Kommunikationstipps für den Netzwerkalltag

Ein Raum in dem ein Workshop stattfindet: Ein Mann hockt in der Mitte eines Stuhlkreises, ein Teilnehmer sagt etwas, im Hintergrund ist eine Präsentation an der Wand zu sehen

Die Zusammenarbeit in einem inklusiven Netzwerk ist eine Herausforderung: Menschen mit unterschiedlichen Ansprüchen, in unterschiedlichen Jobpositionen, mit unterschiedlich viel Zeit müssen auf einen gemeinsamen Nenner kommen.

Möglicherweise beteiligen sich Menschen im Netzwerk, die eine wichtige Funktion in der Stadtpolitik haben oder Chef oder Chefin eines großen Vereins sind. Sie sind es gewohnt, dass ihre Vorschläge umgesetzt werden. Und nun müssen sie sich absprechen und möglicherweise Ideen umsetzen, die sie selbst gar nicht so gut finden.

Es hilft, sich immer wieder zu vergegenwärtigen, dass alle Netzwerkpartner*innen gleichberechtigt handeln. Selbst wenn Sie sich erst einmal um das Thema der anderen kümmern müssen – zu einem späteren Zeitpunkt werden sich die Netzwerkpartner*innen auch mit Ihren Themen beschäftigen und Ihre Ideen gemeinsam verwirklichen. Das Prinzip der Netzwerkarbeit lautet: „Ich gebe dir meine Zeit und meine Ressourcen. Anschließend gibst du mir deine.“

Netzwerktreffen gut moderieren

Gremiensitzungen müssen gut moderiert werden, damit sie zu Entscheidungen führen, mit denen das Netzwerk weiterarbeiten kann. Sollten Sie merken, dass Ihre Treffen eine bessere Struktur brauchen, holen Sie sich ruhig Unterstützung durch eine professionelle Moderation, zumindest für ein paar Male.

Planen Sie für Netzwerk- und Arbeitstreffen ausreichend Zeit ein und packen Sie sie nicht mit zu vielen Themen voll. Einigen Sie sich im Vorfeld auf die Ziele, die Sie mit dem Treffen erreichen wollen. Auch wenn dadurch die Vorbereitung einer Sitzung länger dauert: Während des Treffens hilft es dabei, schneller zu Ergebnissen zu kommen und alle Teilnehmer*innen mitzunehmen.

Wie Sie dafür sorgen können, dass sich alle Teilnehmer*innen einbezogen fühlen, haben wir im "Infoblatt: Tipps für eine gute Moderation (PDF)“ zusammengefasst.

Nachgefragt bei...

Das bedeutet beispielsweise: Wenden Sie sich dem Gesprächspartner oder der Gesprächspartnerin zu. Lassen Sie ihn oder sie aussprechen und halten Sie dabei die eigenen Gedanken an. Formulieren Sie nicht schon Ihre Antworten im Kopf, während andere sprechen.

Finden Sie heraus, wer Ihnen gegenübersitzt. Das wird nicht nur deutlich dadurch, was oder wie viel die andere Person redet. Sondern auch durch Gestik und Mimik. Wenn Sie Gestik und Mimik nicht erkennen, achten Sie darauf: Spricht Ihr Gegenüber schnell oder zögerlich? Klingt es gehetzt oder hören Sie ein Lächeln in der Stimme? Lassen Sie sich auf Ihre Gesprächspartner wirklich ein.

Was sind die größten Hindernisse beim Kommunizieren?

Sie sollten auf keinen Fall ausschließlich bei sich sein. Das ist das Ende von Kommunikation.

Wer nur den eigenen Willen durchsetzen möchte, ob in einem Gespräch zu zweit, in kleinerer Runde oder im großen Team, betreibt das Gegenteil von Kommunikation.

Beim Kommunizieren geht es um Austausch und um die Bereitschaft, sich mit den Argumenten, den Wünschen und Bedürfnissen des Gegenübers zu beschäftigen.

Lässt sich gute Kommunikation lernen?

Ja, indem Sie üben. Stellen Sie sich selbst Aufgaben wie: „Heute achte ich darauf, dass ich bis zum Schluss zuhöre, wenn jemand etwas sagt.“ Oder: „Heute versuche ich, vor allem Ich-Botschaften zu formulieren.“

Suchen Sie sich vor schwierigen Gesprächen jemanden, mit dem oder der Sie den möglichen Verlauf durchspielen. Auf diese Weise können Sie auch für schwierige Situationen üben, die in der Teamkommunikation immer wieder auftauchen. Wenn Sie bestimmte Regeln im Eins-zu-eins-Austausch trainiert haben, kommunizieren Sie auch im Team besser. Und: Seien Sie mutig! Trauen Sie sich, zu widersprechen und Ihre persönliche Wahrheit zu formulieren, wenn alle der Meinung Ihres Chefs oder Ihrer Chefin zustimmen. Probieren Sie aus, was passiert, wenn Sie in einem Streitgespräch offen Ihre Gefühle, Ihre Wut, Ihre Verletztheit äußern.

Mehr über Marcus Brien lesen Sie unter www.marcus-brien.de

 

 

Zur Mitarbeit motivieren und Verbindlichkeit herstellen

Ein Team, in dem die Mitglieder wertschätzend miteinander umgehen, gute Stimmung bei Netzwerktreffen, eine Moderation, die alle im Blick hat und die Menschen mitnimmt: Das sind Voraussetzungen dafür, dass viele sich gern im Netzwerk engagieren.

Mehr dazu lesen Sie in unserem "Infoblatt: Netzwerkpartner*innen motivieren – so nehmen Sie alle mit (PDF)".

Für Ihr inklusives Netzwerk ist es entscheidend, dass die, die wichtige Aufgaben übernommen haben, dabei bleiben. Dass sie regelmäßig zu den Treffen kommen und sich wie versprochen einbringen. So festigen sich die Strukturen. Und gute Ideen, die die Netzwerker*innen eingebracht haben, bleiben erhalten.

Dafür ist unter anderem wichtig, dass Sie Infos für alle zugänglich machen. Dokumentieren Sie die Ergebnisse aller Treffen. Je transparenter die Arbeit Ihres inklusiven Netzwerks ist, desto besser fühlen sich alle Mitglieder eingebunden und desto mehr Menschen sind bereit, sich zu engagieren. Halten Sie schriftlich fest, was in welchen Gremien passiert, was die Teilnehmer*innen besprochen haben und warum welche Entscheidungen getroffen wurden.

Die Infos können auf unterschiedliche Weise an die Netzwerkmitglieder gelangen: per Newsletter, via E-Mail-Verteiler oder in einer Handy-Nachrichtengruppe, beispielsweise über WhatsApp, Threema oder Telegram. Einigen Sie sich vorher darauf und bleiben Sie dabei, wie Sie Informationen teilen wollen: Wer schickt welche Infos auf welchem Kanal an wen?

Weitere Tipps, wie Sie verbindliche Mitarbeit im inklusiven Netzwerk sichern können, haben wir im "Infoblatt: Verbindliche Mitarbeit im Netzwerk sichern – Tipps und Hinweise (PDF)" zusammengestellt.

Freiwillig Engagierte aus Schneverdingen und Erlangen erzählen, warum sie sich bei Kommune Inklusiv einbringen.

Partner*innen wieder ins Netzwerk holen

Trotz einer wertschätzenden Netzwerkkultur kann es vorkommen, dass Partner*innen das Netzwerk verlassen: weil sie doch keine Zeit haben, weil sie den Nutzen der Netzwerkarbeit nicht mehr erkennen. Das ist kein Grund, diese Partner*innen aufzugeben. Es lohnt sich, Zeit zu investieren, um sie zurückzugewinnen.

So können Sie Partner*innen zurück ins Netzwerk holen:

  • Bleiben Sie freundlich hartnäckig. Nehmen Sie immer wieder Kontakt zu Ihren verloren gegangenen Netzwerkpartner*innen auf. Zeigen Sie Interesse an ihrer Arbeit, besuchen Sie ihre Veranstaltungen.
  • Halten Sie die Netzwerkpartner*innen weiterhin auf dem Laufenden: Informieren Sie sie, beispielsweise per Mail, über Fortschritte und Erfolge aus dem Netzwerk und aus den Projekten. Berichten Sie nur über Themen, die für die Partner*innen relevant sind.
  • Warten Sie ab: Oftmals hilft es, wenn ein*e Ansprechpartner*in geht und ein*e neue*r kommt. Er oder sie ist möglicherweise offener für Ihre Wünsche.
  • Eine Veränderung im Netzwerk kann ebenfalls ein guter Anlass sein, Menschen zurückzugewinnen: zum Beispiel, wenn es eine neue Projektleitung im Netzwerk gibt. Wenn ein Mitglied aus der Steuerungsgruppe ausscheidet. Wenn sich eine neue Arbeitsgruppe gründet, in die verloren gegangene Partner*innen sich sehr gut einbringen können. Oder wenn eine Veranstaltung ansteht, die genau zu den Talenten eines Menschen passen, der sich schon einmal im Netzwerk eingebracht hat.
Die Netzwerkkoordinatoren aus Rostock, Rebekka Schmitt und Eric Ortlieb, berichten im Video, wie sie eine Partner-Schule zurückgewinnen konnten, nachdem die Schule fast aus dem Netzwerk ausgestiegen wäre.
Drei junge Menschen hocken an einem Stand mit Weintrauben, ein junger Mann und eine junge Frau probieren die Weintrauben, die Verkäuferin lächelt

Konflikte und Überlastung erkennen und lösen

Lösen Sie einen Konflikt im Netzwerk erfolgreich, kann das das Gemeinschaftsgefühl stärken. Wir geben Empfehlungen, wie Sie mit kritischen Situationen umgehen können.