Engagement im Fußball: Der Ball rollt für Inklusion

Eine Mannschaft, ein Team, viel Engagement – Bei der Kölner Inklusionsmannschaft des FC Germania Zündorf 1913 ist es die Leidenschaft für Fußball, die Menschen mit und ohne Behinderung zusammenbringt. Ohne den ehrenamtlichen Einsatz der Trainer*innen wäre das nicht möglich.

Spieler*innen des FC Germania Zündorf posieren mit dem Trainer*innenteam vor einem Fußballtor.

Gökhan Erdek wird von lautem Jubel begrüßt, als er endlich an der Jupp-Röhrig-Sportanlage in Köln-Zündorf ankommt. Einige Spielerinnen und Spieler der inklusiven Fußballmannschaft des FC Germania Zündorf 1913 warten schon – ausnahmsweise war das Tor zum Spielfeld abgeschlossen, Gökhan musste nochmal los und den Schlüssel besorgen.

Ein Montag ohne Fußball-Training? Niemals! „Nach der langen Pause während der Coronavirus-Kontaktbeschränkung sind wir alle sehr froh, dass wir endlich wieder trainieren können“, grinst Gökhan. „Wir trainieren deshalb auch in den Sommerferien.“ Der fußballbegeisterte Spieler Daniel fügt hinzu: „Ich habe das Fußball-Training sehr vermisst, endlich geht’s wieder los!“

Gelebte Inklusion auf dem Spielfeld

Leidenschaft für Fußball verbindet, das wird in der Inklusionsmannschaft des Fußballvereins Germania Zündorf 1913 besonders deutlich. „Ich sage immer, jede*r ist hier willkommen. Wir sind eine kunterbunte Mannschaft. Hier spielen mehrere Generationen, Jungs und Mädels, Menschen mit Behinderung und ohne zusammen – das ist wirklich besonders“, erklärt Gökhan. Der 23-Jährige ist einer von acht ehrenamtlichen Trainerinnen und Trainern, die die 14-köpfige Mannschaft organisatorisch betreuen, motivieren und trainieren.

Auch das Trainerteam ist inklusiv: Torwarttrainer Sven Fritzenwaller sitzt im Rollstuhl, Lauftrainer Christian Elm-Hartwig hat eine Hörbehinderung. „Wir Trainer*innen können unsere unterschiedlichen Stärken optimal einsetzen. Mir liegt beispielsweise eher das Organisatorische und ich überlasse die Entwicklung der Trainingseinheiten den anderen“, so Gökhan.

Nur noch kurz warm machen, dann geht’s los: Während Torwarttrainer Sven Spielerin Jana fit macht fürs Tor, beschäftigt sich das restliche Team mit verschiedenen Dribbel- und Passübungen. Danach wird das Geübte in einem gemeinsamen Spiel direkt angewandt – mit Erfolg: Jana hält fast jeden Ball und Marie, die erst zum zweiten Mal dabei ist, schießt gekonnt ein Tor. „Wow, stark Marie!“, tönt es von jeder Ecke. 

„Ich finde, für Wichtiges kann man sich immer Zeit nehmen“

„Es macht einfach Spaß, wenn man sieht, mit wie viel Herzblut die Jungs und Mädels dabei sind“, freut sich Gökhan. Er selbst spielt seit knapp fünf Jahren im Verein und sah sofort Potenzial, als er die Inklusionsmannschaft kennenlernte. „Nur wenige Vereine haben eine Inklusionsmannschaft, deshalb dachte ich mir, hier muss ich etwas dazu beitragen. Ich fing erst einmal an, dem Team neue Trikots zu besorgen, denn die waren uralt“, erinnert er sich. Er schrieb potenzielle Sponsoren an und fand einen, der die Mannschaft neu einkleidete. Aber dabei blieb es nicht: „Ich bin selber fußballverrückt und mit dem Ball groß geworden, hier kann ich diese Leidenschaft weitergeben.“

Seit viereinhalb Jahren engagiert er sich nun ehrenamtlich für die Mannschaft. Bei Gökhans vollem Terminplan – einer 41-Stunden-Woche, einem Nebenjob und Fußballtraining – ist das nicht selbstverständlich. Seit diesem Jahr nimmt die Mannschaft auch erfolgreich an der Inklusionsliga teil. Für die Trainer*innen bedeutet das zwar mehr Arbeit, für die Spieler*innen aber eine tolle Möglichkeit, sportlich weiterzukommen und wortwörtlich am Ball zu bleiben.

„Ich finde, für Wichtiges kann man sich immer Zeit nehmen, alles andere sind Ausreden. Hier kann ich Menschen etwas zurückgeben und das bedeutet mir viel.“ Und sein Engagement bleibt nicht ungesehen: Dieses Jahr wird das gesamte Trainerteam der Inklusionsmannschaft des FC Germania Zündorf 1913 mit dem Kölner Ehrenamtspreis ausgezeichnet.

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