Von der Theorie in die Praxis starten

Mit der Arbeit loslegen

Sie haben Ihr Inklusionsprojekt gründlich geplant, im besten Fall nach den Prinzipien der Wirkungslogik. Wichtige Netzwerkpartner*innen sind an Bord, die Finanzierung steht. Sie haben viel Zeit investiert und viele Ideen entwickelt. Wie und womit fangen Sie nun an? Das zu entscheiden, ist manchmal ganz schön schwer.

Zwei Frauen arbeiten an einen Gesteck für einen Festzug-Wagen, sie lächeln

Das empfiehlt die Aktion Mensch

  • Starten Sie mit einer „Wie-Werkstatt“! So finden Sie heraus, mit welchen Schritten Sie Ihre Maßnahmen am besten umsetzen. 
  • Beginnen Sie mit einer Aktion, die sich schnell und unkompliziert umsetzen lässt.
  • Halten Sie einmal kurz inne und prüfen Sie, ob nach einer längeren Planungsphase alle Aufgaben im Netzwerk weiterhin richtig verteilt sind und ob Ihre Maßnahmen noch zu Ihren Zielen passen.
  • Erstellen Sie einen Projektplan mit allen Maßnahmen. Er hilft, den Überblick zu behalten und klar zu kommunizieren, wer für was zuständig ist.
  • Feiern Sie den Projektstart zum richtigen Zeitpunkt mit einer öffentlichen Veranstaltung! 
  • Beziehen Sie Ihre Zielgruppen und weitere Bürger*innen in Planung und Umsetzung Ihrer Aktivitäten ein.

Mit der „Wie-Werkstatt“ starten

In der Projektplanung haben Sie entschieden, was sich für Ihre Zielgruppe in Zukunft dauerhaft verbessern soll. Dafür haben Sie Meilensteine definiert und Maßnahmen entwickelt. Wie setzen Sie diese Maßnahmen nun konkret um? Wie fangen Sie an?
Das können Sie mit Hilfe einer „Wie-Werkstatt“ herausfinden, optimalerweise begleitet durch eine externe professionelle Moderation. So hat es unter anderem die Modellkommune Verbandsgemeinde Nieder-Olm gemacht. Bei einem „Boxenstopp“ erarbeiteten die Netzwerkpartner*innen Aktivitäten, um die Maßnahmen für ihre Zielgruppen mit Leben zu füllen.
Laden Sie sich unsere "Arbeitsblätter: Wie-Werkstatt (PDF)“ mit Beispielfragen herunter und lassen Sie sich von ihnen inspirieren. Sie können die „Wie-Werkstatt“ eigenständig mit Ihren Netzwerkpartner*innen umsetzen. Oder Sie sehen die Arbeitsblätter als Anregung dafür, eine „Wie-Werkstatt“ mit einer externen Moderation zu organisieren.

Sie überlegten sich, welche einzelnen Schritte wichtig sind, damit sie die Maßnahme erfolgreich umsetzen können.
Dabei stellten sie sich unter anderem folgende Fragen:

  • Was ist an dieser Maßnahme neu? 
  • Was ist an dieser Maßnahme inklusiv? 
  • Wie können sie die Zielgruppe von Ihrer Maßnahme überzeugen?
  • Wer organisiert in welcher Weise welche Aktivität?
Portraitfoto von Gracia Schade, Annette Hambach-Spiegler und André Schade

Erfahrungen aus der Verbandsgemeinde Nieder-Olm

Die Netzwerkpartner*innen aus der Verbandsgemeinde Nieder-Olm hatten als eine Maßnahme vorgesehen, Übungsleiter*innen zu finden. Die Übungsleiter*innen sollten Schreib-, Lese- und Textverständnis-Kurse für Menschen mit Lernschwierigkeiten geben. Für die Maßnahme „Übungsleiter*innen finden“ entwickelten die Teilnehmer*innen der „Wie-Werkstatt“ Aktivitäten, das heißt konkrete Schritte. Beispielsweise Infoveranstaltungen organisieren, zu Pressegespräche einladen, auf Social-Media-Kanälen werben oder Hochschulen ansprechen.

Kurz innehalten: Können Sie alles so umsetzen wie geplant?

Nach der Planungsphase wollen Sie endlich mit Aktionen starten. In einigen Modellkommunen hat die Planungsphase eineinhalb Jahre gedauert. Beim Übergang von der Planungs- in die Umsetzungsphase haben manche Kommunen dann folgende Erfahrung gemacht: Nachdem sie ihre Maßnahmen gestartet hatten wie geplant, merkten sie, dass manche nicht so liefen wie erhofft. Sie mussten nachbessern. Die Koordinator*innen sprachen mit den Netzwerkpartner*innen über die möglichen Gründe und erarbeiteten gemeinsam Lösungen.
Wir empfehlen deshalb, bereits vor der Umsetzung kurz innezuhalten. Schauen Sie gemeinsam auf folgende Aspekte:

  • Sind weiterhin die richtigen Leute im Team und in den Gremien, beispielsweise der Steuerungsgruppe?
  • Engagieren sich Menschen aus den Zielgruppen?
  • Haben Sie alles, was Sie brauchen: Räume, Geld, Knowhow, Kontakte?
  • Sind alle Aufgaben im Netzwerk weiterhin sinnvoll verteilt?
  • Passen Ihre Maßnahmen noch zu Ihren Zielen?
  • Unterstützt die Kommunalverwaltung Sie weiterhin? Nach einer Kommunalwahl könnte der neue Bürgermeister Ihrem Projekt skeptischer gegenüberstehen als seine Vorgängerin.
  • Hat ein anderer Verein ein neues Inklusionsprojekt gestartet? Prüfen Sie, inwieweit Sie sich zusammentun können.

Mehr zum Thema lesen Sie auf der Seite "Zeit für einen Boxenstopp einplanen".

Eine Frau redet mit einem Mann, zwei weitere Frauen hören dem Gespräch zu. Sie sind in einer Grünanlage der Mann und eine Frau sitzen auf einer Bank.

Projektplan: Übersicht hilft, um ins Tun zu kommen

Mit einem Projektplan können Sie viel besser ins Detail starten. Er hilft, die Übersicht zu behalten und bei konkreten Fragen schnell Antworten zu finden.