Kommunikative Barrierefreiheit bei Veranstaltungen

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Die Kommunikation zwischen Menschen ist sehr vielfältig und nicht immer leicht. Auch bei Veranstaltungen kann es vorkommen, dass einige Menschen das Dargebotene nicht oder nur teilweise hören oder verstehen beziehungsweise nicht sehen können.

Eine Kinderhand liest einen Text in Brailleschrift

Damit das nicht passiert, sollten Sie die Möglichkeiten unterschiedlicher Kommunikationsformen kennen: Viele gehörlose Menschen nutzen die Gebärdensprache, andere benötigen das gesprochene Wort zusätzlich in Schriftsprache, also als Schriftdolmetschung. Blinde Menschen brauchen Beschreibungen für Fotos oder Videos. Das klingt nach viel Aufwand, aber auch hier gilt: Auch eine einfache und verständliche Sprache in Texten und gesprochener Sprache zu nutzen, ist ein erster Schritt zu mehr Barrierefreiheit. Ebenfalls ein beeindruckender Türöffner in Richtung Barrierefreiheit ist das Thema Gebärdensprache. Ein Gebärdensprachdolmetscher, der ein Theaterstück oder Lied übersetzt, ist nicht nur ein Muss für gehörlose Menschen sondern fasziniert alle Anwesenden und regt zu interessanten Gesprächen über die Schönheit der Gebärdensprache an.

Maßnahmen zur kommunikativen Barrierefreiheit

Für schriftliche Angebote wie Broschüren, Einladungen, Websites


  • bieten Sie Ihre Informationen zusätzlich in Leichter oder Einfacher Sprache an

Leichte Sprache ist vor allem für Menschen mit Lernschwierigkeiten, aber auch Kinder oder Nicht-Muttersprachlacher hilfreich. Einfache Sprache nutzt verstärkt auch Piktogramme und Bilder und unterstützt Menschen, die nicht gut lesen und schreiben können.


  • bieten Sie Informationen auch in Brailleschrift an

Brailleschrift ist Blindenschrift, bei der man mit den Fingerkuppen die Buchstaben fühlen kann. Sie ist aufwändig in der Produktion für Printprodukte, aber ein spannender Gesprächsanlass.


  • weisen Sie in der Ankündigung auf Ihrer Webseite, auf Handzetteln oder in E-Mails extra darauf hin, welche Maßnahmen zur Barrierefreiheit Sie anbieten –  das zeigt einerseits ihr Engagement und ermutigt Menschen mit Behinderungen an ihrer Veranstaltung teilzunehmen

  • verwenden Sie bei Grafik und Bildern ausreichende Kontraste und mindestens Schriftgröße 12 sowie keine rot-grün Farbtöne

  • für Moderatoren, Bühnenakteure oder Veranstaltungsmitarbeiter: sensibilisieren Sie für langsam und deutlich gesprochene, klare Sprache

  • übersetzen Sie wichtige Informationen in Leichte Sprache oder Gebärensprache beziehungsweise nutzen Sie Schriftdolmetschung

Für Übersetzung in Leichte Sprache können Sie zahlreiche Agenturen und Dienstleister kontaktieren, die dies für Sie übernehmen. Für die Übersetzung in Gebärdensprache können Sie verschiedene Netzwerke, Gehörlosenverbände und Dolmetscher kontaktieren. Auch in Sachen Schriftdolmetschung gibt es zahlreiche Dienstleister, die parallel zum gesprochenen Wort verschriftlichen. Das Ergebnis wird dann sofort präsentiert.

Tipps für die Umsetzung in der Praxis

Ein Mann folgt einer Lesung über Kopfhörer

Bedarfe im Vorfeld abfragen

Sie planen eine Veranstaltung, bei der man sich vorher anmelden muss? Dann haben Sie es schon von Anfang an leichter: Fragen Sie schon bei der Anmeldung den Bedarf an Maßnahmen zur Barrierefreiheit ab. Mittlerweile ist es durchaus üblich, den Bedarf an Behindertentoiletten, Gebärdensprach-dolmetschern, Texten in Leichter Sprache oder einem Blindenleitsystem zu klären. Fragen Sie bei Unsicherheit oder im Zweifel bei den Angemeldeten nach.

Viele Kommunikationswege anbieten

Bei der Einladung von Gästen und Besuchern: Denken Sie daran, den Kontakt in möglichst vielen Formen zu ermöglichen: Per Telefon, E-Mail, Fax, Post, SMS oder Messenger-Diensten wie WhatsApp & Co. So telefonieren zum Beispiel viele gehörlose Menschen nicht, sondern nutzen E-Mail, SMS oder Messenger. Blinde Menschen dagegen telefonieren eher oder nutzen Kommunikationsmittel wie E-Mail oder SMS, die sie sich mittels VoiceOver oder Sprachausgaben vorlesen lassen. Je mehr Wege Sie zu ihrem Angebot anbieten, desto mehr Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen haben die Möglichkeit, sich bei Ihnen zu melden.

Weiterführende Quellen zum Thema

Gebärdensprachdolmetscher


Professionelle Gebärdensprachdolmetscher am besten über die jeweiligen Vermittlungszentralen der Bundesländer
Gehörlosenverbund Dolmetscherzentralen

Freiberuflich arbeitende Dolmetscher
deafbase.de

Tipps für die Bestellung eines Gebärdensprachdolmetschers
dgsd.de – Informationen zum Gebärdensprachdolmetschen

Häufig gestellte Fragen und die dazugehörigen Antworten
dgsd.de – Sonstiges

Beratungsstellen
Schwerhörigen-Netz

Leichte Sprache


Wissenswertes zu Leichter Sprache
Leichte Sprache

Wörterbuch Leichte Sprache
Hurraki

Simultanübersetzer in Leichte Sprache
Anne Leichtfuß
Kirsten Czerner-Nicolas

Wissenswertes zu Einfacher Sprache
Einfache Sprache Bonn

Schriftdolmetscher
Bundesverband der Schriftdolmetscher Deutschlands

Wissenswertes zu Brailleschrift
Webseite des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes nachlesen

Menschen mit Behinderung auf Augenhöhe ansprechen
Leidmedien

Umfangreiche Links zur barrierefreien Kommunikation
Webseite der Bundesfachstelle Barrierefreiheit

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