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Was ist digital-inklusive Bildung?

Einordnung und Potentiale

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Digitalisierung und Inklusion sind im deutschen Bildungssystem seit Jahren zwei zentrale Herausforderungen, denen sich Politik und Bildungsverantwortliche stellen müssen. 
Bisher werden beide Themen häufig immer noch getrennt voneinander diskutiert. Dabei können gerade auch digitale Medien helfen, die Inklusion in Bildungseinrichtungen maßgeblich voranzutreiben. Die Potenziale hierfür sind vielfältig und bieten besonders für junge Menschen mit Beeinträchtigungen wichtige Voraussetzungen, um an einer immer digitaler werdenden Gesellschaft gleichberechtigt teilhaben können.

Digital-inklusive Bildung (Diklusion) bedeutet, dass alle Menschen Zugang zu digitalen Medien haben, ungeachtet ihres kulturellen oder sozio-ökonomischen Hintergrundes, ihres Alters, Geschlechts und unabhängig davon, ob sie eine Behinderung haben oder nicht. Denn nur, wer Zugang zu gängigen digitalen Technologien hat und weiß, wie man damit umgeht und wie man sie für die eigenen Bedarfe einsetzen kann, hat die Möglichkeit, an einer Gesellschaft selbstbestimmt und gleichberechtigt teilhaben zu können.

 

Die Potenziale digitaler Medien für das Thema Inklusion liegen hierbei auf verschiedenen Ebenen, die sich auf technologische, individuelle, gruppenbezogene sowie auch gesellschaftlich relevante Aspekte beziehen. Wissenschaftler*innen, u.a. Ingo Bosse, Lea Schulz und Bastian Pelka, haben dazu verschiedene Ebenen-Modelle entwickelt, die – trotz kleiner Unterschiede – die Potenziale von digitalen Medien für inklusive Settings ähnlich einordnen und anschaulich erläutern.

Die Potenziale lassen sich gebündelt zusammenfassen:

Lernen durch digitale Medien

Assistive Technologien ermöglichen Menschen mit Beeinträchtigungen den Zugang zur digitalen Welt und bieten vielfältige Möglichkeiten, barrierefreier und eigenständiger am digitalen Geschehen teilhaben zu können. Das betrifft vor allem die Bedienung, Wahrnehmung und Verständlichkeit von digitalen Medien. Anwendungen wie Augensteuerung, Bildschirmvergrößerung, Brailleschrift, Vorlesesoftware, Spracheingabe, Schreibunterstützung, Orientierungshilfen oder barrierefreie Lernprogramme unterstützen hierbei einen gleichberechtigten Zugang. Auch Smartphone und Tablet bieten eine niederschwellige Bandbreite an Unterstützungsmöglichkeiten. Wer mit Hilfe von Technologie Zugang zu digitalen Welten hat, kann diese selbstbestimmter nutzen und ist im besten Falle deutlich weniger auf andere angewiesen. Gerade für inklusive Lernsettings bietet dies eine große Chance, denn die vielfältigen Zugangsmöglichkeiten erleichtern individuelles Lernen. 

Im Video: Lea Schulz, Sonderpädagogin, Studienleiterin und Expertin in Sachen Inklusion und digitale Medien in der schulischen Bildung, zu Lernen durch digitale Medien.

Lernen mit digitalen Medien

Digitale Medien bieten durch ihre Vielseitigkeit der Informationsaufbereitung für das inklusive Lernen großes Potenzial. Sie ermöglichen Visualisierung und Veranschaulichung, ob als Bild, Mindmap, Präsentation oder Online-Comic. Lernvideos können Lehrkräfte sehr gut bei der Wissensvermittlung methodisch-didaktisch unterstützen. Sie sind jederzeit abrufbar, was z.B. für langsamer Lernende vorteilhaft ist. Interaktive Tools und Methoden wie Quizformate, Gamification Apps etc. helfen dabei, erworbenes Wissen zu festigen und anzuwenden. Auf diese Weise können gleiche Lerninhalte auf die Bedürfnisse einzelner Lernender individuell angepasst werden und alle Kinder und Jugendlichen lernen am gleichen Lerngegenstand.

Digitale Medien fördern außerdem auf Produktionsebene wichtige Ausdrucksmöglichkeiten. Das Wissen darüber, wie man ein Video filmt und schneidet, einen Podcast aufnimmt oder einen Online-Comic umsetzt, vermittelt Medienkompetenz und ist bei jungen Menschen gleichzeitig auch mit hoher intrinsischer Motivation verbunden. Über die eigene Umsetzung finden sie Wege für den individuellen Selbstausdruck, entwickeln persönliche Interessen und beschäftigen sich aktiv mit kreativen Gestaltungsprozessen. Gerade in inklusiven Lernsettings lässt sich die aktive digitale Medienarbeit mit dem Aspekt der Kooperation und Kollaboration verbinden: durch Gemeinschaftsprojekte und Gruppenaufgaben können individuelle Stärken empowert werden. So werden soziale Kompetenzen vermittelt und inklusive Teambuilding-Prozesse gefördert.

Auch für die pädagogische Konzeptarbeit bieten digitale Medien wertvolle Unterstützung: im Rahmen der Unterrichtsvor- und -nachbereitung sowie bei der Projektarbeit helfen digitale Tools bei der Differenzierung von Materialien und bei der Konzeption von Hilfestellungen. Bei der Organisation von Lernprozessen unterstützen Plattformen die individuelle Betreuung und Zuweisung von Lerngegenständen und -aufgaben sowie die Anwendung von kollaborativen Lernmethoden. Der Austausch mit Kolleg*innen kann untereinander effektiver und vielseitiger gestaltet werden, indem bestimmte Portale und Datenbanken genutzt werden. Arbeitsmaterialien können dort geteilt und für eigenen Bedarfe in inklusiven Gruppen genutzt und adaptiert werden. Dies können auch Online-Netzwerke sein, die über den eigenen Bildungsort hinausgehen. Mit digitalen Medien lassen sich lernprozessbegleitende Diagnostik, Notenverwaltung, Arbeitsplanorganisation und interne Kommunikation vereinfachen. Schul- und Bildungsorganisation können so effektiver gestaltet werden.
Im Video: Lea Schulz zu Lernen mit digitalen Medien.

Lernen über digitale Medien

Die Netzwelt ist global und komplex und wer daran teilhat, muss wissen, wie mit vielfältigen Informationen jeglicher Art kompetent umzugehen ist. Junge Generationen wachsen in digitalen Lebenswelten auf und nutzen entsprechende Endgeräte mit großer Selbstverständlichkeit und Versiertheit. Das Wissen jedoch, wie man sich in digitalen Welten sicher bewegt und wie man sie für die eigenen Bedarfe konstruktiv nutzt, braucht Reflexion, Übung und Medienkompetenz. Eine kritische Auseinandersetzung mit Themen wie Fake-News, Meinungsbildung, Datenpreisgabe, Mobbing, Algorithmik etc. ist ebenso wichtig, wie die kompetente Nutzung digitaler Medien für die aktive Teilhabe an digitalen Gesellschafts- und Partizipationsprozessen.

Zukunftsgerechte Bildungseinrichtungen, vor allem Schulen, aber auch die außerschulische Kinder- und Jugendarbeit, müssen die Herausforderung annehmen, ALLE jungen Menschen in ihren individuellen Lebensrealitäten abzuholen und auf die Teilhabe an einer digitalen Gesellschaft kompetent vorzubereiten.

Im Video: Lea Schulz zu Lernen über digitale Medien.

Weiterführende Informationen

  • Das 5-Ebenen Modell von Lea Schulz beschreibt die Potenziale für den Einsatz digitaler Medien in inklusiven Settings in der Schule.
    Zum 5-Ebenen Modell

  • Erläuterungen u.a. zur Begrifflichkeit von inklusiver Medienbildung finden sich bei Ingo Bosse, Jan-René Schluchter und Isabel Zorn in ihrem „Handbuch Inklusion und Medienbildung“ (Beltz Verlag 2019, S. 21 ff).
    Zum Handbuch Inklusion und Medienbildung

  • In seinem Vortrag beim Werkstatt-SpeedLab „Digitale Inklusion“ (2015) sprach Bastian Pelka über die Theorie und Praxis digitaler Inklusion und die Dimensionen digitaler Medien für das Thema Inklusion (inkl. Präsentation zum Download, Stand 15.10.2021).
    Zum Vortrag bei der Zentrale für politische Bildung

  • Kommentierte Linkliste "Hintergrundinformationen und Grundlagen" zum Thema digital-inklusive Bildung
Ein Poster auf dem das 5 Ebenen Modell der digitalen inklusiven Bildung erläutert wird.
Ein Poster zum 5 Ebenen-Modell. Es beinhaltet einen Überblick zur Entstehung des Modells.

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Digital ist normal - für alle!

Silke Müller ist Schulleiterin an der Waldschule Hatten. Für sie ist klar: Inklusion und Digitalisierung müssen zusammengedacht werden und die Frage nach dem Mehrwert digitaler Medien hat ausgedient.