Innovationen schaffen

Grund 6: Inklusion bringt kreative Lösungen für Herausforderungen unserer Zeit

Inklusion schafft Innovation. Inklusiv zu denken, bedeutet kreativ mit Herausforderungen umzugehen, über den Tellerrand zu schauen und Dinge einfach auszuprobieren. Dabei denkt Inklusion alle mit: Menschen mit Fluchtgeschichte, mit nur wenig Geld, Menschen mit Behinderung, Menschen mit unterschiedlichen Hautfarben oder Religionen, Frauen, Kinder, ältere Menschen – die ganze Gesellschaft.

Beispiele für Innovation durch Inklusion

Ganz neu gedacht: Bildung für Kinder und Hilfe für Erwachsene

Ein gutes Beispiel dafür ist das völlig neue Konzept von Bildung und Unterstützung von Kindern und Eltern im Bildungshaus Lurup in Hamburg. Das Bildungshaus liegt im Viertel Lurup, einem Stadtteil mit vielen Hochhäusern, hoher Arbeitslosigkeit, vielen Alleinerziehenden und Menschen mit Zuwanderungsgeschichte. Trotz des schlechten Rufs und der großen Herausforderungen hat sich Lurup in den letzten Jahren zu einem lebendigen und lebenswerten Stadtteil entwickelt. Das Bildungshaus Lurup trägt viel zu dieser Entwicklung bei. Wie in einem kleinen Dorfzentrum sind Kita, Krippe, Grundschule und Ganztagsbetreuung für alle Kinder sowie Hilfe, Unterstützung und Beratung für Eltern zusammengefasst. Alle Kinder von acht Wochen bis zum Ende des Grundschulalters bekommen im Bildungshaus Förderung und Unterricht. In altersgemischten Gruppen lesen Grundschüler*innen Kleinkindern vor, Kinder mit Behinderung – egal ob geistig oder körperlich – nehmen selbstverständlich an Lerngruppen und Aktivitäten teil. Kinder ohne Deutschkenntnisse bekommen zusammen mit ihren Eltern Sprachunterricht. Für Erwachsene gibt es Angebote wie Suchtberatung, Kochkurse, Erziehungsberatung, Verbraucherberatung oder Pflegeberatung für alle, die Familienangehörige pflegen.

Der Erfolg gibt dem Konzept des Bildungshauses recht: Luruper Kinder, die das Bildungshaus besucht haben, schaffen es im Durchschnitt genauso oft aufs Gymnasium wie Kinder aus anderen Hamburger Stadtteilen. Das Beispiel zeigt: Durch die enge Zusammenarbeit von Institutionen und Organisationen wie Kita, Krippe, Grundschule, frühe Hilfen, Hilfs- und Beratungsangebote für Erwachsene und Jugendliche entsteht Chancengleichheit.

Kleinkinder spielen

Win-win-win-Situation: Wohngebiet für Menschen mit Behinderung öffnet sich für geflüchtete Menschen

Als im Jahr 2015 viele Flüchtlinge nach Deutschland kamen, stellte dies viele Städte und Gemeinden vor eine Herausforderung: Wie kann man so viele Menschen schnell und gut unterbringen? In Bonn eröffnete sich dafür eine inklusive Lösung: Dort wurde ein Wohnviertel für geflüchtete Menschen geöffnet, in dem zuvor nur Menschen mit geistiger Behinderung gelebt hatten. Die Vorteile wurden schnell offensichtlich: Die Bewohner*innen mit Behinderung entwickelten sich persönlich stark weiter, da sie den geflüchteten Menschen oft helfen konnten: etwa bei der Kinderbetreuung oder beim Deutschunterricht. Und auch die geflüchteten Menschen konnten sich sofort in die Gemeinschaft einbringen und die Menschen mit Behinderung beispielsweise bei Freizeitaktivitäten unterstützen.

So können durch Inklusion völlig neue Ideen, Strukturen und Konzepte entstehen, die gesellschaftliche Herausforderungen lösen.

Zwei Jungs spielen Fußball

10 gute Gründe für Inklusion

Grund 7: Wirtschaftlich punkten

Inklusion bringt Erfolg und finanzielle Vorteile.