Pfeffersport Berlin

Pfeffersport Berlin ist nicht nur einer der größten Sportvereine der Hauptstadt, sondern auch ein Vorbild im inklusiven Sport. In über 300 verschiedenen Angeboten können Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Sport treiben und so Inklusion im Sport leben.
Eine große Gruppe Menschen in der Mitte einer Sporthallte. Vor ihnen liegt ein Plakat mit der Aufschrift "Bewegung Integrale Pfeffersport"

Vielfalt in Bewegung: Das ist das Motto von Pfeffersport Berlin. Mit mehr als 4.200 Mitgliedern, 180 Übungsleiter*innen und 50 unterschiedlichen Sport- und Bewegungsangeboten ist Pfeffersport nicht nur einer der größten Sportvereine Berlins, sondern auch ein wahrer Pionier für Inklusion. Denn: Der Verein bietet seit über 25 Jahren inklusive Angebote an.

Vom Forschungsprojekt zum Vorbild im inklusiven Sport

Angefangen hat alles mit einem Forschungsprojekt der Freien Universität Berlin im Jahr 1996. In Kooperation mit dem Landessportbund und dem Behindertensportverband initiierte eine Gruppe Studierender inklusive Bewegungsangebote in verschiedenen Sportvereinen. Das in diesem Rahmen bei Pfeffersport umgesetzte Projekt besteht auch heute noch. Seitdem sind jedoch eine Vielzahl an Möglichkeiten und Initiativen hinzugekommen: Von Rollstuhlbasketball über Beachvolleyball bis hin zu Parkour werden bei Pfeffersport über 300 Gruppen regelmäßig aktiv. Diese werden durch Mitgliederbeiträge, aber auch durch Partner wie den Landessportbund, den Berliner Senat, die Aktion Mensch oder diverse Unternehmenspartner finanziert.

Damit immer wieder neue, innovative Konzepte umgesetzt werden können, bietet Pfeffersport regelmäßige Fortbildungen und Unterstützung für Übungsleiter*innen an und hilft, offene Fragen zu klären. Über das durch die Aktion Mensch geförderte Projekt „Mission Inklusion“ gibt der Verein seit 2019 seine Expertise auch an andere Vereine und Institutionen weiter und veranstaltet Aus- und Weiterbildungen zum Thema Inklusion und Sport. Auch Menschen mit Behinderung können sich hier als Übungsleiter*innen oder Dozent*innen ausbilden lassen. 

Herausforderungen im inklusiven Sport

Natürlich ist Inklusion im Sportverein nicht immer einfach. „Schwierigkeiten gibt es immer wieder. Wie geht man mit Mitgliedern oder Kolleg*innen um, die nicht die Vision eines inklusiven Sportvereins teilen? Hier empfiehlt sich Geduld. Manche Dinge benötigen Zeit. Eine andere Herausforderung ist es, mit der inklusiven Umsetzung zufrieden zu sein – egal, ob in Bezug auf Strukturen oder die Sportgruppen an sich. Wir müssen immer wieder mit allen Beteiligten in den Austausch treten und uns selbst reflektieren“, meint Klar.

Inklusion im Sport lohnt sich

Trotz mancher Probleme ermutigt er aber jeden Verein, Inklusion auszuprobieren. „Mein Tipp ist: einfach machen. Sowohl bei uns als auch bei anderen Vereinen beobachten wir, dass viele oft nicht sehen, dass Inklusion ein Prozess ist, also eine Reise, auf die wir uns begeben. Dazu gehört es, Fehler zu machen, neue Perspektiven einzunehmen und gemeinsam zu lernen. Es gibt nicht den einen goldenen Weg oder den perfekten Zustand. Auch wir lernen immer weiter dazu. Außerdem ist Geduld wichtig. Wir sind zwar einer der größten inklusiven Sportvereine. Aber wir haben auch schon vor 25 Jahren damit angefangen.“

Das könnte Sie auch interessieren