Freunde fürs Leben – vor und hinter der Kamera

Zwei Jungen mit und ohne Behinderung sitzen an einem Tisch im Freien und spielen mit Ketchup.

Thibaud und Leopold sind junge Schauspieler. Beim Dreh zum neuen Kampagnenfilm der Aktion Mensch haben sie sich kennengelernt – und sind Freunde geworden.

Schon bei ihrem ersten Treffen am Filmset haben sich die beiden Jungs auf Anhieb gut verstanden. Sie hatten riesigen Spaß bei den gemeinsamen Szenen, aber auch in der Freizeit nach den Dreharbeiten.

„Ich würde dich am liebsten heiraten“

"Ich spiele und lache gerne mit Leopold. Ich finde es super, dass er mein Freund ist", so Thibaud. Der Abschied nach dem Dreh fiel beiden schwer. „Ich freue mich, dass wir uns jetzt auch in Berlin regelmäßig sehen. Wir haben schon öfter telefoniert und uns ein paar Mal getroffen“, erzählt Leopold. „Anfang Mai waren wir zum Beispiel zusammen mit unseren Familien essen und auf dem Spielplatz. Es ist toll, dass wir uns kennengelernt haben.“ Er mag an Thibaud, dass er sich nicht verstellt, sondern direkt sagt, was er denkt und fühlt. „Einmal hat er gesagt, er würde mich am liebsten heiraten“, lacht er.

Zwei Jungen sitzen an einem Tisch im Freien und jubeln. Der Junge mit Down-Syndrom hat seinen Arm um seinen Sitznachbarn gelegt und zeigt das Victory-Zeichen.

Berührungsängste? Fehlanzeige!

Leopold geht – wenn er nicht gerade vor der Kamera steht – auf die Grundschule in Kleinmachnow in Brandenburg. Er hat viele Hobbys: Schwimmen, Klettern, Tennis spielen und Musizieren – aber besonders wichtig ist ihm die Schauspielerei. Im Alltag hat er wenig mit Kindern mit Behinderung zu tun. Trotzdem hat er keine Berührungsängste, sondern geht ganz offen auf andere zu. „Ich finde, dass Kinder mit einer Behinderung überall dabei sein sollten“, meint er. Auch seine Mutter Jana findet es toll, dass er so offen ist und Thibaud und er so gute Freunde geworden sind: „Die Jungs waren sofort auf einer Wellenlänge. Dieses Treffen war eine Fügung.“ Dass die beiden sich direkt gut verstanden haben, ist nicht überraschend. Auch Thibaud, der das Down-Syndrom hat und die dritte Klasse einer Berliner Gemeinschaftsschule besucht, ist schon fast ein Schauspiel-Profi und, ebenso wie Leopold, ein begeisterter Sportler: Er ist in einem Leichtathletikverein, schwimmt gerne und liebt Musik.

„Wir erleben immer wieder“, so Thibauds Mutter, „dass Begegnungen von Kindern mit und ohne Behinderung zu einem selbstverständlicheren Umgang führen. Das funktioniert auch auf Thibauds Schule gut. Die anderen ziehen ihn mit. Kinder haben damit keine Probleme, sie denken nicht so in Schubladen." Die beiden Jungs sehen das genauso: Sie verstehen sich und haben richtig viel Spaß – egal, ob beim gemeinsamen Burger essen oder beim Toben auf dem Spielplatz.   

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