Grundsätzlich kann jeder Mensch die Deutsche Gebärdensprache erlernen. Das geht zum Beispiel mit einem Kurs an der Volkshochschule, Gebärdensprachschule und Hochschule. Außerdem gibt es eine Reihe an Materialien und Übungen, mit denen man die Gebärdensprache und Regeln lernen kann. Auch Wörterbücher sind vorhanden. Da die DGS aber eine visuelle Sprache ist, ist es am einfachsten, die Gebärden in Kontakt mit jemand anderen zu üben. Die Arbeit mit einem Wörterbuch hilft aber als Gedankenstütze für die Zeichen.
Regeln für die Gebärdensprache
Die Deutsche Gebärdensprache funktioniert dreidimensional. Nicht nur die verschiedenen Zeichen der Hände sind wichtig, sondern auch die Position der Gebärden vor dem Körper. Auch mit der Mimik im Gesicht wird viel ausgedrückt, vor allem die Gefühle. Außerdem können einige Adjektive mithilfe von Mimik gezeigt werden, zum Beispiel „groß“ durch aufgeblasene Wangen.
Manche Wörter sind „ikonisch“, also bildhaft. Sie zeigen also eine Bewegung, die das Wort ziemlich genau wiedergeben. Das Zeichen für „Baby“ ist zum Beispiel, dass man einen Säugling bildhaft vor dem Körper wiegt. Das können auch Menschen verstehen, die keine Gebärdensprache gelernt haben. Die meisten der Gebärden sind aber nicht ikonisch und müssen erlernt werden – eben wie andere Fremdsprachen auch.
Übrigens: Auch in der Gebärdensprachgemeinschaft gibt es Links- und Rechtshänder*innen. Üblicherweise benutzen die Menschen ihre dominante Hand, also rechts als Rechtshänder*in und links als Linkshänder*in. Für manche Gebärden werden aber auch beide Hände gleichzeitig verwendet.
Das Sprachsystem der DGS hat auch eine andere Grammatik, als die gesprochene Sprache. Während die Sätze in der Alltagssprache die Reihenfolge von Subjekt - Verb - Objekt befolgen, steht in der Gebärdensprache das Objekt direkt hinter dem Subjekt. Also „Ich Buch kaufen.“ Mithilfe von Richtungsverben wird außerdem deutlich gemacht, wer oder was das Objekt im Satz ist. Beim Verb „fragen“ zum Beispiel, kann die Bewegung von der sprechenden Person zum Gegenüber gehen. Das heißt: „Ich frage dich“. Wird die Gebärde von der anderen Person zur redenden Person ausgeführt, bedeutet dies: „Du fragst mich.“