Schwäbisch Gmünd

Einen wichtigen Schritt für Inklusion hat Schwäbisch Gmünd schon getan: Seit 2016 setzt ein Inklusionsbeirat den Aktionsplan Inklusion um und sorgt dafür, dass Menschen in Schwäbisch Gmünd Teilhabe leben können. Bei der Erarbeitung des Aktionsplans legte die Verwaltung einen Schwerpunkt auf Beteiligung und Vielfalt. Unter Mitwirkung eines jungen Mannes mit Unterstützungsbedarf wurden beispielsweise viele verschiedene Leute zu ihren Ansichten über Inklusion befragt: Menschen ohne Behinderung und Menschen mit geistiger, seelischer, körperlicher oder Sinnesbehinderung. 

Knapp 50 Kilometer östlich von der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart liegt Schwäbisch Gmünd – eine Stadt mit mittelalterlichem Charme. Wegen der langen Tradition des Goldschmiedens wird sie auch Gold- und Silberstadt genannt.

Schwäbisch Gmünd weist überdurchschnittlich viele Einrichtungen für Menschen mit Behinderung auf. Grund dafür sind die zahlreichen ehemaligen Klöster in der Umgebung, die ihre Versorgung bereits früh gesellschaftlich etablierten. Anstatt Menschen in solchen „Sonderwelten“ zu unterstützen, ist für Inklusion jedoch wichtig, ihnen die Möglichkeit zum selbstbestimmten Leben innerhalb der Öffentlichkeit zu geben. Vor allem im Stadtzentrum gibt es hierfür mehrere Einrichtungen mit überregionaler Bedeutung. Zum Beispiel eine Schule für Gehörlose und ein Blindenheim.

Die Zielgruppen und Ziele

Die Inklusionsmacher*innen vor Ort möchten das bunte Zusammenleben weiter fördern. Ihr Ziel ist es, die Teilhabe und die Teilgabe aller Menschen in Schwäbisch Gmünd zu stärken. Teilgabe – das bedeutet, dass jeder Mensch etwas gut kann und anderen zu geben hat. Im Rahmen der Initiative Kommune Inklusiv möchte das Netzwerk vor allem Menschen mit seelischer, körperlicher, psychischer oder Sinnesbehinderung sowie Kinder und Jugendliche aus prekären Lebensumfeldern unterstützen, teilzuhaben und teilzugeben.

Dazu soll unter anderem ein Expertennetzwerk Arbeit aufgebaut werden, um die Vermittlung von Arbeitsplätzen auf dem ersten Arbeitsmarkt voranzutreiben. Ebenso wichtig ist es, für die Bedarfe benachteiligter Kinder und Jugendlicher zu sensibilisieren sowie über seelische Erkrankungen aufzuklären. Mehr inklusive Sportangebote und im Umgang mit heterogenen Gruppen geschulte Trainer*innen sollen künftig zudem sicherstellen, dass alle Gmünder*innen barrierefrei Sport treiben können.

Die Vision

Für die Zukunft wünsche ich mir, dass die Menschen offener werden und einander näherkommen. Denn jedes Mal, wenn Menschen sich für Inklusion stark machen und versuchen, sich einander anzunähern, machen sie die Welt ein bisschen bunter und schöner.

Manuel Herr, Koordinator von Kommune Inklusiv Schwäbisch Gmünd

Interview mit Sandra Sanwald

Als damalige Koordinatorin von Kommune Inklusiv Schwäbisch Gmünd zog Sandra Sanwald auf der Tagung „Kommunen werden inklusiv“ am 28. Februar und 1. März 2018 ein kurzes Resümee nach einem Jahr Projekt.

Interview mit Stefan Burkhardt

Menschen mit Behinderungen unterschiedlichster Art bilden eine der Zielgruppen in Schwäbisch Gmünd. Welche Chancen und Risiken der demografische Wandel – insbesondere im Bereich der Arbeit - für sie birgt, erklärt Stefan Burkhardt, Experte für Inklusion und Sozialraumorientierung.

Das Netzwerk in Schwäbisch Gmünd

In jeder Modellkommune gibt es die sogenannte Steuerungsgruppe. Sie bildet das Herzstück im Inklusions-Netzwerk. Das Gremium besteht aus Vertreter*innen verschiedener Institutionen, Vereine und Organisationen, die sich regelmäßig treffen, um Kommune Inklusiv vor Ort langfristig weiterzuentwickeln.

Hier gibt es mehr Informationen zu den Aufgaben der Steuerungsgruppe.

In Schwäbisch Gmünd hat die Steuerungsgruppe eine inhaltlich beratende Funktion. Das heißt, dass sie neue Ideen und Expertenwissen in Kommune Inklusiv mit einbringt. Unter den Expert*innen sind auch Menschen mit Behinderung. Die konkrete Steuerung der Initiative liegt jedoch beim Projektträger: dem Verein zur Förderung der Inklusion in Schwäbisch Gmünd.

Die Steuerungsgruppe in Schwäbisch Gmünd gab es schon, bevor sich die Stadt für Kommune Inklusiv beworben hat. Deshalb besteht sie aus sehr vielen Mitgliedern. Klicken Sie sich durch die Leiste und lernen Sie die Mitglieder der Steuerungsgruppe kennen!

Das Netzwerk

Manuel Herr

Der ausgebildete Pädagoge ist seit Anfang 2021 Netzwerkkoordinator bei Kommune Inklusiv. Zuvor hat er als Stadtteil-Koordinator in Schwäbisch Gmünd gearbeitet – und tut das mit einer halben Stelle weiterhin. Er kümmert sich um die Bürger*innen in der Südstadt, vertritt ihre Interessen bei der Verwaltung oder hilft ihnen gezielt bei Behörden-Angelegenheiten. Während seines Zivildienstes arbeitete er in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung.

Wenn Manuel Herr einmal nicht für Inklusion im Einsatz ist, macht er Musik: mit Bass, Schlagzeug oder Gitarre. Am allerliebsten treibt er Sport: Schwimmen, Radfahren, Kraftsport, Tennis oder Fußball.

Als Koordinator bei Kommune Inklusiv will er verfestigte Strukturen gerade auch im Bereich der Inklusions-Arbeit aufbrechen und dafür sorgen, dass das Thema Inklusion mehr in der Gesellschaft ankommt: Jede*r könne einen kleinen Teil dazu beitragen, dass sich alle Menschen willkommen und angenommen fühlen. 

mehrere Menschen halten gemeinsam ein Plakat hoch
Im Verein zur Förderung der Inklusion in Schwäbisch Gmünd e.V. schlossen sich im Januar 2018 elf Organisationen zusammen: die St. Canisius gGmbH, der DRK Kreisverband Schwäbisch Gmünd, die Gemeindepsychiatrie im Ostalbkreis e.V. , die Habila GmbH, die Hospitalstiftung zum Heiligen Geist Schwäbisch Gmünd, das Landratsamt Ostalbkreis, die Lebenshilfe e.V.  Schwäbisch Gmünd, die Stadt Schwäbisch Gmünd, der Stadtverband Sport Schwäbisch Gmünd e.V., die Stiftung Haus Lindenhof und die Vinzenz von Paul gGmbH. Sie haben das Ziel, Inklusion vor Ort noch wirkungsvoller und nachhaltiger zu gestalten.
Viele Menschen sitzen in einem Stuhlkreis zusammen
Stellvertretend für alle Netzwerk-Partner*innen in Schwäbisch Gmünd hat sich seinerzeit die Stadt  für Kommune Inklusiv beworben. Vor Ort gibt es bereits seit längerem einen Aktionsplan für Inklusion, dessen Umsetzung der Gemeinderat im Februar 2016 beschlossen hat. Zudem ist seit April 2016 der Inklusionsbeirat der Stadt aktiv. Die Stadt verfügt mit Marcel Macho über einen eigenen Ansprechpartner für die Initiative Kommune Inklusiv.
Logo des Blinden- und Sehbehindertenverband Württemberg

Blinden- und Sehbehindertenverband

Der Blinden- und Sehbehindertenverband Württemberg e.V.  (BSVW) ist eine gemeinnützige Selbsthilfeorganisation. Gegründet wurde er im Juni 1909. Der BSVW berät und unterstützt Menschen ohne Augenlicht, deren Angehörige, Freund*innen sowie Menschen, die von einer Erblindung oder Sehbehinderung bedroht sind. Außerdem will er die Menschen dafür sensibilisieren, wie es ist, ohne Sehsinn zu leben.

Logo des Canisius-Haus

Canisiushaus Schwäbisch Gmünd

Erziehung ist heutzutage eine Aufgabe, die stark fordern kann. Deshalb unterstützt die St. Canisius gGmbH mit ihren Angeboten alle Menschen, die an dieser beteiligt sind: Eltern, Großeltern, Lehrer*innen, Ausbilder*innen, Jugendliche und Kinder. Die Angebote reichen von Intensivpädagogik, Wohngruppen, ambulantem Erziehungsbeistand und Familienhilfe bis zur Sozialarbeit. Das Canisiushaus hat mit Sonja Wahl eine eigene Ansprechpartnerin für die Initiative Kommune Inklusiv.

Logo des Ostalbkreises

Gemeindepsychiatrie im Ostalbkreis

Die Gemeindepsychiatrie im Ostalbkreis e.V.  begleitet, berät und betreut Menschen mit psychischer Erkrankung sowie deren Angehörige. In Schwäbisch Gmünd betreibt sie eine Tagesstätte. Diese steht allen Menschen offen, die Gesellschaft suchen und Freundschaften aufbauen möchten. Daneben gibt es einen sozialpsychiatrischen Dienst, Wohnangebote mit ambulanter Betreuung und einmal monatlich einen Angehörigen-Treff. Zum Thema Arbeit mit Behinderung kann der Integrationsfachdienst  kontaktiert werden. Die Gemeindepsychiatrie hat mit Dr. Gerhard Jäger zudem einen eigenen Ansprechpartner für Kommune Inklusiv.

Logo der habila

Habila GmbH

Die Habila GmbH bietet individuelle Unterstützung und Assistenz für rund 1.600 Menschen mit Behinderung in Baden-Württemberg. So ermöglicht sie ihnen mehr Selbstständigkeit und gesellschaftliche Teilhabe. In Schwäbisch Gmünd richtet sich die Habila mit ihren Wohn- und Assistenzangeboten gezielt an Menschen mit psychischer Behinderung. Sie leben in einem normalen Wohnumfeld, erhalten aber stationäre Hilfe rund um die Uhr oder werden an bestimmten Tagen ambulant betreut. Bei der Habila gibt es mit Matthias Schenk einen eigenen Ansprechpartner für die Initiative Kommune Inklusiv.

Logo der Stiftung Haus Lindenhof

Stiftung Haus Lindenhof

Die Stiftung Haus Lindenhof  ist ein kirchliches Sozialunternehmen. Seit über 45 Jahren unterstützt die Stiftung Senior*innen, Pflegebedürftige sowie Menschen mit Behinderung. Ziel ist es, dass alle ihr Leben in Würde und so selbstbestimmt wie möglich führen können. Die Angebote von Haus Lindenhof erstrecken sich deshalb über die Bereiche Wohnen, Pflege, Bildung und Arbeit. Rund 1.800 Mitarbeiter*innen begleiten hier über 2.100 Menschen mit besonderen Bedarfen. Mit Udo Grau gibt es einen eigenen Ansprechpartner für die Initiative Kommune Inklusiv.

Logo der Hospitalstiftung zum Heiligen Geist

Gmünder Hospitalstiftung

Die Hospitalstiftung zum Heiligen Geist Schwäbisch Gmünd  engagiert sich im sozialen Bereich. Sie unterstützt vor allem Einrichtungen für alte, kranke und hilfsbedürftige Menschen. Zu ihren wichtigsten Aufgaben und Projekten gehören Seniorenarbeit, Wohnungsnotfallhilfe, Inklusion und der Generationentreff Spitalmühle. Die Geschichte der Hospitalstiftung reicht zurück bis ins 13. Jahrhundert.

Logo des Ostalbkreises

Landratsamt Ostalbkreis

42 Städte und Gemeinden gehören zum Ostalbkreis . Darunter die Stauferstadt Schwäbisch Gmünd. Das Landratsamt mit seinem Hauptsitz in Aalen ist die Behörde des Kreises. In Schwäbisch Gmünd liegt auf zwei Standorte verteilt eine der Außenstellen. In puncto Inklusion ist vor allem der Bereich Eingliederungshilfe ein wichtiger Partner.      

logo der lebenshilfe in schwaebisch gmuend

Lebenshilfe Schwäbisch Gmünd

Die Lebenshilfe Schwäbisch Gmünd e.V.  ist eine Interessenvertretung für Menschen mit geistiger Behinderung. Sie gründete sich 1968 auf Initiative engagierter Eltern. Das Anliegen des gemeinnützigen Vereins besteht darin, das Leben von Menschen mit geistiger Behinderung zu verbessern und ihnen Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen.

Logo des Deutschen Roten Kreuz

Deutsches Rotes Kreuz

Der Kreisverband Schwäbisch Gmünd des Deutschen Roten Kreuzes  (DRK) möchte die Quartiersarbeit vor Ort inklusiver gestalten. Deshalb engagiert er sich in der Südstadt für die Teilhabe und Mitbestimmung von Menschen mit Behinderung. Das DRK gehört zur größten humanitären Organisation der Welt. In 190 Ländern gibt es eine nationale Gesellschaft des Roten Kreuzes oder des Roten Halbmondes. Gemeinsames Ziel ist seit mehr als 150 Jahren: Menschen in Not zu helfen und ein friedliches Zusammenleben zu schaffen.

Logo des Stadtverbands Sport Schwäbisch-Gmünd

Stadtverband Sport

Im Stadtverband Sport Schwäbisch Gmünd  schließen sich alle Gmünder Sportvereine zusammen. Gemeinsames Ziel ist es, den Sport in der Stauferstadt zu fördern – egal ob Vereins-, Schul-, Leistungs- oder Gesundheitssport. Der Verband vertritt daher die Interessen seiner Mitglieder vor Behörden und anderen Organisationen. Er erarbeitet unter anderem Vorschläge für Bau, Einrichtung sowie Betrieb städtischer Sportanlagen und unterbreitet sie der Stadtverwaltung. Außerdem plant und organisiert er Veranstaltungen.

Logo des Städtetages Baden-Württemberg

Städtetag Baden-Württemberg

Der Städtetag Baden-Württemberg als kommunaler Landesverband wurde 1954 gegründet. Momentan sind in ihm 189 Städte und Gemeinden zusammengeschlossen. Seine Hauptaufgabe besteht darin, die Interessen dieser Mitglieder gegenüber dem Land Baden-Württemberg, dem Bund und der Europäischen Union zu vertreten. Dazu berät er sie nicht nur in kommunalen Angelegenheiten, sondern unterrichtet die Städte und Gemeinden auch über das für sie relevante politische Geschehen sowie Entwicklungen im Bereich der Verwaltung und Gesetzgebung.

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Vinzenz von Paul gGmbH  – Soziale Dienste und Einrichtungen

Die Vinzenz von Paul gGmbH   ist eine gemeinnützige Organisation. Sie folgt dem Leitgedanken des Heiligen Vinzenz von Paul, dem zufolge Hilfe nur mit aufrichtiger Wertschätzung des Anderen und mit Liebe wirken kann. Die Angebote des Sozialunternehmens konzentrieren sich auf die Unterstützung älterer Menschen und Menschen mit Hörschädigung. In Schwäbisch Gmünd betreibt die Vinzenz von Paul gGmbH (Auszeichnung: gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung) deshalb ein Zentrum sowie eine Schule für Hörgeschädigte. Darüber hinaus gibt es vor Ort eine Kindertagesstätte und einen Kindergarten.

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