Was ist das Down-Syndrom?

Es gibt ganz verschiedene Arten von Behinderungen. Eine davon ist das Down-Syndrom, ein angeborene Genveränderung. Wir erklären dir, wie das Down-Syndrom zustande kommt und wie Menschen mit der Besonderheit leben.

Rund 5 Millionen Menschen weltweit leben mit dem Down-Syndrom. Das eine angeborene genetische Besonderheit. Denn bei den Menschen ist ein zusätzliches Chromosomenpaar im Körper vorhanden. Die Person hat dann nicht 46, sondern 47 Chromosomen. 

Die Besonderheit ist im Chromosom Nummer 21, denn das liegt beim Down-Syndrom dreimal vor. Deshalb heißt die Genveränderung auch „Trisomie 21“: „Tri“ steht für drei und „soma“ für Chromosom.

Down-Syndrom feststellen

Heutzutage kann schon im Mutterleib festgestellt werden, ob das Baby das Down-Syndrom hat. Dafür wird das Blut des Babys auf die Chromosomenanzahl überprüft. Ob die werdenden Eltern diesen Test zum Down-Syndrom durchführen oder nicht, entscheiden sie selbst. Dieser Test wird zurzeit stark diskutiert. Einige Menschen finden gut, wenn man vor der Geburt eine Behinderung feststellen kann. Andere sagen, dass damit leichtfertig über Leben und Tod von Kindern mit Behinderung entschieden wird.

In Deutschland werden jährlich etwa 1.200 Babys mit Down-Syndrom geboren. Allerdings ist diese Zahl nur geschätzt, weil es keine offizielle Statistik gibt. Die Ursache für das genetische Phänomen ist unklar. Die Entwicklung von Menschen mit Down-Syndrom ist ganz individuell – manche benötigen ihr Leben lang Unterstützung, andere können selbstständig leben. Hierfür ist wichtig, dass sie gut gefördert werden, zum Beispiel durch Inklusion und barrierefreie Angebote in der Schule und am Arbeitsplatz.

Richtige Symptome für das Down-Syndrom gibt es übrigens nicht, weil es keine Krankheit, sondern eine Genvariante ist. Allerdings haben die Betroffenen ähnliche äußerliche Merkmale, zum Beispiel die Kopfform, Augen und Ohren. Auch bestimmte gesundheitliche Probleme kommen bei Menschen mit Down-Syndrom häufiger vor, zum Beispiel Diabetes, Herzfehler oder Magen-Darm-Störungen. Auch das Risiko für Leukämie ist für Menschen mit Down-Syndrom deutlich erhöht.

Eine junge Frau zeichnet.

Leben mit dem Down-Syndrom

Die Lebenserwartung für Menschen mit Down-Syndrom liegt heutzutage bei ca. 60 Jahren. Das ist ein großer Fortschritt im Vergleich zu früher. Mit der richtigen Förderung ist ein eigenständiges Leben für viele Menschen mit Down-Syndrom möglich. 

Mit regelmäßiger Physiotherapie können Menschen mit Down-Syndrom zum Beispiel ihre motorischen Fähigkeiten ausbauen. Logopädie kann dabei helfen, die sprachliche Entwicklung der Kinder zu fördern. Manchmal geschieht das auch über die Gebärdensprache, weil visuelles Lernen für Kinder einfacher ist. In einem integrativen Kindergarten können die Mädchen und Jungen gemeinsam mit gesunden Kindern lernen.

Denn die Forschung hat herausgefunden, dass sich bei Menschen mit Down-Syndrom die Intelligenz langsamer als bei anderen Personen entwickelt. So können auch Kinder mit Down-Syndrom zum Beispiel Lesen und Schreiben lernen. Für viele steht damit auch der Weg in ein Berufsleben offen, sofern sie einen Arbeitgeber finden, der sie unterstützt.

Deshalb gibt es keinen allgemeingültigen Weg, mit der Genveränderung und den Herausforderungen umzugehen. Denn auch Menschen mit Down-Syndrom haben individuelle Einschränkungen und auch Fähigkeiten.

Berühmte Menschen mit Down-Syndrom

Mittlerweile gibt es auch einige berühmte Menschen mit Down-Syndrom. Zum Beispiel das Model Sofía Jirau, das für eine Mode-Marke arbeitet. Auch im Filmbusiness sehen wir immer öfter Menschen mit Trisomie 21, zum Beispiel Carina Kühne, Luisa Wöllisch oder Sebastian Urbanski. Dass Menschen mit Down-Syndrom mittlerweile auch öfter in der Öffentlichkeit auftreten, hilft dabei, Vorurteile abzubauen und die Vielfalt unserer Gesellschaft zu zeigen. 

Übrigens wird jedes Jahr am 21. März der Welt-Down-Syndromtag gefeiert. An dem Tag stehen die Menschen mit Trisomie 21 im Vordergrund. Der Aktionstag wirbt für mehr Förderung und Inklusion für Menschen mit Down-Syndrom. 

Litereraturhinweise:

Porträt von Carina Kühne: eine junge Frau mit langen blonden Haaren und Brille.

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