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Einstufung: Inklusionsprofis

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Herzlichen Glückwunsch! Ihre Punktzahl lässt erkennen, dass Sie in Ihrer praktischen Arbeit die Inklusion von Menschen mit Behinderung schon sehr gut verwirklicht haben. Ihre Aktivitäten und Angebote sind größtenteils schon so gestaltet, dass alle interessierten Besucher*innen, unabhängig von ihrem jeweiligen Unterstützungsbedarf, gleichberechtigt teilhaben können! Sie haben also erkannt, dass die individuelle Unterstützung von Besucher*innen mit besonderen Bedarfen gesichert werden muss und hierzu bedarfsgerechte Hilfeleistungen sowie die kontinuierliche Mobilisierung von Ressourcen notwendig sind.

Trotz Ihrer Zugehörigkeit zur besten Gruppe, den Inklusionsprofis, haben wir für Sie im Folgenden noch einige Anregungen und Ideen zusammengestellt, mit denen Sie Ihre inklusiven Praktiken optimieren können. Möglich ist, dass Sie mit der einen oder anderen Methode bereits eigene Erfahrungen gesammelt haben. Beachten Sie aber, dass alle Prozesse stets ausbaufähig sind. Außerdem könnten Sie trotz oder gerade aufgrund Ihres Expert*innen-Status manche Themen unabsichtlich übersehen haben. Verstehen Sie die nachfolgenden Ratschläge daher als ergänzende Tipps, und denken Sie über eine mögliche Umsetzung nach. Hinzu kommt, dass die folgenden Ratschläge sich nicht nur auf Informationen zur Gestaltung von inklusiven Aktivitäten und Angebote begrenzen. Darüber hinaus möchten wir Ihnen auch Methoden an die Hand geben, mit denen Sie das Engagement und die Motivation aller Beteiligten stärken und aufrechterhalten, Ihre Erfolge absichern und den bisherigen Inklusionsprozess besser reflektieren und evaluieren können.

Unsere Handlungsempfehlung für Ihre Einrichtung

Was bislang geschah und nun zu tun ist…

Was bislang geschah und nun zu tun ist… Zu Beginn Ihres Inklusionsprozesses haben Sie sicherlich Ihre bestehenden  Angebote daraufhin geprüft, ob die jeweiligen Inhalte und die Gestaltung eine  gleichberechtigte Teilhabe und Mitwirkung von Besucher*innen mit und ohne Behinderung ermöglichen. Bei Bedarf haben Sie die Angebote dann vermutlich entsprechend modifiziert. Ferner haben Sie bestimmt schon Aktivitäten angeboten, die nicht behinderte Menschen für die Belange von Menschen mit Behinderung sensibilisieren sollen. Und außerdem konkrete inklusive Angebote in Ihr Angebotsspektrum aufgenommen, die als Möglichkeit zur Kontaktaufnahme, zum Kennenlernen und dem Beziehungsaufbau zwischen Menschen mit und ohne Behinderung dienen. Über die Voraussetzung dieser Art von Angeboten sind Sie laut Ihres Testergebnisses gut informiert und haben die Art, Ziele und Inhalte Ihrer Angebote reflektiert und gegebenenfalls Veränderungen vorgenommen. Sollten Sie in Ihrer Einrichtung noch keine umfassenden Unterstützungsstrukturen aufgebaut haben, empfehlen wir Ihnen, dies noch zu tun. Denn die individuelle Unterstützung von Besucher*innen mit Behinderungen muss zu jeder Zeit gewährleistet sein, damit ihre Teilnahme an inklusiven Angeboten auch tatsächlich jederzeit möglich ist. Damit das gelingt, ist es wichtig, ehrenamtliche Kräfte, Eltern, örtliche Einrichtungen und Dienste der Behindertenhilfe sowie Initiativen und Vereine behinderter Menschen einzubeziehen. Und das nicht nur bei der Planung und Durchführung der Angebote, sondern auch im Hinblick auf Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen beziehungsweise Schulungen. In dieser Vernetzung mit Ehrenamtlichen, Eltern und Akteur*innen der Behindertenhilfe ist es auch wichtig, dass Sie das Engagement und die Motivation aller Beteiligten stärken und aufrechterhalten. Und, last but not least, müssen Sie, als eine letzte Anforderung im Inklusionsprozess, die Qualität Ihrer Angebote und Aktivitäten durch Reflexion und Evaluation überprüfen

…und was bedeutet das nun konkret für die Praxis?

Wir empfehlen Ihnen, Ihre bislang umgesetzten Schritte bezüglich der Dimension C (inklusive Praktiken) im Inklusionsprozess mit unseren nachfolgenden Ideen und vorgeschlagenen Methoden abzugleichen. Zudem geben wir Ihnen, wie versprochen, Tipps zur Motivationssteigerung und -aufrechterhaltung Ihrer Beteiligten und erinnern Sie an eine kontinuierliche Evaluation ihrer bisherigen Schritte:

Zu Beginn Ihres Inklusionsvorhabens haben Sie vermutlich schon eine Steuerungsgruppe innerhalb Ihrer Einrichtung gegründet. Sicher gehören diesem Inklusionsteam neben Mitarbeitenden, Leitung und Trägervertreter*innen auch Vertreter*innen der Besucher*innen sowie Externe aus der Gemeinde an, zum Beispiel Eltern, Fachberatung und Gemeindevertreter*innen. Wahrscheinlich wurde in der Steuerungsgruppe bereits die aktuelle Situation Ihrer Einrichtung im Hinblick auf die Einrichtungskultur (Dimension A) und die Einrichtungsstrukturen (Dimension B) analysiert. Darüber hinaus fanden vermutlich auch schon einige inklusive Angebote und Aktivitäten statt.

Wenn dies nicht der Fall ist und auch noch kein Inklusionsteam besteht, empfehlen wir Ihnen, diese Ressourcen aufzubauen!

Denn die Vergabe von Verantwortlichkeiten für den Inklusionsprozess –  zum Beispiel durch die Gründung eines Inklusionsteams und die Benennung einer Ansprechperson für Inklusion, die die Prozesse steuert und koordiniert – erleichtert den Zugang zu Ihren inklusiven Angeboten sowie die Planung, Durchführung und Evaluation inklusiver Praktiken. Das Inklusionsteam oder die verantwortliche Person übernimmt eine Art Vermittlerrolle zwischen der Einrichtung, den dort tätigen Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen, den Eltern und den jeweils benötigte Assistenzkräften. Zentral bei der Planung und Umsetzung inklusiver Angebote und Aktivitäten ist immer die Frage der passenden Unterstützung für Teilnehmende mit Behinderung. Das haben Sie sicher schon gemerkt. Hierzu sollten Sie unbedingt den Rat von Einrichtungen beziehungsweise Diensten der Behindertenhilfe einholen. Aufgrund des spezifischen Wissens von Profis aus der Behindertenhilfe bietet sich ein Wissensaustausch auf der Basis von Kooperationen an. Die Expert*innen können Ihnen erklären, welche Formen der Behinderung welche Art von Unterstützung nötig machen. Außerdem wissen sie, wie eine personenzentrierte Unterstützungsplanung aussehen kann und kennen die entsprechenden Methoden. Nutzen Sie diese Expertise unbedingt, indem Sie Profis aus der Behindertenhilfe ins Inklusionsteam einbeziehen oder als Referent*innen für Schulungen beziehungsweise Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen gewinnen.

Abschließend sollten Sie überlegen, wie Sie die Beteiligten am Inklusionsprozess dauerhaft motivieren können. Die Steigerung und Aufrechterhaltung der Motivation ist wichtig, um alle bei der Stange zu halten. Informieren Sie alle Beteiligten – auch ihre Besucherschaft – über Fortschritte, zum Beispiel mit Aushängen, Versammlungen, pädagogischen Tagen, Arbeitskreisen und Ähnlichem. Ermöglichen Sie den Beteiligten auch einen regelmäßigen Austausch. In diesem Rahmen können Sie auch Unzufriedenheiten in der Besucherschaft aufdecken und nach gemeinsamen Lösungen suchen.

Sie haben in Ihrer Einrichtung vermutlich bereits die Erfahrung gemacht, dass man bei inklusiven Angeboten inhaltlich zwischen Aktivitäten zur Sensibilisierung und inklusiven Aktivitäten unterscheiden kann. Da Ihre Einrichtung im Inklusionsprozess schon weit fortgeschritten ist, führen Sie vermutlich beide Formen bereits parallel durch. Schließlich wissen Sie, dass die nicht behinderten Teilnehmer*innen im Vorfeld einer inklusiven Aktivität für die Belange behinderter Menschen sensibilisiert werden müssen. Hinzu kommt, dass die Sensibilisierung ein wichtiger Bestandteil beziehungsweise ein wesentliches Ziel vieler inklusiver Angebote darstellt.

Wie Sie vielleicht wissen, richten sich Sensibilisierungsaktivitäten in der Regel an nichtbehinderte Menschen (aber nicht nur!) und sollen dazu beitragen, die Besucherschaft und/oder die Öffentlichkeit für die Belange behinderter Menschen zu sensibilisieren. Hierbei müssen Menschen mit Behinderung nicht zwangsläufig mit dabei, d.h. räumlich anwesend sein. Bereits in den ersten beiden Phasen des Index-Prozesses, in denen es darum geht, die Einrichtung auf das Thema Inklusion vorzubereiten, wurden in Ihrer Einrichtung bestimmt schon  Sensibilisierungsaktivitäten durchgeführt (z.B. in Form von Inklusionsforen oder Fortbildungsangeboten für ehrenamtliche Kräfte). Dabei haben Sie vielleicht schon in Gruppen, die sich nur aus nichtbehinderten BesucherInnen zusammensetzen und keine oder wenige Erfahrungen mit behinderten Menschen haben, das Thema Behinderung in der Gruppenaktivität didaktisch aufgenommen und im gemeinsamen Handeln bearbeitet. Dass Sie die Sensibilisierung durch Simulationsaktionen oder Rollenspiele erzielen können, ist Ihnen bestimmt auch nicht fremd. Vielleicht können Sie aber mit der ein oder anderen folgenden Methode die Sensibilisierung Ihrer Besucherschaft weiterentwickeln: Rollstuhlparcours, Aktionen im Dunkeln wie Dunkelrestaurants oder ‚Blind-Date-Dinner‘, Blindentischtennis, Sinnesparcours oder die Methode ‚Rollmops‘ usw. Wir möchten Sie dabei auch daran erinnern, dass vor allem behinderte Menschen die benötigten Informationen und das Wissen über Behinderungen konkret weitergegeben sollten. Nutzen Sie also auch und vor allem deren Wissen als „ExpertInnen in eigener Sache“. Durch diese Aktionen und die aktive Beteiligung von Menschen mit Behinderung können einerseits BesucherInnen ohne Behinderung Einblicke in die Lebensumstände eines behinderten Menschen erlangen und andererseits Menschen mit Behinderung Mut gemacht werden.

Dass inklusive Aktivitäten konkrete Angebote sind, die als Kommunikations- und Interaktionsräume zwischen Besucher*innen mit und ohne Behinderung dienen, ist Ihnen sicher bekannt. Diese Angebote sollen das gegenseitige Helfen fördern und den Aufbau von Freundschaften ermöglichen. Deshalb haben Sie in Ihrer Einrichtung auch vermutlich bereits Angebote initiiert und gestaltet, die auf das Kennenlernen und den Beziehungsaufbau zwischen Menschen mit und ohne Behinderung zielen. Doch werden diese Aktivitäten auch von einer/m Betreuer*in qualifiziert angeleitet und moderiert? Finden sie in einer positiven Atmosphäre statt? Bedenken Sie darüber hinaus: Der Erfolg inklusiver Aktivitäten ist immer dann besonders hoch, wenn dabei die Zusammenarbeit der ganzen Gruppe gefragt ist, zum Beispiel beim gemeinsamen Kochen oder dem gemeinsamen Arbeiten an einem Projekt. Besonders geeignet sind Aktivitäten, bei denen alle Beteiligten neue Erfahrungen machen können und keine Gruppe einen Wissens- oder Erfahrungsvorsprung mitbringt. Das können sowohl musische, künstlerische und erlebnispädagogische Aktivitäten als auch offene Angebote sein. Für die Durchführung inklusiver Angebote besteht bereits eine große Palette an Möglichkeiten. Vielleicht ist Ihnen eine der folgenden konkreten Praxisaktivität noch unbekannt und könnte als Anregung  dienen: Ausflüge und Ausfahrten, Konzerte, „Café Inklusive“, Ferienfreizeiten, Kinderspielstadt, Theatergruppen, Zirkusprojekte oder Sportangebote wie Rollstuhlfechten, Rollstuhlbasketball oder Rollstuhltischtennis, Entwicklung von Comicgeschichten.

Wir gehen ferner davon aus, dass Sie als Inklusionsprofi auf leistungsorientierte Angebote und wettbewerbsorientierte Spiele verzichten beziehungsweise diese entsprechend modifiziert haben. Wenn nicht, holen Sie es nach! Vermeiden Sie dabei auch Gruppeneinteilungen nach physischen oder psychischen Leistungen oder Beeinträchtigungen und die damit verbundenen Wettbewerbssituationen. In diesem Kontext möchten wir Sie auch nochmals daran erinnern, dass Sie Spiel- und Teilnahmeregeln so gestalten oder abändern können, dass alle Besucher*innen positive Erfahrungen machen. Wichtig ist auch, dass in Ihren bestehenden und neuen Angeboten die Gemeinsamkeiten von Besucher*innen mit und ohne Behinderung entdeckt und thematisiert werden. Zum Beispiel, dass die unterschiedlichen Besucher*innen  mit und ohne Behinderung die gleiche Musik hören, die gleichen Filme oder das gleiche Computerspiel mögen.

Achten Sie auch darauf, dass Sie in Ihren Angeboten Vielfalt und Heterogenität als Stärke nutzen. Nicht behinderte Besucher*innen sollen zwar ein Gefühl dafür bekommen, welchen Barrieren Menschen mit Behinderung gegenüberstehen – etwa durch das Fahren eines Rollstuhls. Genauso bedeutsam ist es aber, die Stärken von Besucher*nnen mit Behinderung aufzuzeigen.

Wir empfehlen Ihnen erstens gemeinsam Aktivitäten und Tätigkeiten auszuwählen, die Ihre Besucher*innen mit Behinderung besonders gut können – etwa sich aufgrund von Blindheit in einer Dunkelaktion orientieren zu können – und zweitens Ihre Besucher*innen mit Behinderung in solche Aktionen einzubeziehen. Wie Sie mit Sicherheit wissen, spielt die Partizipation aller Besucher*innen, also auch die Beteiligung von Menschen mit Behinderung, eine wesentliche Rolle bei der Gestaltung inklusiver Angebote. Diese sollten entlang den Bedürfnissen und Interessen aller Beteiligten ausgestaltet werden. Entwickeln Sie also unbedingt entsprechende Beteiligungsstrukturen. Damit die Angebote nachhaltig wirken können, sollten die inklusiven Aktivitäten regelmäßig über einen längeren Zeitraum stattfinden sowie in kleinen Gruppen durchgeführt werden.

Ein weiteres Thema im Kontext inklusiver Aktivitäten kann der Umgang mit Konflikten zwischen den Teilnehmer*innen mit und oder Behinderung sein. Haben Sie damit schon Erfahrungen gemacht? Wenn ja, haben Sie als passende Umgangsstrategie das Thema Behinderung vermutlich in der Gruppe thematisiert. Das sollten Sie auch weiterhin beziehungsweise ab jetzt tun. Bei allen Konflikten, die direkt oder indirekt mit dem Thema Behinderung zusammenhängen, ist es wichtig, das Thema Behinderung didaktisch aufzuarbeiten, etwa in Form von Rollenspielen oder als Gesprächskreise. Die Besucher*innen mit Behinderung sollten dabei auf jeden Fall für sich selbst sprechen. Entwickeln Sie dafür einen passenden Rahmen.

Eine sehr wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Gestaltung von inklusiven Angeboten ist auch, dass Sie sich als Mitarbeiter*innen bei der Planung von Angeboten und Aktivitäten über die Sicherstellung der Unterstützung Gedanken machen. Und die jeweils notwendige spezifische Unterstützung in Ihrer Einrichtung auch tatsächlich gewährleisten. Dazu ist häufig auch Wissen über Behinderungen notwendig. Erkundigen Sie sich bei der Planung Ihrer Angebote deshalb schon im Vorfeld über den jeweiligen Unterstützungsbedarf der Teilnehmer*innen mit Behinderung, zum Beispiel durch einen vorgefertigten Fragebogen oder eine Checkliste. Hier ist, wie Sie sicher schon festgestellt haben, der Austausch mit den Eltern und/oder Einrichtungen beziehungsweise Diensten der Behindertenhilfe besonders wichtig und hilfreich. Er dient auch zur Klärung von Ängsten und Bedenken rund um die Versorgung und Betreuung von Teilnehmer*innen mit Behinderung.

Wir gehen davon aus, dass Sie in Ihrer Einrichtung bereits ehrenamtlich Engagierte einsetzen und eigene Unterstützungsstrukturen geschaffen haben – also zum Beispiel ehrenamtliche Unterstützerkreise aufgebaut,„Freizeitassistent*nnen“ geschult oder Assistenzpools geschaffen haben. Auf diese Ressourcen greifen Sie vermutlich zurück, wenn es um den konkreten Planungs-, Durchführungs- und Evaluationsprozess Ihrer inklusiven Angebote sowie um die Sensibilisierungsaktivitäten und/oder um die Arbeit im Inklusionsteam geht. Aber wissen Sie auch, dass sich die Unterstützerkreise und Assistent*innen konkret mit einer persönlichen beziehungsweise personenzentrierten Zukunftsplanung kombinieren lassen? Oder dass man auch im offenen Betrieb – zum Beispiel im Regelbetrieb in einem Jugendhaus – auf ehrenamtliche Unterstützung in Form von Assistenzpools oder Unterstützerkreise bauen kann? Profis aus der Behindertenhilfe kennen diese Methoden oft; nutzen Sie das bei ihnen vorhandene Wissen. Der Einsatz von ehrenamtlichen Kräften bei verschiedenen Angeboten entlastet nicht nur Ihr hauptamtliches Personal. Außerdem steigert die Angebotsvielfalt auch die Motivation von ehrenamtlichen Kräften und hält diese bei der Stange. Das ist wichtig, um geschulte ehrenamtlich Engagierte dauerhaft zu halten. Auch die Einbindung in das hauptamtliche Team, die Wertschätzung ihrer Arbeit, die Initiierung regelmäßiger Treffen und die Möglichkeit, an Schulungen oder Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen teilzunehmen motiviert ehrenamtlich Tätige. Selbstverständlich müssen Sie für das Einlernen und die Rücksprache mit den ehrenamtlichen Kräften entsprechende Ressourcen einplanen und sich parallel kontinuierlich um die Gewinnung weiterer ehrenamtlich Engagierter kümmern.

Wir gehen davon aus, dass Sie bereits verschiedene Kooperationsbeziehungen mit relevanten Akteur*innen eingegangen sind. Wie Sie vermutlich festgestellt haben, sind Kooperationen mit ortsansässigen Einrichtungen oder Interessensvertretungen von Menschen mit Behinderung im Hinblick auf die Planung und Durchführung inklusive Angebote besonders hilfreich. Einrichtungen der Behindertenhilfe – zum Beispiel Wohn- und Werkstätten, Offene Hilfen, Förderschulen, diverse Selbsthilfegruppen und Vereine für Menschen mit und ohne Behinderung – bringen alle benötigten Kenntnisse für die Begleitung von Menschen mit Behinderung mit. Das macht sie für den Wissenstransfer und Informationsaustausch sehr interessant und hilfreich. Als einen weiteren Schritt empfehlen wir Ihnen daher, in Kontakt zu weiteren wünschenswerten Kooperationspartner*innen zu treten, aber auch die bestehenden Kooperationen zu intensivieren und auf ihr Gelingen hin zu prüfen. Fragen Sie sich in Bezug auf Ihre bestehenden Kooperationsbeziehungen zum Beispiel, ob…

  • …die definierten Vereinbarungen auch tatsächlich umgesetzt werden.
  • …eine Plattform für einen regelmäßigen Austausch besteht  – zum Beispiel in Form von gemeinsamen Arbeitskreisen, angeleiteten Workshops, Zukunftskonferenzen, Leitlinien oder Manuals.
  • …Möglichkeiten zur Informationseinholung bezüglich folgender Themen bestehen:
    • angemessener Umgang mit behinderten Teilnehmer*innen;
    • passende Angebotsinhalte bei inklusiven Angeboten wie Ferienprogrammen, Ausflügen, Theatergruppen;
    • rechtliche Belange auch während der Angebote
  • …sie sich bei Bedarf, etwa für Sensibilisierungsaktionen, entsprechende Materialien ausleihen können. Also zum Beispiel bei einem Blindenverein vor Ort spezielle Brillen mieten, um so Ihre Besucher*innen ohne Behinderung für das Erleben von Menschen mit einer Sehstörung sensibilisieren zu können.
  • …Sie auf konkrete Unterstützung vor Ort, etwa in Form von gemeinsamen Kooperationsprojekten, hoffen können.
  • …Sie die Kooperationspartner*innen auch zur Unterstützung beziehungsweise als Anbieter*innen für Bildungsmaßnahmen zum Thema Inklusion für Mitarbeiter*innen und Ehrenamtliche nutzen können.

 

Während die Vernetzung mit Einrichtungen der Behindertenhilfe Eltern mit behinderten Kindern Sicherheit bietet, geht es in der Kommunikation mit Eltern von Kindern ohne Behinderung vor allem um die Aufklärung und Sensibilisierung für die Chancen inklusiver Angebote. Dazu zählen die Verbesserung der Sozialkompetenz und der Aufbau von Toleranz. Außerdem haben Sie sicher schon festgestellt, dass Sie diesen Eltern oft verdeutlichen müssen, dass ihre Kinder keinesfalls Nachteile durch die Teilnahme von Kindern mit Behinderung haben.

Sowohl während als auch am Ende eines inklusiven Angebots sollten Sie es im Hinblick auf die Inklusionspotenziale, die Sicherstellung der Unterstützung und die darin stattfindenden Gruppenprozesse im Team mit Professionellen und Ehrenamtlichen reflektieren und evaluieren, zum Beispiel in regelmäßigen Teamsitzungen oder Dienstbesprechungen. Hier ist insbesondere darauf zu achten, Befindlichkeiten, Berührungsängste und Unsicherheiten im Umgang mit Ihrer Besucherschaft zu thematisieren: Wird die Besucherschaft und das Gemeinwesen tatsächlich durch jenes Angebot sensibilisiert? Können mit den jeweiligen Angeboten tatsächlich Berührungsängste und Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderung abgebaut werden? War die benötigte Unterstützung zu jeder Zeit sichergestellt? Es bietet sich an, Fachkräfte der Behindertenhilfe in solche Gespräche mit einzubinden. Methodisch eigenen sich Beobachtungen, zum Beispiel zur Interaktionshäufigkeit zwischen behinderten und nicht-behinderten Teilnehmer*innen sowie Befragunge – zum Beispiel Gruppenbefragungen oder kürzere qualitative Interviews. Was eine Gesamtevaluation auf Einrichtungs- oder Trägerebene betrifft, sollten hierzu auf jeden Fall die Leitindikatoren des Index als auch die Prozessindikatoren verwendet werden.

Jedes inklusive Angebot sollten Sie reflektieren und evaluieren – sowohl während der Laufzeit als auch nach dem Abschluss. Dabei sollten Sie im Team mit Professionellen und Ehrenamtlichen vor allem besprechen, ob das erwartete Inklusionspotenzial erreicht wurde, wie die Gruppenprozesse im Rahmen des Angebots aussahen und ob die notwendige Unterstützung gewährleistet werden konnte. Planen Sie für Reflexion und Evaluierung am besten regelmäßige Termine ein.

Thematisieren Sie auch Befindlichkeiten, Berührungsängste und Unsicherheiten im Umgang mit den Besucher*innen und stellen Sie sich die folgenden Fragen: Werden die Besucher*innen und das Gemeinwesen tatsächlich durch das Angebot sensibilisiert? Können mit den jeweiligen Angeboten wirklich Berührungsängste und Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderung abgebaut werden? War die benötigte Unterstützung zu jeder Zeit sichergestellt?  Es bietet sich an, Fachkräfte der Behindertenhilfe in solche Gespräche mit einzubinden. Methodisch eignen sich unter anderem Beobachtungen – zum Beispiel zur Interaktionshäufigkeit zwischen Teilnehmer*innen mit und ohne Behinderung –sowie Befragungen, etwa in Form von Gruppenbefragungen oder kürzeren qualitativen Interviews. Für eine Gesamtevaluation, etwa auf Einrichtungs- oder Trägerebene, sollten auf jeden Fall die Leitindikatoren des Indexes für Inklusion verwendet werden. Zur weiteren Orientierung können Sie die Beschreibung des Index-Prozesses nutzen.