#diklusion: Digital-inklusiver Unterricht
Digitalisierung und Inklusion – beide Themen müssen an Schulen und Bildungsorten vorangetrieben werden. Noch passiert dies meist getrennt voneinander. Dabei könnten Digitalisierung und Inklusion sehr gut zusammen gedacht und verwirklicht werden.

Schüler*innen befähigen, statt ausschließen
In einer digitalen Zukunft sollten alle Menschen kompetent mit Geräten, Anwendungen und Online-Plattformen umgehen können. Sie sollten sich im Internet sicher bewegen können und mit Smartphone, Laptop oder Tablet umgehen können. Wichtig ist auch, dass sie die vielen neuen digitalen Möglichkeiten für sich entdecken lernen. Und wie sie sie für sich nutzen können.
Für diese digitale Zukunft brauchen Schüler*innen inklusive Lernumgebungen. Denn sie müssen sich ebenfalls mit Themen wie Fake-News, Meinungsbildung, Datenschutz, Mobbing und Algorithmen kritisch auseinandersetzen können. Am besten in einem geschützten Rahmen, mit geschulten und kompetenten Pädagog*innen. Nur so können sie Teilhaben, an digitalen Veränderungen und Entscheidungen, die unsere Gesellschaft immer mehr prägen.
Im Moment sind vor allem Menschen mit Behinderung, mit Armutserfahrung und Menschen, die nicht gut Deutsch verstehen können von digitaler Technik und dem dazugehörigen Wissen ausgeschlossen. Wenn Inklusion und Barrierefreiheit bei der voranschreitenden Digitalisierung nicht von vornherein mitgedacht wird, werden diese Menschen zukünftig noch stärker ausgeschlossen.
Synergien nutzen

Wenn neue Themen und Techniken eingeführt werden, müssen alle dazulernen. Sowohl Lehrer*innen als auch Schüler*innen. Das ist bei Inklusion so und auch bei digitaler Technik. Warum also nicht gleich beides zusammen einführen, ausprobieren und damit umgehen lernen? So gelingt bessere Teilhabe für alle und es kann Zeit, Kraft und Geld gespart werden.
Wer zum Beispiel lernt, wie PDF, Webseiten oder Apps genutzt werden können. Der kann auch leicht lernen, wie Vorlesefunktionen, Überschriften-Auszeichnung oder die Steuerung und Navigation ohne Maus funktionieren. Dies erweitert den Horizont.
Was bedeutet digital-inklusive Bildung?
Digital-inklusive Bildung (Diklusion) bedeutet, dass alle Menschen Zugang zu digitalen Technologien, Geräten und Medien haben. Damit gemeint sind zum Beispiel Ticket-Automaten, digitale Terminvergabe, Online-Formulare. Oder auch Software, wie Textverarbeitungs-Programme, Computer- oder Handyspiele, Navigations-Apps. Auch die Nutzung von Webseiten, Smartphones, Robotern gehören dazu. Zugang bedeutet, dass sie entsprechende Geräte haben oder benutzen können.
Ebenso wichtig ist, dass alle Menschen die digitalen Technologien, Geräte und Medien nutzen können. Dazu brauchen sie das entsprechende Wissen, digitale Kompetenz und Barrierefreiheit. Außerdem auch Strom, Software-Lizenzen und mobile Daten.
Vorteile von Diklusion

Neue Methoden, um Wissen zu vermitteln
Mit Apps oder Online-Anwendungen können Lehrer*innen Themen veranschaulichen, zum Beispiel als Quiz, Bild, Mindmap, Präsentation oder Online-Comic. Lernvideos können Kinder und Jugendliche in langsamer, normaler oder schneller Geschwindigkeit ansehen – und so oft sie wollen. Themen können dadurch unterschiedlich vermittelt und so auf die Bedürfnisse unterschiedlicher Menschen angepasst werden.
Digitale Hilfsmittel
Menschen mit Behinderung nutzen digitale Hilfsmittel, wie Augen- oder Mundsteuerung, Bildschirm-Vergrößerung, Vorlese-Funktion, Sprach-Steuerung oder Schreib-Unterstützung. Smartphone und Tablet bieten mittlerweile viele Möglichkeiten der Unterstützung.
Weitere Vorteile und Möglichkeiten
- Je nach Bedarf können Kinder und Jugendliche mehr oder weniger digitale Unterstützung zum Lösen von Aufgaben bekommen.
- Lernanwendungen bieten direktes Feedback. So wissen die Schüler*innen sofort, ob sie richtig oder falsch liegen. Sie können Themen nacharbeiten oder sich auf Neues konzentrieren.
- Das Lernen wird vielseitiger: Anwendungen, Videos, Rätsel, Fotos, Audios können je nach eigenen Wünschen und Bedürfnissen zusätzlich genutzt werden.
- Können Schüler*innen nicht in die Schule kommen, können sie trotzdem am Unterricht teilnehmen und verpassen weniger.
So gelingt die inklusiv-digitale Bildung

Bund, Länder und die kommunalen Ebenen sollten die digital-inklusive Entwicklung finanzieren und steuern. Doch auch du kannst etwas tun. Schau dir unsere Tipps für gelungene inklusiv-digitale Bildung an:
- Nimm Inklusion und Digitalisierung in dein Schul- bzw. Bildungskonzept auf.
- Mach digitale Lernumgebungen barrierefrei.
- Versuch offen gegenüber digitalen Veränderungen zu sein. Manches wird die Zusammenarbeit und den Unterricht erleichtern.
- Lass bei der Einführung von digitaler Technik alle vor Ort mitreden und mitentscheiden. So könnt ihr gemeinsam herausfinden und entscheiden, was sinnvoll, barrierefrei und von allen nutzbar ist.
- Sorg dafür, dass die Technik barrierefrei ist. Wenn ihr neue Geräte anschafft, kauft nur barrierefreie Technik.
- Nutze nur digitale Technik, die für alle zuverlässig funktioniert. So habt ihr mehr Spaß und weniger Frust.
- Die regelmäßige Wartung und Aktualisierung von Apps, Technik und digitaler Infrastruktur sollte selbstverständlich sein. Genau wie beim Auto sollten Geräte und Technik gepflegt und regelmäßig überprüft werden, ähnlich wie beim TÜV.
- Bilde dich und deine Kolleg*innen fort. Lernt die neueste Technik, Software, Didaktik und Anwendungs-Tipps, damit ihr sie für euch und eure Schüler*innen optimal nutzen könnt.
- Ihr habt gute Ideen, eigene Materialien und Konzepte erstellt? Stellt sie auch anderen Schulen oder Bildungsträgern kostenlos und unter freier Lizenz zur Verfügung (OER-Datenbank).
Infos zur Digitalisierung
- Der D21-Digital-Index liefert jährlich ein umfassendes Lagebild zum Digitalisierungsgrad der Gesellschaft in Deutschland
- Bildung und Digitalisierung auf der Bildungskonferenz
- Digitalpakt 2.0 der Bundesregierung
- Digitalisierung und Bildung auf den Seiten der Bundeszentrale für politische Bildung
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