkt?
  • Wie beteilige ich mich an Dialogen?
  • Wie lerne ich, beharrlich zu bleiben, wenn ich von einer Meinung, einem Sachverhalt, einer Idee absolut überzeugt bin?
  • Wie lerne ich, Kompromisse zu erarbeiten?
  • Wie kann ich meine Meinung gut präsentieren?

DIe Befähigung der Menschen ist also ein wichtiger Teil partizipativen Arbeitens. Man nennt es auch Empowerment. Dazu gibt es bereits eine Menge guter Angebote, die man nutzen kann. Alternativ kann man politische Organisationen oder Träger der Jugend- oder der Behindertenhilfe ansprechen, ob diese solche Formate entwickeln können. Dafür gibt es häufig auch öffentliche und private Fördermittel.

Link 

Mehr zum Thema Empowerment in Partizipationsprozessen erfahren Sie im Praxishandbuch Inklusion

Menschen mit Behinderung verfügen über einen reichhaltigen Erfahrungsschatz an Nicht-Beteiligung. Aufgrund dieser häufig gemachten Erfahrungen haben  viele von Ihnen Ideen entwickelt, wie man Beteiligung gestalten kann. Und natürlich natürlich verfügen sie auch über viele Erfahrungen aus Situationen in allen Lebensbereichen, in denen sie an der Teilhabe gehindert werden. Das trifft in großem Maße auch für den ÖPNV zu.

Betrachten Sie Menschen mit Behinderung deshalb als Expert*innen in eigener Sache. Menschen mit den unterschiedlichsten Behinderungen bewegen sich tagtäglich durch ihre Gemeinde und wissen am besten, wo es für sie hakt und wie es besser laufen könnte. Diese Erfahrung ist eine Ressource, die Sie sich bei der Nahverkehrsplanung zunutze machen können.  

Mögliche Methode oder Vorgehensweise: 

  • Sprechen Sie Menschen mit Behinderung als Lebenswelt-Expert*innen an und kündigen Sie sie auch so in Programmen/Einladungen an.
  • Beziehen Sie die Lebenswelt-Expert*innen während des gesamten Prozesses aktiv mit ein.
  • Laden Sie die Menschen aktiv in Ihre Gremien ein. Lassen Sie die Menschen von ihren Erfahrungen berichten. Binden Sie die Menschen in die Diskussions- und bestenfalls auch in die Entscheidungsprozesse aktiv mit ein.
  • Gehen Sie von sich aus auf die Menschen zu. Die meisten wissen nicht, in welchen Gremien zu welchen Zeiten über sie betreffende Themen gesprochen und entschieden wird.
  • Veröffentlichen Sie Ihre Einladung / Ihr Interesse an der Beteiligung von Lebenswelt-Expert*innen in der Presse, in einschlägigen Print- oder Online-Medien. Sprechen Sie Träger entsprechender Einrichtungen oder der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege an.  Fragen Sie in Gremien wie dem Inklusionsbeirat oder in Schwerbehindertenvertretungen von Unternehmen und Organisationen nach.  Wenden Sie sich an Quartiersmanager*innen oder fragen Sie inklusive Projekte und Netzwerke, die es inzwischen in vielen Städten und Gemeinden gibt.

Links

Zwar schon etwas älter, aber immer noch voll wichtiger und nützlicher Informationen ist eine Handreichung für kommunale Behindertenbeauftragte und -beiräte, Verbände und Selbsthilfegruppen behinderter Menschen des Landes Rheinland-Pfalz von 2013. Die Publikation soll ihnen die Mitwirkung an bei Nahverkehrsplänen erleichtern und enthält rechtliche und praktische Infos sowie Checklisten: Barrierefreiheit in Nahverkehrsplänen des ÖPNV in Rheinland-Pfalz   

Inklusionslandkarte des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen.

 

 

Wenn Sie Menschen mit Behinderung an Prozessen beteiligen möchten, sollte deren Teilnahme auch ohne Hürden und Barrieren möglich sein: Vom Rollstuhlfahrer, der einen Veranstaltungsort erreichen kann, über eine Frau mit Lernschwierigkeiten, die Einfache Sprache braucht, bis zum gehörlosen Teilnehmer, der auf Gebärdensprachdolmetscher angewiesen ist.

Gestalten Sie den Prozess also möglichst bedarfsgerecht, überfordern Sie sich aber nicht und gehen Sie einfach Schritt für Schritt vor. Sie müssen nicht gleich den ganzen Prozess umfassend barrierefrei vorausdenken und planen. Lernen Sie mit dem, was auf Sie zukommt. Binden Sie am besten Menschen mit Behinderung in die Planung und Durchführung gleich der ersten Veranstaltung mit ein. 

Nutzen Sie die vorhandenen Erfahrungen und Hilfsmittel von Trägern und Projekten aus Ihrer Umgebung.

Mögliche Methode oder Vorgehensweise: 

  • Fragen Sie mit Versenden der Einladung den Unterstützungsbedarf (zum Beispiel Gebärdensprachdolmetscher oder Einfache Sprache) der Teilnehmer*innen an.
  • Nutzen Sie das Wissen von Menschen mit Behinderung. Fragen Sie die Menschen direkt, welche Aspekte der Barrierefreiheit für sie wichtig sind. 

Zugänglichkeit bedeutet:
dass Informationen über aktuelle Themen zur Mitwirkung und Beteiligung tatsächlich vorhanden sind und für Menschen je nach ihrer Beeinträchtigung barrierefrei zugänglich sind inhaltlich verstanden werden können. Die Menschen müssen wissen, dass es Informationen gibt und wie sie sie bekommen. Das erfordert eine aufmerksame und vor allem breite, zielgerichtete und kontinuierliche Kommunikationsarbeit.

Links

Eine Linksammlung mit Fachwissen rund ums Thema finden Sie zum Beispiel bei der Bundesfachstelle Barrierefreiheit

Nähere Infos zur Beseitigung von kommunikativen Hürden finden Sie in unserem Beitrag Kommunikative Barrierefreiheit bei Veranstaltungen

Umfangreiche Informationen zum Thema barrierefreie Veranstaltung samt Checkliste finden Sie im Fachportal der Aktion Mensch

 
 

Bürgerbeteiligung wird meist in drei Stufen unterteilt:

  1. frühzeitige und verständliche Information für Bürger*innen 
  2. vielfältige Möglichkeiten, Anregungen und Ideen zu einem Thema zu äußern,
  3. Möglichkeiten, tatsächlich an politischen Entscheidungen mitwirken zu können.

Egal, für welche der drei Stufen Sie sich vor Ort entscheiden: Wichtig ist es, dass Sie es ernst meinen und tatsächlich an Ideen und Mitwirkung der Menschen vor Ort interessiert sind und dass diese auch Berücksichtigung finden. Ansonsten kann es zu Enttäuschung und Frust kommen. Nichts ist in Sachen Partizipation schädlicher, als Menschen einzubeziehen und dann zu keiner verbindlichen Umsetzung zu kommen.

Menschen mit Behinderung, die bereit sind, sich an Planungsprozessen zu beteiligen, investieren ihre Zeit und ihre Energie für den Prozess. Daher ist es wichtig, ihnen zu vermitteln, welchen Nutzen sie davon haben. 

Wenn die Teilnehmer*innen die Erfahrung machen, dass ihr Engagement einen wirksamen Mehrwert hat, es sich für sie lohnt sich mitzumachen, dann gewinnt Ihr Planungsprozess an Glaubwürdigkeit und kann nachhaltigen Nutzen für alle haben. 

Links 

Mehr zur Kommunikation der Mehrwerte von Partizipation finden Sie im Praxishandbuch Inklusion der Aktion Mensch unter diesen Stichpunkten:
Gründe für Inklusion und Aktiv für mehr Partizipation.

Vermutlich haben die wenigsten Teilnehmer*innen bisher Erfahrungen mit Beteiligungsprozessen gemacht. Sie kennen weder die Feinheiten und Bestimmungen der Nahverkehrspläne noch die der kommunalen Verwaltung. Es ist also wichtig, dass sich die Teilnehmer*innen zunächst akklimatisieren können und genügend Zeit haben, sich ins Thema und in den Prozess einzufinden.

Menschen lernen und arbeiten in verschiedenen Geschwindigkeiten. Sie verarbeiten Informationen auf unterschiedliche Weise. Meinungsbildung erfordert Zeit und muss ggfs. unterstützt werden.

Berücksichtigen Sie dies in Ihrem Partizipationsprozess. Durch Empowerment (s. Punkt 3) der Teilnehmer*innen sorgen Sie dafür, dass jede Stimme und Meinung gehört werden kann. 

Um den Anforderungen an Barrierefreiheit für einen diversen Personenkreis gerecht zu werden, ist es oft sinnvoll, den Prozess in kleine Module oder Einheiten aufzuteilen. Dazu stehen Ihnen verschiedene Methoden für bedarfs- und situationsgerechte Dialogformate zur Verfügung.

  • Kleingruppen, Seitengespräche oder Stellwandgespräche: Menschen mit wenig Redeerfahrung oder schüchterne Menschen kommen hier besser ins Reden und Mitwirken.
  • Wichtig ist eine erfahrene Moderation, die Sensibilität und Expertise einbringt, Menschen aktiv einbindet und ein Gespür für Dialog-Barrieren mitbringt
  • Verstehensassistenz leisten Menschen, die in der Regel der Einfachen bzw. der Leichten Sprache mächtig sind. Sie unterstützen Dialogsituationen so, dass die Beteiligten einander verstehen können. Sie motivieren stille oder schüchterne Menschen, die sie beispielsweise zunächst als Sprachrohr nutzen oder helfen ihnen, zu einem Gedanken die richtigen Worte und Formulierungen zu finden. Sie helfen nichtbehinderten Menschen, Referent*innen und Moderator*innen, Sachverhalte leichter zu formulieren oder auf langsamere Geschwindigkeiten beim Sprechen und Arbeiten zu achten. Darüber hinaus helfen sie in der Dialog- oder Arbeitssituation, Methoden so anzupassen, dass den Menschen eine Beteiligung möglich ist.

Link

Ein Beispiel für Verstehensassistenz liefert die Arbeit von Marlene Seifert aus Berlin .

Komplexe Projekte für eine diverse Zielgruppe lassen sich kaum durch eine zuständige Person alleine bewerkstelligen. Zumal Inklusion - richtig verstanden - ein Querschnittsthema ist, für das es die bereichs- und zielgruppen-übergreifende Zusammenarbeit der verschiedenen gesellschaftlichen Akteure braucht. Auch Mobilität lässt sich nur in einem guten Netzwerk von Fach- und Lebenswelt-Expert*innen realisieren. 

Vernetzung bezieht alle Menschen ein, die für den Erfolg Ihres Projekts wichtig sind: beispielsweise aus Politik, Verwaltung, Nahverkehrsbetrieben, Verbänden, Wirtschaft, Wissenschaft und vor allem aus der Zielgruppe Menschen mit Behinderung. 

Auch Partizipation lässt sich besser gestalten, wenn Sie von den Erfahrungen, den Erkenntnissen und den Methoden anderer profitieren bzw. wenn alle Beteiligten und Erfahrenen hierzu ihre Ressourcen in einen gemeinsamen Pool geben. In nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen spielt Partizipation der Zielgruppen bzw. der Klient*innen eine immer stärkere Rolle. Warum vor Ort in den Kommunen nicht voneinander profitieren und das Thema gemeinsam gestalten? Nicht jeder muss bei Null anfangen. Im Übrigen gibt es in Netzwerken stets auch viele Ressourcen zum Thema Nachhaltigkeit und Finanzierungsmöglichkeiten.

Links

In Augsburg hat sich der Behindertenbeirat der Stadt gut vernetzt und konnte so unter anderem für mehr Barrierefreiheit im Nahverkehr sorgen. Mehr zum Thema erfahren Sie im Interview mit der Behindertenbeauftragten Claudia Nickl

Übersicht über die 15 wichtigsten Mehrwerte der Netzwerkarbeit .

Transparenz ist wichtig, damit alle mitbekommen, was wann passiert und welche nächsten Schritte anstehen.

Kommunikation ist in einem Partizipationsprozess das A und O. Es braucht eine kontinuierliche, zielgruppen-sensible und barrierefreie Kommunikation darüber, was an welcher Stelle durch wen passiert. 

Insbesondere braucht es eine Transparenz, ob Selbstvertreter*innen beratend, begleitend oder tatsächlich gestaltend (inklusive Entscheidungsmandat) eingebunden sind. Darüber ist dann auch erkenntlich, wie ernst es mit der Beteiligung gemeint ist und welchen Charakter die Prozess- bzw. die Arbeitsbeziehungen haben (Stichwort: Augenhöhe / Anerkennung als Lebenswelt - oder auch Fachexpert*innen mit Behinderung).

Erfahrungen zeigen, dass Transparenz, Vertrauen und Verbindlichkeit in Arbeits- und Projektprozessen für alle Beteiligten, insbesondere aber für die Selbstvertreter*innen, eine besonders große Rolle spielen. Davon hängt es ab, ob und wie sie sich tatsächlich in die Prozesse einbringen.

Kommunizieren Sie also klar und nachvollziehbar an alle Beteiligten: 

  •  Wer arbeitet wann mit?
  • Welche Ergebnisse gibt es?
  • Was passiert mit den Ergebnissen?
  • Wie geht der Prozess weiter?
  • Wie erfolgreich ist der Prozess bisher?
  • Wo entsteht Wirksamkeit? Wo noch nicht und warum nicht?
Porträt von Stefan Burkhardt

Der Autor

Stefan Burkhardt ist bundesweit in der Beratung und Begleitung Sozialer Arbeit engagiert. Sein Themenschwerpunkt ist die Inklusion bzw. die Schaffung von Teilhabechancen benachteiligter und beeinträchtigter Menschen in allen gesellschaftlichen Lebensbereichen. Seine Leidenschaft liegt dabei in der Initiierung kurzweiliger und ergebnisorientierter Dialogformate mit Fokus auf die Potenziale der Menschen, der Organisationen und der Sozialräume. Stefan Burkhardt begleitet das Modellprojekt Kommune Inklusiv der Aktion Mensch und ist fachlicher Berater des Praxishandbuchs Inklusion
 

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