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Mit Engagement und Herzblut: Vorbilder für Menschen mit Behinderung schaffen

Ich bin Daniela und seit mehr als sieben Jahren gehe ich ohne Füße, dafür aber mit zwei Beinprothesen durch die Welt. Gespräche mit anderen Betroffenen haben mir damals geholfen, meinen eigenen Weg zu finden. Deshalb engagiere ich mich heute selbst ehrenamtlich und begleite Menschen, die vor einer Amputation stehen, auf dem Weg in ihr neues Leben.

Zwei Frauen sitzen auf einem Mäuerchen und schauen sich an. Eine Frau sieht man von vorne, die andere von hinten. Beide tragen an beiden Beinen Prothesen.

Mein Name ist Daniela und seit einigen Jahren engagiere ich mich ehrenamtlich für das Projekt "Peers im Krankenhaus" . Hierbei beraten Menschen, die selbst von einer Amputation betroffen sind, Patienten, die die Amputation noch vor sich haben.

Mir persönlich halten meine Besuche im Krankenhaus immer wieder einen Spiegel vor und erinnern mich daran, dankbar zu sein, dass ich die Kraft hatte meinen Weg zu gehen, den die Patienten noch vor sich haben.

Auf der Suche nach Vorbildern

Mein lebensveränderndes Jahr war 2013. Mein Körper reagierte wie mit einem allergischen Schock auf Bestandteile des Medikaments Heparin, das mir aufgrund einer akuten Venenentzündung verabreicht wurde. In Folge erlitt ich eine lebensbedrohliche Blutvergiftung. Die Amputation war meine einzige Überlebenschance.

Als ich langsam auf dem Weg der Besserung war, fing ich an, nach Menschen zu suchen, die Ähnliches durchgemacht hatten, wollte mein Leben wieder in Angriff nehmen und mich wieder frei und unabhängig fühlen. Meine Suche nach Vorbildern war jedoch sehr ernüchternd.

Erst in der Reha half mir der persönliche Austausch mit anderen, teilweise schon langjährig amputierten Anwendern, mit meinen Herausforderungen viel besser klar zu kommen. Diese positiven Erfahrungen im direkten Kontakt mit anderen Betroffenen führten dazu, dass ich mich unbedingt auch selbst engagieren und meine eigenen Erfahrungen weitergeben wollte.

Persönlicher Kontakt als Hilfe zur Selbsthilfe

Zwei Frauen stehen nebeneinander auf einem Platz. Eine hat langes, gewelltes Haar, eine Brille auf der Stirn und ist sehr groß. Die andere Frau ist kleiner und hat blondes Haar. Sie nutzt Unterarm-Gestützen. Beide Frauen sieht man nur bis zu den Oberschenkeln.

Aktives Zuhören ist bei meinem Engagement besonders wichtig. Auch Empathie und zwischen den Zeilen lesen zu können ist eine wichtige Fähigkeit in meiner Funktion als Peer-Beraterin. Jeder Mensch und seine Situation ist individuell und daher gibt es nicht den Masterplan, den man Punkt für Punkt im Gespräch abhaken kann.

Als Peer gebe ich die Lösungen nicht vor, sondern versuche, Hilfestellung zu geben. Ich unterstütze mit meinem Engagement Betroffene dabei, ihren eigenen Weg im Leben zu finden und im besten Fall zu helfen, dass sie gestärkt aus der Krise kommen.

So wie bei Jana, die nach einer doppelseitigen Thrombose aufgrund einer Immunerkrankung seit 2019 mit ihrer Unterschenkelamputation lebt. „Ich bin dankbar, dass jemand von Anfang an meiner Seite war, der mich begleitet; ob nun in fachlichen Fragen oder sei es einfach nur auf einen Kaffee, um am gesellschaftlichen Leben wieder teilzunehmen und um sich auszutauschen“, sagt Jana über unsere Zusammenarbeit.

Von sozialem Engagement profitieren alle Beteiligten

Auch mir selbst gibt soziales Engagement viel. Ich bekomme die Möglichkeit, über den Tellerrand des eigenen Alltags zu schauen, die Perspektive zu wechseln und meinen Horizont zu erweitern. Ich habe gelernt, mich und meine Sicht der Dinge nicht in den Vordergrund zu stellen, sondern Verständnis für die Situation der Anderen zu entwickeln. Soziales Engagement kann daher eine Möglichkeit sein, Barrieren abzubauen und mehr Teilhabe zu ermöglichen.

Engagement in den Alltag zu integrieren ist leichter als man denkt

Grundsätzlich denke ich, dass sich schon sehr viele Menschen engagieren. Nicht unbedingt so öffentlich wie ich es tue. Aber soziales Engagement fängt zum Beispiel schon damit an, für die älteren Nachbarn einkaufen zu gehen. Ich glaube, das Bedürfnis zu helfen ist in sehr vielen Menschen tief verankert. Besonders in schwierigen Zeiten rücken die Menschen näher zusammen. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass auch noch mehr Menschen mit Behinderung ihre Geschichten öffentlich teilen und damit möglicherweise ein Vorbild sein können. "Eine inklusive Gesellschaft voranzubringen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und braucht das Engagement vieler", findet auch Jana.

Wenn man sich überlegt, mit welchen Themen man sich emotional verbunden fühlt, dann wird man schnell merken, für was man bereit ist, seine Zeit zu investieren.

Und wenn man ehrlich ist, kann jeder auf ein bis zwei Stunden Fernseh- oder Handykonsum im Monat verzichten. Ein gutes Gespräch, das Gefühl etwas Positives beigetragen zu haben, gibt einem so viel mehr Energie als einen Abend Binge Watching zu machen.

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