Barrierefreiheit ermöglichen

Grund 4: Inklusion umfasst Barrierefreiheit und Barrierefreiheit ist für alle gut

Barrierefreiheit ist die Grundvoraussetzung für Inklusion. Ein barrierefreier Zugang zu Internetseiten und Videos, zu freiwilligem Engagement, Arbeit oder Sport hilft allen Menschen.


Bauliche Barrierefreiheit

Wenn Rathäuser, Ämter, Vereine, Wohnhäuser, öffentliche Plätze oder Parks barrierefrei wären, dann hätten alle Menschen was davon. So freuen sich zum Beispiel Eltern mit Kinderwagen genauso über Rampen und Fahrstühle, wie Rollstuhlfahrer*innen, Senior*innen, Paketdienstfahrer*innen, Umzugshelfer*innen, Sanitäter*innen oder Menschen mit einem verletzen Knie oder einem Großeinkauf im Gepäck.

Die Aktion Mensch gibt in einer Broschüre Tipps, wie Sie Verantwortliche davon überzeugen, in inklusives Bauen zu investieren.

Dr. Florian Janik

Oberbürgermeister der Stadt Erlangen

Technische Barrierefreiheit

Sind Webseiten, PDFs und Videos von Wirtschaftsunternehmen, Vereinen, Initiativen oder Behörden barrierefrei, hat das viele Vorteile. Ist zum Beispiel eine Webseite barrierefrei, so wird sie von Suchmaschinen wie Google oder Bing besser bewertet. Dadurch erscheint die Webseite bei den Such-Ergebnissen weiter vorne. Außerdem können auch blinde oder sehbehinderte Menschen die Webseite nutzen. Die Inhalte müssen bei barrierefreien Webseiten sehr gut strukturiert werden. Dadurch können alle Webseitenbesucher*innen die Inhalte besser lesen und finden sich schneller auf der Seite zurecht. Ähnliche Vorteile gelten für Videos mit Untertiteln: Hat ein Facebook-Video Untertitel, so wird es eher und länger angesehen als ein Video ohne Untertitel. Das liegt vermutlich daran, dass auch ältere Menschen, die nicht mehr so gut hören können, davon profitieren. Ebenso wie jüngere Menschen oder Büroangestellte, die andere in der Bahn oder im Büro mit dem Video-Ton nicht stören wollen. Ein weiteres Argument für Untertitel: Suchmaschinen wie Google oder Bing bewerten Videos mit Untertiteln besser. Dadurch erscheinen diese Videos in den Such-Ergebnissen weiter vorne.

Mehr Infos erhalten Sie auf der Aktion Mensch Webseite zur Barrierefreiheit im Internet.

Barrierefreiheit auf Inklusion.de
Auf dem Fachportal Inklusion.de gibt es viele weiterführende Informationen zur Barrierefreiheit, wie zum Beispiel Studien, Beispiele, Fördermöglichkeiten, Gesetze und mehr.

Barrierefreie Kommunikation

Sind Informationen zum Beispiel in englischer, türkischer, Einfacher und Leichter Sprache sowie Gebärdensprache vorhanden, können fast alle Menschen in Deutschland diese Informationen verstehen. Das nützt allen, die Informationen verbreiten wollen, wie zum Beispiel Unternehmen, Behörden, Polizist*innen, Messeveranstalter*innen, Ärzt*innen, Parteien, Museen, Initiativen oder Vereinen. Mit barrierefreien Informationen können diese dafür sorgen, dass sie mehr Mitglieder erhalten, mehr politisches Interesse entsteht, mehr Petitionen unterschrieben oder gestartet werden.

Ein Mann und eine Frau unterhalten sich in Gebärdensprache.

Beispiel: Barrierefreies Museum Hölderlinturm 

Zeichnung von 1792 von Friedrich Hoelderlin
Foto: DLA Marbach/Museum Hölderlinturm
Friedrich Hölderlin ist einer der berühmtesten deutschen Dichter. Seine Gedichte sind allerdings schwer zu verstehen und dadurch vielen Menschen kaum zugänglich. Doch das geht auch anders: Das zeigt das Museum Hölderlinturm in Tübingen. In seiner Dauerausstellung geht es neue Wege, damit mehr Menschen die komplizierten Texte verstehen. Besucher*innen können die Literatur Hölderlins nicht nur lesen, sondern auch anhören oder fühlen. 

10 gute Gründe für Inklusion

Grund 5: Demografie gestalten

Inklusion mildert die Auswirkungen des demografischen Wandels.