Ein Mann mit Behinderung richtet die Tischdeko in einem Restaurant.

Auszubildende mit Behinderung

Eine große Chance für Unternehmen

In Zeiten des demographischen Wandels fragen sich Unternehmen, wie sie ihren wirtschaftlichen Erfolg sichern können. Eine Antwort: Indem sie gute Mitarbeiter langfristig an sich binden. Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, ist es deshalb wichtig, auch die Potenziale von Menschen mit Behinderung zu nutzen. In der Gesellschaft und der Arbeitswelt kommt es eben auf jeden an. Firmen sollten jedoch nicht nur die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung im Blick haben, sondern auch ihre Ausbildung. Sie ist eine große Verantwortung und Chance zugleich.

Aus Azubis werden loyale Mitarbeiter*innen

Unternehmen gewinnen durch ihr Engagement sehr loyale und motivierte Mitarbeiter*innen. Jugendliche mit Behinderungen binden sich erfahrungsgemäß gerne lange an ihren Ausbildungsbetrieb. Der Vorteil: Betriebe bilden für ihre eigenen Bedürfnisse aus und verlieren die jungen Fachkräfte nicht sofort wieder an andere Firmen. Die Berufsausbildung für Jugendliche sollten Betriebe inklusiv gestalten. Damit knüpfen sie an die gute Arbeit von allgemeinbildenden Schulen an, in denen junge Menschen mit sonderpädagogischem Förderbedarf lernen.

Vielen Betrieben fehlen aber Kontakte und die Erfahrung mit Angestellten mit Behinderung. So erklärt sich auch, dass Arbeitgeber*innen mitunter befürchten, dass Bewerber*innen nicht leistungsfähig genug und dem Berufsleben nicht gewachsen sind. Und sie scheuen sich erst recht davor diese auszubilden.

 

Viel Beratung und Zuschüsse für Betriebe

Betriebe wissen oft auch nicht gut über barrierefreie Arbeitsplätze Bescheid. Um Arbeitgeber*innen, aber auch potenziellen Auszubildenden Vorbehalte zu nehmen, ist es mitunter sinnvoll, sich vorab bei einem Praktikum kennenzulernen. So können Bewerber*innen zeigen, was sie können und herausfinden, ob eine Ausbildung das Richtige für sie ist. Damit Arbeitgeber*innen der Verantwortung als Ausbilder*innen gewachsen sind, gibt es viele Informations- und Unterstützungsangebote. Sie bekommen zum Beispiel diverse Zuschüsse, wenn sie Arbeits- oder Ausbildungsplätze für Menschen mit Behinderung schaffen.



Erfolgreicher Berufsstart für Nesrin

Nesrin Bektas bewarb sich drei Jahre lang erfolglos, bis sie endlich eine Ausbildungsstelle fand. Der Grund: Nesrin ist behindert, sie hat eine angeborene Gelenkkrankheit. Doch sie gab nicht auf, verschickte zahlreiche Bewerbungen und konnte schließlich beim Bewerbungsgespräch in der Kanzlei Dr. Voßmeyer Dommermuth und Partner in Duisburg überzeugen. Sie erzählt von ihren Erfahrungen und gibt Einblicke in ihren Lebensalltag als Steuerfachgehilfin.

Finanzielle Unterstützung

Junge Menschen, die ins Berufsleben starten, bekommen Unterstützung und Informationen von der Bundesagentur für Arbeit oder vom Jobcenter. Dabei geht es um Berufsberatung, Berufsorientierung, Berufsvorbereitung und Berufsausbildung. Die Bundesagentur für Arbeit fördert auch Betriebe, die behinderte oder schwerbehinderte Menschen ausbilden oder beschäftigen. Finanzielle Zuschüsse gibt es zum Beispiel für:

Wichtige Anlaufstellen für Betriebe

Das Integrationsamt berät und informiert Betriebe rund um alle Fragen, die im Zusammenhang mit der Beschäftigung und Ausbildung schwerbehinderter Menschen auftreten.
Das Unternehmernetzwerk Inklusion ist ein arbeitgeberorientiertes Beratungsprojekt zur Verbesserung der Teilhabe schwerbehinderter Menschen. Es wird von der Bundesarbeitsgemeinschaft ambulante berufliche Rehabilitation e.V. durchgeführt. Ziel ist es, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen für die Beschäftigung von Menschen mit einer Schwerbehinderung zu sensibilisieren und für mehr Inklusion zu gewinnen.
Integrationsfachdienste (IFD) begleiten und beraten schwerbehinderte Menschen oder vermitteln sie in Arbeit. Die IFDs unterstützen auch Schwerbehinderte, die in Werkstätten für behinderte Menschen arbeiten, damit sie auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt eine Beschäftigung finden. Sie unterstützen Angestellte in der Wiedereingliederungsphase, in der Einarbeitungszeit und auch darüber hinaus. Sie informieren und beraten Vorgesetzte oder sprechen mit Kolleg*innen über die Auswirkungen einer Behinderung. Sie informieren aber auch Arbeitgeber*innen über finanzielle Fördermöglichkeiten, Barrierefreiheit oder Reha-Maßnahmen. Außerdem beantworten sie Fragen zur Einstellung und Beschäftigung von schwerbehinderten Menschen. Die Integrationsfachdienste arbeiten im Auftrag von Integrationsämtern, Agenturen für Arbeit und anderen Rehabilitationsträgern.

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