11 Vorurteile über Inklusion - wir machen Schluss damit!

Inklusion? Na klar! Laut einer Umfrage der Aktion Mensch von 2019 ist sich die große Mehrheit der Deutschen einig: Menschen mit und ohne Behinderung sollten in unserer Gesellschaft gleichberechtigt zusammenleben. In der Praxis jedoch hält sich so manches Vorurteil hartnäckig. Wir haben die 11 häufigsten Vorurteile über Inklusion einem Faktencheck unterzogen!
Ein orange-farbener Kreis. Darin befindet sich ein Ausrufezeichen sowie die Worte

1. Menschen mit Behinderung sind grundsätzlich hilfsbedürftig.

Ein Frau steht mit ihrem Blindenhund auf einem Fußweg.
Frei nach dem Pfadfindermotto „jeden Tag eine gute Tat“ werden manche Mitbürger*innen schnell aktiv, wenn sie einen Menschen mit Behinderung sehen: Blinde werden über die Straße geführt, Kleinwüchsigen die Nudeln aus dem Supermarktregal gereicht und Rollstuhlfahrer*innen rasch über die Bordsteinkante geschoben. Denn all diese hilflosen Menschen brauchen schließlich unsere Unterstützung – immer und überall. Oder etwa nicht?

2. Menschen mit Behinderung können nie so glücklich sein wie Menschen ohne Behinderung.

Eine Frau mit Downsyndrom eng umschlungen mit einem Mann auf der Tanzfläche.
Ein Leben mit einer körperlichen oder auch geistigen Einschränkung – in der Vorstellung vieler Nichtbehinderter kann ein solches Leben nicht wirklich glücklich sein. Denn hadern Menschen mit einer Behinderung nicht tagtäglich mit ihrem „Schicksal“?

3. Inklusion ist ein Luxus, um den man sich kümmern kann, wenn alle anderen gesellschaftlichen Probleme gelöst sind.

Eine Hand hält einen Keks mit bunten Streuseln.
Inklusion ist ja schön und gut – aber in manchen Bereichen ist der Aufwand einfach zu groß. Unsere ohnehin oft knappen finanziellen und personellen Ressourcen müssen für wichtigere gesellschaftliche Belange eingesetzt werden. Der Wunsch nach Inklusion lässt sich eben nicht immer erfüllen.

4. Inklusion braucht einfach noch mehr Zeit.

Ein Junge im Rollstuhl und ein Mädchen mit Kopfhörer stehen vor einem Aquarium.
Ja klar, Inklusion finden wir gut. Aber bleiben wir doch mal realistisch: Konzepte müssen erstellt und Ressourcen geschaffen werden. Und dann muss das alles ja auch noch umgesetzt werden. Das geht nicht von heute auf morgen.

5. Inklusion ist teuer - und wir alle sollen dafür zahlen!

Ein Mann im Rollstuhl fährt über eine Rampe.
Barrierefreie Busse und Bahnhöfe, Rampen und Behindertentoiletten in öffentlichen Gebäuden oder inklusive Schulen – Inklusion kostet sehr viel Geld. Und dieser ganze Aufwand nur für eine kleine Minderheit!

6. Inklusion? Das ist doch nur ein Thema für Schulen...

Ein junger und ein alter Mann sitzen auf einer Bank und lachen gemeinsam.
Inklusion ist ein neuer, äußerst umstrittener Trend in der Bildung: Kinder mit und ohne Behinderung sollen gemeinsam in Regelschulen lernen. Das interessiert doch nur Familien mit Schulkindern.

7. Kinder mit Behinderung bremsen das Lerntempo der ganzen Klasse.

Zwei Jungen, einer davon im Rollstuhl, lachen gemeinsam.
Kinder mit einer geistigen Behinderung, Verhaltensauffälligkeiten oder einer Lernschwäche lernen langsamer als nichtbehinderte Kinder und sind irgendwann auch überfordert. Außerdem brauchen sie alle Aufmerksamkeit der Lehrkräfte. Darunter leiden dann auch Lerntempo und Lernerfolg der anderen Schüler*innen.

8. Regelschulen können nicht alle Kinder mit Förderbedarf aufnehmen.

Ein Mädchen steht auf einem Klettergerüst.
Wenn tatsächlich die Förderschulen abgeschafft werden, wo sollen dann alle diese Kinder hin? Für so viele Kinder mit Behinderung haben die Regelschulen gar nicht genügend Kapazitäten.

9. Arbeitgeber müssen viel Geld investieren, um ihr Unternehmen barrierefrei zu machen.

Mehrere Menschen mit und ohne Behinderung gehen eine Treppe herauf.
Menschen mit Behinderung einzustellen ist für Unternehmen ganz schön aufwändig. Rampen, behindertengerechte Toiletten, besondere Schreibtische und solche Dinge kosten Arbeitgeber viel Geld.

10. Menschen mit Behinderung sind nicht so leistungsfähig – und dann auch noch unkündbar.

Ein Mann pflegt den Rasen in einem Fußballstadion.
Arbeitnehmer*innen mit Behinderung sind aufgrund ihrer Einschränkungen nicht so belastbar wie Menschen ohne Behinderung. Und wenn die Leistung nicht mehr stimmt, müssen sie trotzdem weiter bezahlt werden – sie sind ja unkündbar.

11. Menschen mit Behinderung können keine Familie gründen bzw. sich nicht um ihre Kinder kümmern.

Eine blinde Frau hält ihre Tochter im Arm.
Familie und Kinder trotz Behinderung? Eltern müssen sich um ihre Kinder kümmern können – immer und jederzeit. Menschen mit Behinderung sind selbst auf Hilfe angewiesen. Wie sollen sie da Verantwortung für ein Kind tragen?

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