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Die COOL-Initiative – ein möglicher Ansatz

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Allgemein gibt es in der Grundschule am meisten Erfahrung mit Offenem Unterricht. In der Sekundarstufe wird er vergleichsweise wenig angewandt. Dass Offener Unterricht aber auch bei älteren Lernenden gut funktioniert, beweist der COOL-Ansatz. Im Interview mit Martina Piok, Leiterin des COOL-Impulszentrums und Lehrerin am ibc Hetzendorf in Wien:

Welche Potenziale und Kompetenzen fördert COOL?

Kernelement von COOL sind im Stundenplan fix eingeplante Zeiten, in denen Schüler selbstgesteuert lernen – die sogenannten COOL-Stunden. Sie bekommen schriftliche Arbeitsaufträge und die Lehrpersonen stehen unterstützend als Coaches zur Verfügung. Neben Pflichtaufgaben gibt es auch immer Wahlpflicht- bzw.Wahlaufgaben. Diese Lernsettings ermöglichen es, dass Schüler Kompetenzen erwerben, die im herkömmlichen Unterricht nicht trainiert werden. Zum Beispiel das Setzen von Zielen, Kommunikation im fachlichen Zusammenhang, Zeit- oder Konfliktmanagement.

So erwerben sie gleichzeitig fachliche, soziale, methodische und personale Kompetenzen und werden handlungsstärker in neuen Situationen. Bei COOL ist außerdem wichtig, dass Schüler lernen, zu kooperieren. Im Klassenrat können sie ihre Anliegen, Probleme und Ideen diskutieren und gemeinsam entscheiden, wie sie ihren Schulalltag gestalten wollen. Begleitend zu all diesen Bausteinen reflektieren die Schüler außerdem regelmäßig ihr eigenes Lernen und ihre Lernfortschritte. Dazu gehört Feedback an die Lehrpersonen, die sich ebenfalls als Lernende verstehen.

Martina Piok.

Wo bietet sich COOL besonders an? Wie können Pädagogen den Ansatz umsetzen?

Prinzipiell bietet sich COOL immer an. Wichtig ist, die Ausgestaltung der COOL-Stunden der Gruppe anzupassen: Wie viel Verantwortung können Lernende bereits übernehmen? Welche unterstützenden Maßnahmen brauchen sie, damit sie selbst lernen können? Sobald sich Lehrerteams finden, kann in einer Klasse bereits mit COOL gearbeitet werden. Die Lehrer legen dann einen gemeinsamen Rahmen für die COOL-Stunden innerhalb des Stundenplans fest. Unserer Erfahrung nach sollten offene Lernsettings nicht mehr als ein Drittel der Unterrichtsstunden ausmachen, da auch die anderen Formen des Unterrichts wichtig und notwendig sind.

Wo stößt COOL an seine Grenzen?

COOL stößt dort an seine Grenzen, wo Lehrer sich nicht auf diese Art des Lehrens und die veränderte eigene Rolle einlassen können oder wollen. Der Prozess erfordert Mut und Energie für den zunächst zusätzlichen Arbeitsaufwand. Hier ist vor allem auch die Schulleitung gefordert, die entsprechenden Rahmenbedingungen zu ermöglichen, sich inhaltlich hinter diesen Unterrichtsansatz zu stellen und Widerständen im Kollegium zu begegnen. Den Lernenden muss gut und regelmäßig begründet werden, was COOL bringt, ihre Entwicklungsschritte sollen im Sinne einer Selbstreflexion sichtbar gemacht werden. Durch den Austausch mit den Lernenden kann COOL immer der Gruppe und der Situation angemessen umgesetzt werden.

In der Praxis empfehlen wir bei den Überlegungen, wo Offenes Lernen an seine Grenzen stößt, gleichzeitig auch darüber nachzudenken, ob andere Formen des Unterrichts diese Grenzen beseitigen oder ob es hier nicht um grundsätzliche Grenzen des Lernens geht – die nur durch das Überdenken des Systems oder individuell von einzelnen Beteiligten überwunden werden können.

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