Ein Soundtrack zur Inklusion

Manchmal wird aus kleinen Ideen ganz schnell etwas Großes: Beim Jugendaktionscamp 2019 hatte Rapper SittinBull (alias Dennis) zu einem Rap-Workshop eingeladen. Aus einer ersten Text- und Melodie-Idee der beiden Camp-Teilnehmer*innen Tamara und Yasha entwickelte sich dabei innerhalb kürzester Zeit ein mitreißender Song: ein Soundtrack zur Inklusion. Dennis und Tamara haben uns erzählt, wie sie die Entstehung des BUNT-Songs erlebt haben.

Ein Song entsteht

Die Jugendcampteilnehmer Yasha und Tamara präsentieren den Bunt-Song zum ersten Mal auf einer Bühne.

Dennis: Genau 60 Minuten Zeit hatten die Teilnehmer*innen meines Hip-Hop-Workshops beim Jugendaktionscamp #MissionInklusion, um einen eigenen Song zu texten. Kaum war die Stunde um, präsentierte Tamara mir den Song, den sie angefangen hatte zu schreiben, und begleitete ihn auch direkt mit der Gitarre. Ich war baff! Text und Rhythmus haben mich sofort abgeholt. Ich hatte einen Ohrwurm und beschloss am darauffolgenden Tag Tamara zu fragen, ob sie Lust auf eine Song-Kooperation hätte.

Tamara: Ich schreibe gerne über Momente und lasse mich von der Energie anderer leiten. Beim Workshop habe ich versucht zu fühlen, was für eine Stimmung in diesem Raum ist. Zack, standen die ersten Zeilen. Den perfekten Feinschliff in Text und Melodie kamen dann am Nachmittag beim gemeinsamen Tüfteln zusammen mit Yasha Müller – da wurde der Song zu dem, was er jetzt ist. Und auf einmal wurde unser kleines Zimmerchen, in dem wir gewerkelt haben, immer voller. Vom Tagungsraum ging es direkt auf die Bühne und am nächsten Morgen schon zur ersten kleinen "Studio"-Aufnahme.

Ab ins Tonstudio

Dennis: Tamara und ich feilten ein paar Wochen später gemeinsam an den Texten von unserem Song "BUNT" und trafen uns bei mir im münsterländischen Lüdinghausen. Hier befindet sich auch das Tonstudio von Dieter Steffan, der sich für das Projekt bereit erklärt hat. Für mich war ein Aufnahmetag im Tonstudio nichts Neues, aber ich glaube Tamara war schon ein wenig aufgeregt.

Tamara: Die Aufnahmen im Studio war schon etwas neu für mich, da ich sonst eher für mich zuhause aufnehme und mich ein bisschen ausprobiere aber es hat sehr viel Spaß gemacht und die Erfahrungen, die ich sammeln konnte waren sehr interessant und lehrreich. Die ausgelassene und lockere Stimmung war angenehm und haben das Arbeiten gleich viel produktiver gemacht.

Das bedeutet Musik für mich

Dennis und Tamara lachen in die Kamera.

Dennis: Musik war schon immer meine Leidenschaft. Musik ermutigt mich wenn ich am Boden liege und tröstet mich wenn ich traurig bin. Musik lacht mit mir wenn die Sonne scheint oder rastet mit mir aus wenn ich sauer bin. Musik macht keine Unterschiede denn Musik ist es egal ob ich Rollstuhlfahrer bin oder nicht. Musik begleitet mich mein Leben lang. Als Rapper und als Konsument.

Tamara: Musik ist mein Zufluchtsort, meine Insel auf der ich sein kann wie ich bin und vor allem andere Menschen dazu einladen kann das zu fühlen was ich fühle. Ich versuche durch Musik Gefühle und Momente sichtbar zu machen und so Bilder im Kopf entstehen zu lassen. Ohne Musik wäre ich heute nicht der Mensch der ich nun mal bin, denn dann, wann ich dachte, es geht nicht weiter und wird nicht besser hat die Musik mir einen neuen Weg gezeigt.

Der Song wir noch bunter

Dennis: Nachdem wir alle Rap- und Gesangsspuren im Kasten hatten, war noch viel zu tun. Denn neben Gesang und Rap fehlte natürlich noch etwas. Und zwar Instrumente! Wir hatten großes Glück und konnten mit Hendrik Lensing (Drummer), Alexander Rink (Gitarre) und Olaf Oebels (Keyboard) drei Profi-Musiker für unseren Song gewinnen. Die Jungs haben mit Ihren Fähigkeiten den Bunt-Song auf ein ganz neues Niveau gehoben!

Tamara: Mit jedem Menschen, der uns auf diesem Weg unterstützt hat, wurde der Song immer vielfältiger und facettenreicher. Denn eine Idee wird nur dann zu etwas, wenn es Menschen gibt, die einen auf dem Weg begleiten und dahinter stehen.

Kamera läuft!

Vier mit Farbkleksen bunt besprenkelte junge Frauen.

Dennis: Was noch fehlt wenn der Song fertig ist?! Ein Video! Da Tamara in Wittlich (Rheinland Pfalz) wohnt und ich aus dem Münsterland komme, wollten wir uns irgendwo dazwischen treffen. Wir entschieden uns für die schöne Stadt Bonn. Mario Hickethier von Farbton-Videos hat sich im Vorfeld schon mit dem Song und geeigneten Video-Ideen beschäftigt. In gut drei Stunden hatten wir die ersten Szenen im Kasten.

Tamara: Um mit einem "roten Faden" durch das Video zu führen fehlten immer noch ein paar Farbtöne, Pinselkleckse, Handabdrücke und Künstler*innen, die unsere Vision vervollständigen. Und nicht nur vor der Kamera wurde gelacht und gemalt, sondern hinter der Kamera haben 20 fremde Menschen angefangen Inklusion zu leben ohne darüber nachzudenken. Die Bilderreihe, die während dem Drehtermin entstanden ist, ist der Wahnsinn. Total aussagekräftig und sehenswert.

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