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Einstufung: Inklusionsgeübte

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Sicherlich kennen Sie schon die wichtigste Voraussetzung für die Gestaltung inklusiver Aktivitäten: Sie müssen sicherstellen, dass alle Besucher*innen gleichberechtigt am Angebot teilhaben können und die entsprechende Unterstützung bereitstellen. Dazu gehört unter anderem, dass Sie bedarfsgerechte Hilfeleistungen schaffen und Ressourcen mobilisieren müssen, die die individuelle Unterstützung von Besucher*innen mit besonderen Bedarfen gewährleisten.

Laut Ihren Testergebnissen wissen Sie über diese Voraussetzungen bereits Bescheid und setzen sie sogar schon ansatzweise in die Praxis um. Hier und da benötigen Sie allerdings noch Anregungen und Ideen dafür, wie Sie Ihre Aktivitäten und Angebote noch inklusiver gestalten und dabei auch geeignete Unterstützungsmöglichkeiten für Besucher*innen mit Behinderung entwickeln und zur Verfügung stellen können. Diese Anregungen möchten wir Ihnen im Folgenden geben.

Unsere Handlungsempfehlung für Ihre Einrichtung

Was ist zu tun?

Falls Sie es noch nicht getan haben, empfehlen wir Ihnen zu analysieren und zu reflektieren, ob die Inhalte und die Gestaltung Ihrer bestehenden Angebote eine gleichberechtigte Teilhabe und Mitwirkung von Besucher*innen mit und ohne Behinderung ermöglichen. Wenn nicht, sollten Sie die Angebote entsprechend modifizieren. Vermutlich haben Sie schon Aktivitäten zur Sensibilisierung von nicht behinderten Menschen für die Belange  von Menschen mit Behinderung durchgeführt. Erweitern Sie Ihr Angebotsspektrum aber auch um inklusive Angebote, die als Möglichkeit zur Kontaktaufnahme, zum Kennenlernen und zum Beziehungsaufbau dienen. Neue beziehungsweise weitere inklusive Angebote setzen voraus, dass Sie Art, Ziele und Inhalte Ihrer Angebote reflektieren und gegebenenfalls Veränderungen vornehmen.

Außerdem ist es notwendig, dass Sie – so noch nicht geschehen – Unterstützungsstrukturen in Ihrer Einrichtung aufbauen. Denn die individuelle Unterstützung von Besucher*innen mit Behinderungen muss zu jeder Zeit gewährleistet sein, da nur dadurch ihre Teilnahme an inklusiven Angeboten möglich ist. Damit das gelingt, ist es wichtig, ehrenamtliche Kräfte, Eltern, örtliche Einrichtungen und Dienste der Behindertenhilfe sowie Initiativen und Vereine behinderter Menschen einzubeziehen. Und das nicht nur bei der Planung und Durchführung der Angebote, sondern auch im Hinblick auf Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen beziehungsweise Schulungen. Last but not least sollten Sie die Qualität Ihre bestehenden und neu hinzukommenden inklusiven Aktivitäten und Angebote durch Reflexion und Evaluation überprüfen.

…und was bedeutet das nun konkret für die Praxis?

Die Umsetzung von Inklusion kann als ein zirkulärer Prozess verstanden werden. Er teilt sich in fünf Phasen auf. Sie befinden sich derzeit in der Phase 2 oder 3. Innerhalb dieser Phasen geht es schwerpunktmäßig um die Planung und Umsetzung inklusiver Praktiken (Index für Inklusion).

Im Folgenden wollen wir Ihnen in sieben Bereichen aufzeigen, welche Maßnahmen Sie ergreifen müssen, um eine inklusive Praxis in Ihrer Einrichtung weiter auszubauen.

Zu Beginn Ihres Inklusionsvorhabens haben Sie eventuell schon eine Steuerungsgruppe innerhalb Ihrer Einrichtung gegründet. Wenn nicht, holen Sie es nach! Denn solch ein Inklusionsteam, das die Prozesse steuert und koordiniert, erleichtert Ihnen den Weg zu einer inklusiven Einrichtung enorm. Dem Team sollten neben Mitarbeitenden, Leitung und Trägervertreter*innen auch Vertreter*innen der Besucher*innen sowie Externe aus der Gemeinde angehören. Das können Eltern, die Fachberatung oder Gemeindevertreter*innen sein. Sinnvoll ist auch die Einbindung von Profis aus der Behindertenhilfe. Die Steuerungsgruppe sollte zunächst die aktuelle Situation Ihrer Einrichtung im Hinblick auf die Einrichtungskultur (Dimension A) und die Einrichtungsstrukturen (Dimension B) analysieren. Darauf aufbauend sollten Sie sich in der Steuerungsgruppe Gedanken über die Gestaltung  inklusiver Angebote und Aktivitäten machen. Wichtig bei der Planung und Umsetzung inklusiver Angebote und Aktivitäten ist immer die Frage der passenden Unterstützung für Teilnehmende mit Behinderung. Hierbei sollten Sie unbedingt das Wissen von Einrichtungen beziehungsweise Diensten der Behindertenhilfe nutzen. Mit ihrer Hilfe können Sie den Unterstützungsbedarf klären und konkrete Unterstützungsmöglichkeiten entwickeln. Wegen des spezifischen Wissens von Profis aus der Behindertenhilfe, bietet sich ein Austausch mit ihnen auf der Basis von Kooperationen an. Die Expert*innen können Ihnen erklären, welche Formen der Behinderung welche Art von Unterstützung nötig machen. Außerdem wissen sie, wie eine personenzentrierte Unterstützungsplanung aussehen kann und kennen die entsprechenden Methoden, zum Beispiel Unterstützerkreise. Zunächst wäre es also wichtig, solche Kontakte zu intensivieren und regelmäßige Treffen zu organisieren. Im zweiten Schritt können Sie auf Basis dieser Kooperationen dann einen konkreten Unterstützungsplan entwickeln und bei der Umsetzung gegebenenfalls ehrenamtliche Kräfte einbinden. Vermutlich haben Sie in Ihrer Einrichtung bereits eine/n verantwortliche Ansprechpartner*in für inklusive Angebote etabliert. Wenn nicht, empfehlen wir Ihnen, auch dies nachzuholen!  Diese Person erleichtert den Zugang zu Ihren inklusiven Angeboten, indem sie diese koordiniert und als Ansprechperson insbesondere für Eltern und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung fungiert. Sie übernimmt eine Art Vermittlerrolle zwischen der Einrichtung, den dort tätigen Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen, den Eltern und den jeweiligen Assistenzkräften.

Zur besseren Veranschaulichung der verschiedenen Angebotsinhalte wird im Folgenden zwischen Aktivitäten zur Sensibilisierung und inklusiven Aktivitäten unterschieden. Beide Formen sollten Sie in Ihrer Einrichtung parallel durchführen! Denn wie Sie bestimmt wissen, sind inklusive Angebote darauf angewiesen, dass die nicht behinderten Teilnehmer*innen im Vorfeld für die Belange und den jeweiligen Unterstützungsbedarf von Menschen mit Behinderung sensibilisiert werden. Hinzu kommt, dass die Sensibilisierung ein wichtiger Bestandteil beziehungsweise  ein wesentliches Ziel vieler inklusiver Angebote darstellt.

Bieten Sie bereits Sensibilisierungsaktivitäten an, wissen Sie über deren Ziel und Wirkung vermutlich schon Bescheid. Wir erinnern Sie deshalb nur daran, dass Sensibilisierungsaktivitäten sich in der Regel  – aber nicht nur! – an Menschen ohne Behinderung richten. Sie sollen dazu beitragen, die Besucher*innen und/oder die Öffentlichkeit für die Belange von Menschen mit Behinderung zu sensibilisieren. Menschen mit Behinderung müssen bei diesen Aktivitäten nicht zwangsläufig mit dabei sein. Wir gehen davon aus, dass Sie bereits in den ersten beiden Phasen des Index-Prozesses, in denen es darum geht, die Einrichtung auf das Thema Inklusion vorzubereiten, fortwährend Sensibilisierungsaktivitäten durchgeführt haben – zum Beispiel in Form von Inklusionsforen oder Fortbildungsangeboten für ehrenamtliche Kräfte. Wenn nicht, holen Sie das nach! Und wenn doch, halten Sie diese Form von Angeboten am Laufen! Unser Tipp für Sie: Bei Gruppen aus nicht behinderten Besucher*innen, die keine oder wenige Erfahrungen mit behinderten Menschen haben, sollten Sie das Thema Behinderung in der Gruppenaktivität didaktisch aufnehmen und im gemeinsamen Handeln bearbeiten. Dazu bieten sich Simulationsaktionen oder Rollenspiele an – zum Beispiel Rollstuhlparcours, Aktionen im Dunkeln wie Dunkelrestaurants oder „Blind-Date-Dinner“, Blindentischtennis, Sinnesparcours oder die Methode „Rollmops“. Auch sollten Informationen und Wissen über Behinderungen konkret weitergegeben werden. Dieses Wissen kann auch von Menschen mit Behinderung selbst vermittelt werden. Durch diese Aktionen sollen Ihre Besucher*innen ohne Behinderung Einblicke in die Lebensumstände von behinderten Menschen erlangen, und gleichzeitig Menschen mit Behinderung Mut gemacht werden.
Wie Ihnen vermutlich schon bekannt ist, sind inklusive Aktivitäten Angebote, die als Kommunikations- und Interaktionsräume zwischen Besucher*innen mit und ohne Behinderung dienen. Sie sollen das gegenseitige Helfen fördern und den Aufbau von Freundschaften ermöglichen. Deshalb kommt es darauf an, Angebote zu initiieren und zu gestalten, die auf das Kennenlernen und den Beziehungsaufbau zwischen Menschen mit und ohne Behinderung zielen. Dass solche Aktivitäten oft die Anleitung und Moderation durch eine/n Betreuer*in und eine positiven Atmosphäre erfordern, haben Sie bestimmt schon bei der Gestaltung und Durchführung Ihrer bisherigen inklusiven Aktivitäten festgestellt. Genauso, wie Sie vermutlich bemerkt haben, dass für den Erfolg eines inklusiven Angebots vor allem die Art und das Ziel des jeweiligen Angebots wesentlich sind. So ist der Erfolg inklusiver Aktivitäten dann besonders hoch, wenn dabei die Zusammenarbeit der ganzen Gruppe gefragt ist, zum Beispiel beim gemeinsamen Kochen oder dem gemeinsamen Arbeiten an einem Projekt. Beachten Sie also weiterhin, dass das gemeinsame Tun und Erleben im Mittelpunkt stehen muss und dass Sie Aktivitäten anbieten, bei denen alle Beteiligten neue Erfahrungen machen können. Bewährt haben sich beispielsweise folgende Praxisaktivitäten: Ausflüge und Ausfahrten, Konzerte, „Café Inklusive“, Ferienfreizeiten, Kinderspielstadt, Theatergruppen, Zirkusprojekte oder Sportangebote wie Rollstuhlfechten, Rollstuhlbasketball oder Rollstuhltischtennis, Entwicklung von Comicgeschichten. Überlegen Sie vorab immer, ob und inwiefern eine Gruppe einen Wissens- oder Erfahrungsvorsprung hat. Vermeiden Sie Gruppeneinteilungen nach physischen und psychischen Leistungen oder Beeinträchtigungen und die damit verbundenen Wettbewerbssituationen. Gestalten Sie die Spiel- und Teilnahmeregeln vielmehr so, dass alle Besucher*innen positive Erfahrungen machen können. Sehr wichtig ist es auch, in den Angeboten die Gemeinsamkeiten von Besucher*innen mit und ohne Behinderung zu entdecken und zu thematisieren. Zum Beispiel, dass zwei Jugendliche mit und ohne Behinderung die gleiche Musik hören oder das gleiche Computerspiel mögen. Gleichzeitig sollten Sie darauf achten, dass Sie in Ihren Angeboten Vielfalt und Heterogenität als Stärke nutzen. Zwar sollten nicht behinderte Besucher*innen ein Gefühl dafür bekommen, welchen Barrieren Menschen mit Behinderung gegenüberstehen – etwa durch das Fahren eines Rollstuhls. Genauso bedeutsam ist es aber, die Stärken von Besucher*innen mit Behinderung aufzuzeigen. Wählen Sie also auch Aktivitäten und Tätigkeiten aus, die Ihre Besucher*innen mit Behinderung besonders gut können, etwa sich aufgrund von Blindheit in einer Dunkelaktion orientieren zu können. Wichtig ist dabei immer, dass Sie Ihre Besucher*innen mit Behinderung in solche Aktionen einbeziehen. Sie treten nämlich – so haben Erfahrungen gezeigt – oft in den Hintergrund, obwohl die Partizipation aller Besucher*innen, also auch die Beteiligung von Menschen mit Behinderung, eine wesentliche Rolle bei der Gestaltung inklusiver Angebote spielt. Schaffen Sie hierzu geeignete Beteiligungsmöglichkeiten. Alle inklusiven Angebote sollten entlang den Bedürfnissen und Interessen aller Beteiligten ausgestaltet werden. Damit die Angebote nachhaltig wirken können, sollten die inklusiven Aktivitäten regelmäßig über einen längeren Zeitraum stattfinden sowie in kleinen Gruppen durchgeführt werden.

Vielleicht haben Sie in Ihren bisherigen inklusiven Angeboten bereits Erfahrungen mit Konflikten zwischen den Teilnehmer*innen mit und ohne Behinderung gemacht. Wenn ja, wie sind Sie mit den Konflikten umgegangen? Haben Sie das Thema Behinderung in der Gruppe thematisiert? Wir empfehlen Ihnen, das weiterhin beziehungsweise in Zukunft zu tun. Bei allen Konflikten, die direkt oder indirekt mit dem Thema Behinderung zusammenhängen, ist es wichtig, das Thema Behinderung didaktisch aufzuarbeiten, etwa in Form von Rollenspielen oder als Gesprächskreise. Die Besucher*innen mit Behinderung sollten dabei auf jeden Fall für sich selbst sprechen.

Eine sehr wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Gestaltung von inklusiven Angeboten ist auch, dass Sie sich als Mitarbeiter*innen in der Planung von Angeboten und Aktivitäten über die Sicherstellung der Unterstützung Gedanken machen. Wie Sie wissen, muss die jeweils benötigte Unterstützung stets vorhanden sein  – und häufig auch das entsprechende Wissen über Behinderungen. Daher müssen Sie sich bei der Planung Ihrer Angebote im Vorfeld über den jeweiligen Unterstützungsbedarf der Teilnehmer*innen mit Behinderung erkundigen, zum Beispiel durch einen vorgefertigten Fragebogen oder eine Checkliste. Hier ist, wie Sie vielleicht schon festgestellt haben, der Austausch mit den Eltern und/oder Einrichtungen beziehungsweise Diensten der Behindertenhilfe besonders wichtig und hilfreich. Er dient auch zur Klärung von Ängsten und Bedenken rund um die Versorgung und Betreuung von Teilnehmer*innen mit Behinderung.
Hatten Sie bisher noch keine Möglichkeit, ehrenamtlich Engagierte zu gewinnen und zu qualifizieren, empfehlen wir Ihnen, dieses Thema zeitnah anzugehen. Schaffen Sie sich eigene Unterstützungsstrukturen, zum Beispiel, in dem Sie ehrenamtliche Unterstützerkreise aufbauen,„Freizeitassistent*innen“ schulen oder Assistenzpools schaffen. Unterstützerkreise und Assistent*innen können dann auch in Kombination mit einer persönlichen beziehungsweise personenzentrierten Zukunftsplanung genutzt werden. Profis aus der Behindertenhilfe kennen diese Methoden, nutzen Sie hier also das vorhandene Wissen. Ihre ehrenamtlich Engagierten können Sie in den Planungs- und Durchführungsprozess Ihrer inklusiven Angebote und Sensibilisierungsaktivitäten einbeziehen, aber auch in Ihr Inklusionsteam. Darüber hinaus sind ehrenamtliche Kräfte neben hauptamtlichen Fachkräften insbesondere im offenen Bereich, zum Beispiel im Regelbetrieb in einem Jugendhaus, wichtig. Hier bietet es sich an, einen Assistenzpool aufzubauen, damit die Unterstützung zu jeder Zeit gesichert ist. Bedenken Sie dabei aber, dass ehrenamtlich Engagierte regelmäßig durch einen/e hauptamtliche/n Mitarbeiter*in begleitet, betreut und angeleitet werden sollten.

Wie Sie vermutlich bereits festgestellt haben, sind Kooperationen mit ortsansässigen Einrichtungen oder Interessensvertretungen von Menschen mit Behinderungen sehr hilfreich. Ziehen Sie bei der Planung und Durchführung inklusiver Angebote Personen hinzu, die Kenntnisse in der Begleitung von Menschen mit Behinderung haben. Sie können für den Wissenstransfer und Informationsaustausch nützlich sein, da sie über das notwendige Wissen im Hinblick auf Unterstützung und Förderbedarf verfügen. Die Kooperation kann in Form von gemeinsamen Arbeitskreisen, angeleiteten Workshops, Zukunftskonferenzen oder in Form von Leitlinien und Manuals umgesetzt werden. Für Sensibilisierungsaktionen können auch entsprechende Materialien ausgetauscht werden. So können Sie zum Beispiel bei einem Blindenverein vor Ort spezielle Brillen mieten, um damit Ihre Besucher*innen ohne Behinderung für das Erleben von Menschen mit einer Sehstörung zu sensibilisieren. Vielleicht haben sich in Ihrer Einrichtung Kooperationen auch schon für gemeinsame Projekte vor Ort als äußerst nützlich erwiesen. Deshalb empfehlen wir Ihnen, diese Ressourcen im Rahmen der Durchführung inklusiver Aktivitäten und Angebote einzusetzen. Nicht zuletzt haben Kooperationen eine große Bedeutung für die Elternarbeit. Während die Vernetzung mit Einrichtungen der Behindertenhilfe Eltern mit behinderten Kindern Sicherheit bietet, geht es in der Kommunikation mit Eltern von nicht behinderten Kindern vor allem um die Aufklärung und Sensibilisierung für die Chancen inklusiver Angebote. Dazu zählen die Verbesserung der Sozialkompetenz und der Aufbau von Toleranz. Außerdem haben Sie sicher schon festgestellt, dass Sie diesen Eltern oft verdeutlichen müssen, dass ihre Kinder keinesfalls Nachteile durch die Teilnahme von Kindern mit Behinderung haben.

Bieten Sie bereits Schulungen und Möglichkeiten zur Fort- und Weiterbildung an? Wenn nicht, empfehlen wir Ihnen, das nachzuholen. Und dabei darauf zu achten, dass Sie erstens die Schulungen und Weiter- / Fortbildungen nicht nur für ehrenamtlich Engagierte, sondern auch für Ihre Mitarbeiter*innen anbieten und sie zweitens in Kooperation mit Einrichtungen beziehungsweise Diensten der Behindertenhilfe durchführen. Die Veranstaltungen dienen zum Einen dazu, die Mitarbeiter*innen und Ehrenamtliche auf das Erkennen und Einschätzen des Unterstützungsbedarfs der Besucher*innen vorzubereiten. Außerdem erfahren sie hier, welche Anforderungen die Planung, Organisation und Durchführung inklusiver Angebote mit sich bringen. Neben der Vermittlung von Wissen über Behinderungen, passende Angebotsinhalte sowie pflegerische und sonderpädagogische Anforderungen dienen die Schulungen auch als Sensibilisierungsmaßnahmen für die Belange von Besucher*innen mit Behinderung. Auch lernen die Teilnehmenden, wie man angemessen mit Gruppenprozessen umgeht.

Bieten Sie bereits Sensibilisierungsaktivitäten und inklusive Angebote an, sollten Sie diese nach der Durchführung regelmäßig reflektieren und evaluieren. Das gilt sowohl für bereits bestehende als auch für neu hinzukommende Angebote. Besprechen Sie im Team mit Professionellen und Ehrenamtlichen vor allem, ob das erwartete Inklusionspotenzial erreicht wurde, wie die Gruppenprozesse im Rahmen des Angebots aussahen und ob die notwendige Unterstützung gewährleistet werden konnte. Folgende Fragen sollten Sie sich hierbei stellen: Werden die Besucher*innen und das Gemeinwesen tatsächlich durch das jeweilige Angebot sensibilisiert? Können damit tatsächlich Berührungsängste und Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderung abgebaut werden? War die benötigte Unterstützung zu jeder Zeit sichergestellt? Thematisieren Sie hier auch Befindlichkeiten, Berührungsängste und Unsicherheiten im Umgang mit den Besucher*innen. Es bietet sich an, Fachkräfte der Behindertenhilfe in solche Gespräche mit einzubinden. Methodisch eignen sich unter anderem Beobachtungen – zum Beispiel zur Interaktionshäufigkeit zwischen Teilnehmer*innen mit und ohne Behinderung –sowie Befragungen, etwa in Form von Gruppenbefragungen oder kürzeren qualitativen Interviews. Für eine Gesamtevaluation, etwa auf Einrichtungs- oder Trägerebene, sollten auf jeden Fall die Leitindikatoren des Indexes für Inklusion verwendet werden. Zur weiteren Orientierung können Sie die Beschreibung des Index-Prozesses nutzen.