Wenn Musik lebendig wird

Mit den Händen Musik machen: Im „HandsUp“-Chor, werden die Lieder nicht gesungen, sondern gebärdet. Damit begeistert unser Förderprojekt ein immer größer werdendes Publikum.
Frauen und Männer gebärden einen Liedtext.

Ein grauer Hamburger Regentag. Während die Tropfen draußen an die Scheibe prasseln, beginnt im treffpunkt.altona die wöchentliche Probe des HandsUp-Chors. Jeden Donnerstag kommt die Gruppe aus etwa 30 Gebärdenpoetikern zusammen, übt neue Lieder ein und bereitet sich für anstehende Auftritte vor.

„Hier im HandsUp-Chor ist alles kunterbunt“, erzählt Margit Langenbacher, Leiterin des treffpunkt.altona, „ die Kleinste ist vier, der Älteste Mitte 60, es sind hörende Menschen, nicht-hörende Menschen, Menschen mit und ohne Behinderung, mit psychischen Erkrankungen oder mit Sinnesbehinderung. Der HandsUp-Chor ist so inklusiv wie wir es bisher noch nie geschafft haben.“

Vor vier Jahren ging es los, zunächst mit einem Workshop in Gebärdensprache und den ersten eingeübten Liedern. Zu Ende stand schnell fest: Wir haben Lust auf mehr! „HandsUp“ war geboren. Heute ist unser Förderprojekt weit über Hamburgs Stadtgrenzen bekannt: Schon jetzt werden die ersten Auftritte für 2019 geplant, in diesem Jahr ist der Chor bereits komplett ausgebucht.

Es geht nicht um Perfektion

Darüber freut sich auch Ines Helke, die Chorleiterin: „Es ist so toll, dass wir Hörgeschädigten unsere schöne Gebärdensprache an Hörende weitergeben können. Es ist uns ganz wichtig zu zeigen, ‚Hey, auch ihr Hörenden, auch ihr könnt Gebärdensprache erlernen‘. Es geht bei uns nicht um Perfektion, sondern darum, dass wir alle gemeinsam Spaß haben“.

Auch bei der Chorprobe ist den Sängern der gemeinsame Spaß deutlich anzusehen. Wenn sie wie heute neue Musikstücke einüben, werden die unbekannten Gebärden Zeile für Zeile eingeübt, bis das Lied bei allen sitzt – ganz egal ob Muttersprachler oder Anfänger.

Für Margit Langenbacher ist der Erfolg des HandsUp-Chors und der Spaß der Teilnehmer vor allem eines: Ein Zeichen für gelungene Inklusion.

„Ich finde es immer toll zu sehen, wenn man Beispiele hat, dass Inklusion funktioniert“, sagt sie, „Überall heißt es immer: ‚Das ist so schwierig, wie soll das gehen‘. Der Chor ist ein kleines Beispiel, aber aus kleinen Anfängen sind wir schon so groß gewachsen. Wir ziehen alle an einem Strang und alle gehen respektvoll miteinander um. Das ist wirklich großartig“.

Zwei Kinder mit und ohne Behinderung liegen sich lachend in den Armen. Davor eine Glücks-Los Abbildung.

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