Das Inklusionsbarometer Arbeit 2017

Zum fünften Mal gibt es das Inklusionsbarometer Arbeit. Für die Studie befragte die Aktion Mensch gemeinsam mit dem Handelsblatt Research Institut 503 Unternehmen und 803 Arbeitnehmer mit Behinderung. Fazit: Die Inklusionslage verbessert sich, aber die Aufgaben bleiben zahlreich.

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Der Gesamtwert des Barometers macht erneut einen deutlichen Sprung von 106,7 auf 114,2. Grund hierfür ist neben der verbesserten Inklusionslage (2016: 103,0, 2017: 105,1) und einer nochmals positiveren Bewertung des Themas Inklusion von Unternehmen (von 35,5 auf 37,0) vor allem die spürbar optimistischere Einschätzung des Inklusionsklimas von Arbeitnehmern mit Behinderung: Der Rekordwert von 45,7 (Vorjahr 38,7) stoppt nicht nur den Negativtrend der letzten Jahre, das Teilbarometer der Arbeitnehmer mit Behinderung nähert sich damit auch dem Schwellenwert von 50, ab dem man von einem positiven Klima sprechen kann.

Arbeitnehmer mit Behinderung fühlen sich akzeptiert

Insgesamt verbessern sich bei den Arbeitnehmern sieben von acht Werten, davon erreichen sogar vier ein Allzeithoch. So fühlt sich mit 92 Prozent die große Mehrheit der Arbeitnehmer mit Behinderung im Kollegenkreis voll akzeptiert und integriert (Vorjahr: 88 Prozent).

Auch die Einschätzung der Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen entwickelt sich positiv: Knapp über die Hälfte (2016: 44 Prozent) der Befragten schätzt sie als gut, fast ein Viertel sogar als sehr gut ein (2016: 19 Prozent). Insgesamt erhält auch die allgemeine Situation von Menschen mit Behinderung auf dem Arbeitsmarkt beste Bewertungen gegenüber dem Vorjahr: 27 Prozent sehen eine Verbesserung (2016: 23 Prozent), nur 13 Prozent (2016: 14 Prozent) eine Verschlechterung.

Staatliche Unterstützungsmöglichkeiten sind zu wenig bekannt

Auch aus Sicht von 27 Prozent der befragten Arbeitgeber hat sich die Situation von Menschen Behinderung auf dem Arbeitsmarkt verbessert (Vorjahr: 25 Prozent), lediglich 11 Prozent erkennen eine negative Entwicklung (Vorjahr: 17 Prozent). Zudem bestätigt die Mehrheit (78 Prozent) der Unternehmen, dass zwischen Beschäftigten mit und ohne Behinderung keine generellen Leistungsunterschiede bestehen. Es gibt jedoch auch weiterhin Nachholbedarf: Noch immer sind zu wenige Unternehmen barrierefrei, haben schriftliche Grundsätze ausgearbeitet oder kennen und nutzen die staatlichen Förderungsmöglichkeiten. So ist 39 Prozent der kleinen Unternehmen, die bereits Menschen mit Behinderung beschäftigen, die Förderung gänzlich unbekannt, gleichzeitig nehmen 23 Prozent der Personalverantwortlichen, denen die staatliche Förderung bekannt ist, diese nicht in Anspruch.

Trotz verbesserter Inklusionslage brauchen Arbeitssuchende viel Geduld

Mit diesen positiven Entwicklungen einher geht die Rekordzahl von 1,058 Millionen besetzten Pflichtarbeitsplätzen in Unternehmen, die mit mindestens 20 oder mehr Mitarbeitern unter die Beschäftigungspflicht fallen. Weitere 167.700 Menschen sind in kleineren Betrieben beschäftigt –  ein Plus von fast 30.000 Personen seit 2010. Die Arbeitslosenquote der Menschen mit Behinderung ist von 13,4 auf 12,4 Prozent gesunken. Diese Zahlen geben Grund zu Optimismus. Dennoch liegt die allgemeine Arbeitslosenquote mit 6,1 Prozent noch immer erheblich niedriger als die arbeitsloser Schwerbehinderter. Auch die Dauer der Arbeitslosigkeit bleibt ein Problem: Arbeitslose mit Behinderung suchen inzwischen 109 Tage länger als ihre Kollegen ohne Behinderung nach einer neuen Beschäftigung (Vorjahr: 101 Tage). Und sie benötigen jetzt im Durchschnitt mehr als ein Jahr (377 Tage), um eine neue Stelle zu finden.

Ein Instrument zur Messung von Fortschritten bei der Inklusion von Menschen mit Behinderung auf dem deutschen Arbeitsmarkt.
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Ein gelungenes Beispiel: Nesrin Bektas

Infografik zum Inklusionsbarometer 2017

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