Das wir gewinnt

Ich führe immer wieder die gleichen Gespräche mit Eltern, die Angst haben, dass ihr Kind nicht genug lernt, beziehungsweise in inklusiven Settings zu kurz kommt. Was sind in diesem Kontext die fünf wichtigsten Argumente?

Antwort von Lisa Reimann:
 
Alle Studien zum Lernerfolg zeigen: Schülerinnen und Schüler lernen nicht schlechter, wenn Kinder mit Förderbedarf die Klasse besuchen. Sie lernen genauso gut wie Schülerinnen und Schüler in nicht inklusiven Klassen. In einigen Studien weisen sie sogar bessere Ergebnisse auf als in Klassen ohne Kinder mit Behinderungen. Ein Grund für diese guten Ergebnisse ist die Differenzierung und die inklusive Didaktik. Die kooperativen Arbeitsformen und die individuelle Förderung aller Kinder wirken sich positiv auf die Lernprozesse aus. Fakt ist: Die Leistungsheterogenität, also die unterschiedlichen Voraussetzungen der Schülerschaft in einer Klasse, ist für die Leistungsentwicklung völlig egal (vgl. DESI 2006, S. 52). Inklusive Settings mit ihren komplexeren sozialen Situationen bieten vielfältigere Entwicklungs- und Lernmöglichkeiten. Die Stärkung des Sozialverhaltens, der Empathie, Rücksichtnahme und die Förderung von

Teamwork sind Softskills, die in unserer Gesellschaft und Arbeitswelt immer wichtiger werden. Das Gefühl der Anerkennung und die Willkommenskultur tragen zu einem angstfreien Klima bei. Kinder, die der permanenten Angst ausgesetzt sind, „sitzen zu bleiben“, die Schule wechseln zu müssen oder zu versagen, können nicht gut lernen. Inklusive Bildung vertritt ein demokratisches Bildungsverständnis. Alle Kinder sollen gleichberechtigt und chancengleich lernen können.


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