Inklusion ist unsere Mission


ein rollstuhlfahrer, ein junger mann und eine junge Frau mit kleinem weissen hund stehen in einer fußgängerzone

Wir als Gesellschaft zeichnen uns heute wie nie zuvor durch Vielfalt aus: Jeder Mensch ist anders, hat individuelle Fähigkeiten und Charakterzüge. Daneben unterscheiden wir uns in Merkmalen wie Alter, Geschlecht, Ethnie, Herkunft, sexueller Orientierung, geistiger Leistungsfähigkeit oder körperlicher Behinderung.

Was ist Inklusion?

Inklusion heißt wörtlich übersetzt Zugehörigkeit. In einer inklusiven Gesellschaft bewegen sich alle Menschen unabhängig von ihren persönlichen Eigenschaften und Voraussetzungen. Jede*r bildet einen gleichberechtigten Teil der Gemeinschaft. Das ist allerdings noch nicht überall selbstverständlich. Denn Inklusion passiert nicht von heute auf morgen, sondern braucht langfristige Gestaltung.  

Deshalb haben wir als Aktion Mensch die Initiative Kommune Inklusiv gestartet. Gemeinsam mit Akteur*innen vor Ort wollen wir Lebensumfelder schaffen, in denen es normal ist, verschieden zu sein. Die Aktion Mensch unterstützt und begleitet mit der Initiative die Gestaltung inklusiver Sozialräume in mehreren ausgewählten Städten und Gemeinden: Erlangen, Nieder-Olm, Rostock, Schneverdingen und Schwäbisch Gmünd. Das Projekt Kommune Inklusiv ist auf fünf Jahre ausgelegt. Damit es gelingt, ist wichtig, dass die Verantwortlichen aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und kommunaler Verwaltung zusammenarbeiten.

Was ist ein Sozialraum?

Ein Sozialraum ist ein Ort im räumlichen und sozialen Sinne. Also ein Ort, an dem Menschen aufeinander treffen, sich austauschen und zusammenwirken. Hier finden alltägliche Begegnungen zwischen Menschen jeden Alters, jeder Herkunft und jeden Aussehens statt. Die kommunalen Grenzen vor Ort definieren einen Sozialraum.

Mit der Initiative Kommune Inklusiv unterstützt die Aktion Mensch fünf Städte und Gemeinden, das bunte Zusammenleben in ihren Sozialräumen zu verbessern. Die jeweiligen Verantwortlichen vor Ort entwickeln gemeinsam neue Wege, um diesen Prozess erfolgreich zu meistern. Bei allen Planungen und Entscheidungen bieten wir ihnen als Aktion Mensch unsere Beratung und Unterstützung an.

In der Broschüre "Inklusion vor Ort umsetzen" stellen wir die Initiative Kommune Inklusiv detailliert vor. Sie steht in Alltagssprache und in Leichter Sprache als barrierefreies PDF zum Download bereit. Sie möchten die Broschüre lieber als Print-Exemplar in den Händen halten? Dann schreiben Sie uns einfach eine E-Mail an .

Broschüre "Inklusion vor Ort umsetzen" in Altagssprache herunterladen

Broschüre "Inklusion vor Ort umsetzen" in Leichter Sprache herunterladen


Wie kann Inklusion vor Ort gelingen?

Inklusion ist nichts, was einfach so passiert. Vielmehr benötigt sie gewisse Rahmenbedingungen. Vier Faktoren sind besonders wichtig, damit sich Vielfalt, Teilhabe und gegenseitiger Respekt in den Kommunen entfalten können.

1. Bewusstsein

Inklusion beginnt im Kopf. Sie gelingt, wenn Alt und Jung, Menschen mit und ohne Behinderung, Einheimische und Migrant*innen sich mit ihrer Lebenswelt auseinandersetzen. Sie merken dann, was in der Stadtgesellschaft schon gut läuft, aber auch, was noch nicht funktioniert. Diese Wahrnehmung kann den Anstoß für große Veränderungen geben.

2. Aktive Kommune

Inklusion vor Ort gelingt nur, wenn die kommunale Verwaltung sie mitträgt. Sie muss sich mit dem Vorhaben identifizieren und den lokalen Inklusionsprozess überzeugt von oben stützen. So motiviert und aktiviert sie ebenso die Menschen in der Kommune. Notwendig dafür ist auch, dass sich die Verwaltung zu einem weiten Inklusionsbegriff bekennt.

3. Empowerte Akteur*innen

Erfolgreiche Inklusion ist auf starke lokale Akteur*innen angewiesen, wie Vertreter*innen von gemeinnützigen Vereinen, Wohlfahrtsverbänden, Wirtschaftsunternehmen oder engagierte Mitbürger*innen. Sie kommunizieren idealerweise auf Augenhöhe miteinander, artikulieren sich deutlich und formulieren ihre Interessen und Ideen ohne Angst.

4. Vernetzung

Inklusion heißt auch Kommunikation. Daher ist es unabdingbar, dass sich die ehrenamtlichen, wirtschaftlichen und kommunalen Akteur*innen untereinander austauschen. Das heißt, sie diskutieren ihre Pläne, Schwierigkeiten und arbeiten gemeinsam an Zielen. Ein*e Netzwerk-Koordinator*in verhindert Kommunikationschaos, indem er bzw. sie diesen Austausch organisiert.


Was ist ein Netzwerk?

Mitmachen, mitreden, mitarbeiten – das ist wichtig, um vor Ort ein selbstverständliches Miteinander aller Menschen zu schaffen. Innerhalb der Kommune wird dies möglich durch gute Vernetzung derjenigen, die sich für Inklusion einsetzen.

Ein gutes Netzwerk schafft Ordnung und Struktur. Es besteht aus verschiedenen Akteuren und den Verbindungen zwischen ihnen. Netzwerke können ganz unterschiedlich aussehen. Auch Menschen, die durch gemeinsame Ansichten, Interessen oder ZIele verbunden sind und diese miteinander verfolgen, bilden ein Netzwerk.

Für jedes Netzwerk gilt: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Das heißt, dass die Akteur*innen im Netzwerk zusammen viel mehr erreichen können als für sich alleine. Genauso erfordert Inklusion gemeinsames Arbeiten, gegenseitiges Verständnis und wechselseitigen Austausch. Das zeigt sich etwa bei der Nutzung von Ressourcen – zum Beispiel einem barrierearmen Bus mit Niederflurtechnik und großen Türen. Im Netzwerk können alle Partner*innen auf diesen zugreifen und ihn für ihre Belange nutzen. So sind sie womöglich in der Lage, ein Projekt zu realisieren, das für eine*n einzelne*n Partner*in kaum zu stemmen wäre.

Mit der Initiative Kommune Inklusiv begleitet die Aktion Mensch all jene, die vor Ort den Inklusionsprozess (mit-)gestalten. Als erfahrener Partner unterstützen wir fünf lokale Inklusionsnetzwerke. Akteur*innen aus Verwaltung, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft stehen in den ausgewählten Sozialräumen miteinander in Kontakt. Im Netzwerk stärken sie ihre bestehenden Beziehungen und bauen neue Verbindungen auf.

Wenn Sie mehr über einen Partner im Netzwerk erfahren möchten, klicken Sie einfach an die entsprechende Stelle in der Grafik.

Was zeichnet ein professionelles Netzwerk aus?
Mehr über gute Netzwerke erfahren

Initiative-Illustration Eine interaktive Grafik, die das Netzwerk der Aktion Mensch beschreibt. Netzwerkmanager Unternehmen Verwaltung Vereine Selbsthilfe Wohlfahrtsverbände

Inklusion nachhaltig umsetzen

Am Anfang der Untersuchung steht eine allgemeine Bestandsaufnahme: Wie sieht es in den fünf Kommunen aus? Auf welchem Stand ist Inklusion vor Ort? Welche Angebote gibt es bereits, was für Angebote fehlen noch? Wie sind die Einwohner*innen Inklusion gegenüber eingestellt?

Der Inklusionsstand zu Beginn von Kommune Inklusiv ist entscheidend, um den weiteren Projektverlauf beurteilen zu können. Dafür schlagen die Forscher*innen der Universitäten Frankfurt und Marburg drei Forschungswege ein: Sie messen erstens, wie die Maßnahmen zur Förderung der Inklusion von denjenigen beurteilt werden, die vor Ort an diesen teilnehmen. 

Zweitens untersuchen sie die einzelnen Sozialräume. Das umfasst sowohl die Analyse inklusiver Besonderheiten und Bedarfe, als auch die des Umsetzungsprozesses vor Ort. Dabei wird geprüft, ob und inwieweit sich die Sozialräume in puncto Teilhabe verändern.

Drittens beleuchten sie die S­ituation der von Ausgrenzung bedrohten oder betroffenen Menschen in den Kommunen und dokumentieren ihre Fragen, Schwierigkeiten und Erfahrungen im Laufe der Modellinitiative.

Mehr Information zum Wissenschaftlichen Vorgehen

Die Hochschulen   
 

Die Goethe-Universität Frankfurt ist ausgehend von der Zahl an Studierenden die drittgrößte Universität in Deutschland. In 16 Fachbereichen bündelt sie 85 Abteilungen und Institute.
Die wissenschaftliche Begleitung der Initiative Kommune Inklusiv obliegt dem Institut für Sonderpädagogik, das im Forschungsbereich Inklusion zu den renommiertesten in Deutschland gehört.

Das Institut für Erziehungswissenschaft der Philipps-Universität Marburg steht in der Tradition einer kritischen, zukunfts- und gestaltungsorientierten Pädagogik und sieht Diversität, Inklusion und Soziale Gerechtigkeit als zentrale Studienschwerpunkte.

Mehr Information zum Institut für Sonderpädagogik der Goethe-Universität Frankfurt

Mehr Information zum Institut für Erziehungswissenschaft der Philipps-Universität Marburg

Ein großes Gebäude, zu dem ein gepflasterter Weg führt

Hier befindet sich das Institut für Sonderpädagogik

Uwe Dettmar, Goethe-Universität Frankfurt

Förderung

Zwei Frauen schauen sich gemeinsam eine Broschüre an.

Mit der Initiative Kommune Inklusiv möchte die Aktion Mensch fünf Orte in Deutschland inklusiver machen. Ihre Förderung setzt an der Netzwerkarbeit an: Das bedeutet, die Aktion Mensch unterstützt in den Modellkommunen den Aufbau eines Inklusionsnetzwerks und ermöglicht seine langfristige Handlungsfähigkeit. Durch die Arbeit dieses Netzwerks ergibt sich, wo es vor Ort konkrete zu fördernde Bedarfe gibt.

Denn im Verlauf von Kommune Inklusiv entwickeln die Netzwerkpartner eigene Ideen, Pläne und Projekte. Für diese stellt die Aktion Mensch ihr komplettes Förderspektrum bereit. Insgesamt fördert die Aktion Mensch monatlich bis zu 1.000 soziale Projekte. Im Jahr 2016 sind über 160 Millionen Euro in wohltätige Zwecke geflossen. Das verdankt sie dem Engagement der Lotterieteilnehmer.

Insgesamt unterstützt die Aktion Mensch monatlich bis zu 1.000 soziale Projekte. Im Jahr 2018 sind über 180 Millionen Euro in wohltätige Zwecke geflossen.

Mehr Information zur Förderung und den verschiedenen Förderprogrammen der Aktion Mensch


Inklusion begleiten und weitergeben

Prozessbegleitung und Wissenstransfer bilden weitere Säulen von Kommune Inklusiv. Im Rahmen der Prozessbegleitung steht die Aktion Mensch den Modellkommunen in sämtlichen Belangen zur Seite. Es gibt eine individuelle und eine übergreifende Prozessbegleitung. Individuelle Prozessbegleitung bedeutet, dass die Aktion Mensch jede Modellkommune einzeln dabei begleitet, Inklusion inhaltlich und strukturell zu planen und umzusetzen. Die übergreifende Prozessbegleitung umfasst hingegen Maßnahmen, damit die Modellsozialräume sich auch untereinander austauschen können: regelmäßige Koordinator*innen-Treffen, Erfahrungsrunden und ein Online-Forum.

Von den so gewonnenen Erkenntnissen sollen später Sozialräume in ganz Deutschland profitieren. Der Wissenstransfer als fünfte Säule garantiert, dass die Modellkommunen ihre Erkenntnisse auf verschiedenen Wegen an andere Inklusionsmacher*innen weitergeben können. Ein Teil dieses Wissenstransfers war beispielsweise die Tagung Kommunen werden inklusiv. Aber auch andere Veranstaltungen und eine Online-Plattform sollen künftig den Austausch zwischen den Inklusions-Netzwerken anregen. Kommune Inklusiv zeigt fünf Möglichkeiten auf, Inklusionsarbeit vor Ort effektiv zu gestalten. Die Herausforderungen und Erfolge dieser Reise zu zeigen und zu diskutieren, kann lehrreich für jene Sozialräume sein, die die Reise ebenfalls antreten möchten.


Inklusionsforum

eine Gruppe von Menschen in einer Ausstellungshalle
Zwei Frauen stehen vor einer Metaplanwand und halten einen Vortrag vor Publikum.

Fit für Inklusion

Verwaltung, Vereine und die weiteren Beteiligten vor Ort unterstützen mit ihren Fachkenntnissen den kommunalen Inklusionsprozess. Wir möchten, dass sie dieses Wissen nach ihrem persönlichen Bedarf ergänzen können: Dazu bieten wir im Inklusionsforum verschiedene Fortbildungen an. An diesen nehmen nicht nur Angehörige der Modellkommunen teil. Auch andere Engagierte, die sich für Kommune Inklusiv beworben hatten, und Vertreter*innen von Partnerorganisationen haben die Möglichkeit, die Angebote im Inklusionsforum zu nutzen.

Themenbereiche

Die Professionalisierung bildet eine der fünf Säulen der Initiative Kommune Inklusiv. Gemeinsam mit Expert*innen haben Vertreter*innen der Modellkommunen in Präsenz-Seminaren und Webinaren die Möglichkeit, ihr Wissen zu erweitern. Die Angebote für das zweite Halbjahr 2019 finden Sie bereits online. In den Schulungen geht es unter anderem um Themen wie Barrierefreiheit, Projektentwicklung, Vernetzung, Kommunikation sowie Engagement und Partizipation.

Qualitätssicherung

Um die Qualität der Angebote zu gewährleisten, führen wir nach Abschluss jeder Schulung eine Evaluation durch. Die Teilnehmenden unserer Präsenzseminaren erhalten direkt im Anschluss einen schriftlichen Fragebogen, Teilnehmende unserer Webinare den Link zu einer Online-Befragung. Mithilfe der Ergebnisse können wir die Professionalisierungs-Maßnahmen anpassen, falls es nötig ist. Wir wollen, dass die Angebote vor Ort zu einer nachhaltigen Verbesserung von Inklusion beitragen.

 

 


Die Kommunen