Gastronomie und Barrierefreiheit

Restaurants und Cafés bieten tolle Möglichkeiten zur Begegnung. Hier können wir Freund*innen treffen, kulinarische Besonderheiten probieren und unsere Freizeit verbringen. Damit auch Menschen mit Behinderung überall dabei sein können, müssen diese Orte barrierefrei sein – sowohl für die Gäste als auch für die Mitarbeitenden der Einrichtungen.

Wo lauern Barrieren?

Für Gäste kann schon der Eingang zum Laden eine Schwierigkeit sein: Treppen oder Stufen sind für Menschen mit Rollstuhl, Rollator oder auch Kinderwagen schwer zu bewältigen. Hier können Rampen helfen, die den Eingang barrierefrei machen. Bei der Lebenshilfe in Viersen können beispielsweise mobile Rampen ausgeliehen werden, um sie an Eingängen zu Cafés, Restaurants oder Geschäften zu montieren. So können auch Menschen mit körperlicher Behinderung in die Lokalitäten kommen.

Ein anderes Hindernis kennen viele von uns aus dem Urlaub: Die Speisen- und Getränkekarte ist komplett unverständlich! Menschen mit Behinderung erleben das leider auch in ihrem Alltag häufig, zum Beispiel Menschen mit Lernschwierigkeiten, die komplizierte Wörter nicht so leicht verstehen oder nicht so gut lesen können. Dann hilft eine Karte mit Fotos der Gerichte, so wie das Café des Vereins Lebensart e. V. in Gotha sie anbietet. Auch blinde oder sehbehinderte Menschen sind auf eine Alternative oder eben Unterstützung zur gedruckten Karte angewiesen. Einige Lokale haben auch Kommunikationskarten für gehörlose Menschen im Angebot, damit Servicekräfte und Gäste miteinander in Austausch gehen können.

Nach dem Getränk oder dem Essen wartet die nächste Barriere bei den Toiletten: die Zugänge sind oftmals zu eng, sodass Menschen mit Rollstuhl erst gar nicht dorthin kommen. Viele Rollstuhlfahrer*innen stellen sich deshalb bereits im Voraus darauf ein, für ein paar Stunden nicht zur Toilette zu können. Damit die Örtlichkeiten barrierefrei sind, sollten die Türen groß genug sowie Haltegriffe und niedrige Waschbecken vorhanden sein. 

Rollstuhlgerechte Orte finden
Mit der Online-Karte von Wheelmap kannst du rollstuhlgerechte Cafés, Restaurant und noch viele andere Orte suchen und finden. 

Voneinander lernen

In der Gastronomie und Hotellerie kann Inklusion auch anderweitig umgesetzt werden: Durch die Mitarbeit von Menschen mit Behinderung. Im Café Weitwinkel in Balingen arbeiten zum Beispiel Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam in verschiedenen Bereichen zusammen – im Service, in der Küche oder hinter der Theke.

Das hat viele Vorteile. Die Angestellten können Barrieren konkret aufdecken und so dabei unterstützen, diese abzubauen. Davon profitiert auch der oder die Inhaber*in, denn ohne Barrieren wird der Ort auch für Gäste mit Behinderung attraktiver.

Durch das Miteinander von Gästen und Mitarbeitenden entsteht außerdem ein echter Austausch. Auf diese Weise werden nicht nur Barrieren abgebaut, sondern es wird auch ein echtes Bewusstsein für Bedarfe von Menschen mit Behinderung geschaffen.

Eine Gruppe Menschen steht  vor eine Theke, sie tragen Schürzen.

Perspektiven schaffen

Gleichzeitig tragen inklusive Betriebe dazu bei, die Arbeitssituation für Menschen mit Behinderung zu verbessern und ihnen Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt geben, wie zum Beispiel das Hotel Franz in Essen. Leider ist die Arbeitslosenquote bei Menschen mit Behinderung immer noch sehr hoch. Das hat unser Inklusionsbarometer im Jahr 2021 aufgedeckt. Daher sind Jobangebote in einem barrierefreien Umfeld besonders wichtig, um den Arbeitsuchenden neue Chancen für Erwerbstätigkeiten zu geben.

Förderung für Projekte

Die Aktion Mensch möchte mit ihren Förderprogrammen dazu beitragen, Inklusion an vielen Orten in der Gesellschaft zu ermöglichen. Auch im Alltag und in der Freizeit soll es Menschen mit Behinderung möglich sein, alle Orte besuchen zu können, ohne dabei auf Barrieren zu stoßen. Mit unseren Fördermitteln unterstützen wir Betriebe, Verein und Organisationen, die Barrieren abbauen und so zu mehr Inklusion betragen möchten. 

Das könnte dich auch interessieren