Inklusion ist unsere Mission


Unsere Gesellschaft zeichnet sich heute wie nie zuvor durch Vielfalt aus: Jeder Mensch hat individuelle Fähigkeiten und Charakterzüge. Daneben unterscheiden wir uns in Merkmalen wie Alter, Geschlecht, Ethnie, Herkunft, sexueller Orientierung, geistiger Einschränkung oder körperlicher Behinderung von anderen.

Was ist Inklusion?

Inklusion heißt wörtlich übersetzt Zugehörigkeit. In einer inklusiven Gesellschaft bewegen sich alle Menschen unabhängig von persönlichen Eigenschaften und bringen sich gleichberechtigt ein. Das ist noch nicht überall selbstverständlich. Denn Inklusion passiert nicht von heute auf morgen, vielmehr braucht sie langfristige Gestaltung.

Aus diesem Grund hat die Aktion Mensch das Projekt Kommune Inklusiv gestartet: Gemeinsam mit Akteuren vor Ort wollen wir Gemeinschaften verwirklichen, in denen es normal ist, verschieden zu sein. Die Aktion Mensch unterstützt und begleitet mit der Initiative Kommune Inklusiv die Schaffung inklusiver Sozialräume in mehreren ausgewählten Städten und Gemeinden.

Insgesamt ist das Projekt auf fünf Jahre ausgelegt. Für sein Gelingen ist wichtig, dass die Verantwortlichen aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und kommunaler Verwaltung zusammenarbeiten.

Was ist ein Sozialraum?

Ein Sozialraum ist ein Ort im räumlichen und sozialen Sinne. Also ein Ort, an dem Menschen aufeinander treffen, sich austauschen und zusammenwirken. Hier finden alltägliche Begegnungen zwischen Menschen jeden Alters, jeder Herkunft und jeden Aussehens statt. Die kommunalen Grenzen vor Ort definieren einen Sozialraum.

Mit der Initiative Kommune Inklusiv unterstützt die Aktion Mensch fünf Städte und Gemeinden, das bunte Zusammenleben in ihren Sozialräumen zu verbessern. Die jeweiligen Verantwortlichen vor Ort entwickeln gemeinsam neue Wege, um diesen Prozess erfolgreich zu meistern. Bei allen Planungen und Entscheidungen bieten wir ihnen als Aktion Mensch unsere Beratung und Unterstützung an.


Wie kann Inklusion vor Ort gelingen?

Inklusion ist kein Prozess, der einfach so passiert. Vielmehr benötigt er gewisse Rahmenbedingungen. Vier Faktoren sind besonders wichtig, damit sich Vielfalt, Teilhabe und gegenseitiger Respekt in den Kommunen entfalten können.

1. Bewusstsein

Inklusion beginnt im Kopf. Sie gelingt, wenn Alt und Jung, Menschen mit und ohne Behinderung, Einheimische und Migranten sich mit ihrer Lebenswelt auseinandersetzen. Kleine Dinge im persönlichen Alltag bewusster wahrzunehmen und zu verändern, kann bereits der Beginn einer noch viel größeren Veränderung sein.

2. Aktive Kommune

Inklusion gelingt nur, wenn auch die kommunale Verwaltung sie mitträgt. Sie identifiziert sich mit dem Vorhaben und stützt den lokalen Inklusionsprozess bewusst und überzeugt von oben. So motiviert und aktiviert sie andere Mitglieder der Kommune. Wichtig dafür ist auch, dass sich die Verwaltung zu einem weiten Inklusionsbegriff bekennt.

3. Empowerte Akteure

Erfolgreiche Inklusion vor Ort ist auf starke Akteure angewiesen. Zum Beispiel auf gemeinnützige Vereine, Wirtschaftsunternehmen, Wohlfahrtsverbände oder engagierte Mitbürger. Sie alle kommunizieren auf Augenhöhe miteinander und sind fähig, sich vor den anderen Beteiligten deutlich und ohne Hemmung zu artikulieren. Sie formulieren und vertreten ihre Interessen und Ideen ohne Angst.

4. Vernetzung

Inklusion heißt auch Kommunikation. Das bedeutet, dass sich die kommunalen, wirtschaftlichen und ehrenamtlichen Akteure untereinander austauschen. Sie diskutieren ihre Ideen, Pläne und Schwierigkeiten und arbeiten an gemeinsamen Zielen. Ein Netzwerkmanager verhindert Kommunikationschaos, indem er den Austausch organisiert und koordiniert.


Was ist ein Netzwerk?

Mitmachen, mitreden, mitarbeiten. Genau darum geht es, wenn alle Beteiligten sich für das selbstverständliche Miteinander in den Kommunen einsetzen. Die gute Vernetzung vor Ort ist besonders wichtig, um dieses Zusammenleben zu ermöglichen.

Ein gutes Netzwerk schafft Ordnung und Struktur. Es besteht aus verschiedenen Akteuren und den Verbindungen zwischen ihnen. Netzwerke können ganz unterschiedlich aussehen. Auch Menschen, die durch gemeinsame Ansichten, Interessen oder ZIele verbunden sind und diese miteinander verfolgen, bilden ein Netzwerk.

Für jedes Netzwerk gilt: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Das heißt, dass die Akteure im Netzwerk zusammen viel mehr erreichen als einzeln. Genauso erfordert Inklusion gemeinsames Arbeiten, gegenseitiges Verständnis und wechselseitigen Austausch. Zum Beispiel bei der gemeinsamen Nutzung von Ressourcen: Indem im Netzwerk alle Partner auf sie zugreifen, realisieren sie Projekte, die für einen Partner alleine nicht zu stemmen wären.

Mit der Initiative Kommune Inklusiv begleitet die Aktion Mensch die Leute, die vor Ort am Inklusionsprozess mitwirken. Als erfahrener Partner unterstützen wir fünf lokale Inklusionsnetzwerke. Akteure aus Verwaltung, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft stehen in den ausgewählten Sozialräumen miteinander in Kontakt. Im Netzwerk stärken sie ihre bestehenden Beziehungen und bauen neue Verbindungen auf.

Wenn Sie mehr über einen Partner im Netzwerk erfahren möchten, klicken Sie einfach an die entsprechende Stelle in der Grafik.

Was zeichnet ein professionelles Netzwerk aus?
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Initiative-Illustration Eine interaktive Grafik, die das Netzwerk der Aktion Mensch beschreibt. Netzwerkmanager Unternehmen Verwaltung Vereine Selbsthilfe Wohlfahrtsverbände

Inklusion nachhaltig umsetzen

Die Initiative Kommune Inklusiv ist ein möglicher Weg, um ein buntes und respektvolles Zusammenleben im Sozialraum zu schaffen. Ihr Ziel ist es, die Netzwerke in Erlangen, Nieder-Olm, Rostock, Schneverdingen und Schwäbisch Gmünd nachhaltig bei der Umsetzung von Inklusion vor Ort zu unterstützen. Wir wollen wissen, wie gut das gelingt. Deshalb wird die Initiative Kommune Inklusiv während ihrer gesamten Laufzeit von der Universität Frankfurt begleitet. Die Hochschule hat die Rolle des objektiven Beobachters und bewertet den Erfolg des Projekts mit wissenschaftlichen Forschungsmethoden.

Status Quo im Sozialraum

Am Anfang der Untersuchung steht eine allgemeine Bestandsaufnahme: Wie sieht es aktuell in den fünf Kommunen aus? Auf welchem Stand ist Inklusion vor Ort? Welche Angebote gibt es bereits, was für Angebote fehlen noch? Wie sind die Einwohner Inklusion gegenüber eingestellt?

Der Inklusionsstand zu Beginn von Initiative Kommune Inklusiv ist entscheidend, um den Projektverlauf beurteilen zu können. Dafür schlägt die Universität Frankfurt drei Forschungswege ein: Sie analysiert erstens, wie erfolgreich die Fortbildungen und Beratungsangebote sind, die die Aktion Mensch bereitstellt.

Zweitens untersucht sie, wie Erlangen, Nieder-Olm, Rostock, Schneverdingen und Schwäbisch Gmünd Inklusion bei sich umsetzen. Dabei wird geprüft, ob und inwiefern sich die Sozialräume verändern. Drittens beurteilt sie, wie sich die Situation von Ausgrenzung bedrohter Menschen in den Kommunen entwickelt.

Mehr Information zum Wissenschaftlichen Vorgehen

Die Hochschule

Die Goethe-Universität Frankfurt ist ausgehend von der Zahl an Studentinnen und Studenten die drittgrößte Universität in Deutschland. In 16 Fachbereichen vereint sie heute 85 Institute und Abteilungen. Verantwortlich für die wissenschaftliche Begleitung der Initiative Kommune Inklusiv ist das Institut für Sonderpädagogik.

Durch diverse Studien ist das Institut sehr erfahren im Forschungsbereich Inklusion. Es untersucht Formen von Benachteiligung aus pädagogischer, soziologischer und psychologischer Perspektive.
Mehr Information zum Institut für Sonderpädagogik

 

Die Wissenschaftler Prof. Dr. Dieter Katzenbach, Dr. Nadine Schallenkammer und Dr. Hendrik Trescher begleiten Kommune Inklusiv

Hier befindet sich das Institut für Sonderpädagogik

Uwe Dettmar, Goethe-Universität Frankfurt

Inklusionsforum

Fit für Inklusion

Verwaltung, Vereine und die weiteren Beteiligten vor Ort unterstützen mit ihren Fachkenntnissen den kommunalen Inklusionsprozess. Die Aktion Mensch sorgt dafür, dass sie dieses Wissen nach ihrem individuellen Bedarf ergänzen: Neben einer Prozessbegleitung bieten wir im Inklusionsforum verschiedene Fortbildungen an. An diesen Schulungen nehmen nicht nur die Modellkommunen teil. Auch die Bewerber, die keine Modellkommune geworden sind, können sich zu den Angeboten im Inklusionsforum anmelden.

Themenbereiche

Für das erste Jahr der Initiative hat die Aktion Mensch verschiedene Professionalisierungsmaßnahmen geplant. Gemeinsam mit Experten erweitern die Modellkommunen in Schulungen und Online-Seminaren ihr Wissen. Die Angebote starten im März 2017. Sie umfassen die Bereiche

  • Inklusion und Barrierefreiheit
  • Projektentwicklung
  • Vernetzung
  • Kommunikation
  • Engagement und Partizipation

Qualitätssicherung

Die Universität Frankfurt untersucht, wie wirkungsvoll die dazugehörigen Schulungen und Online-Seminare sind. So können wir die Professionalisierungsmaßnahmen anpassen, falls es nötig ist. Wir möchten, dass die Angebote zu einer nachhaltigen Verbesserung von Inklusion vor Ort beitragen.

 


Förderung

Mit der Initiative Kommune Inklusiv unterstützt die Aktion Mensch die Umsetzung von Inklusion vor Ort. Die Förderung setzt direkt an der Netzwerkarbeit an: In den ausgewählten Sozialräumen sollen der Aufbau eines Inklusionsnetzwerks und seine langfristige Handlungsfähigkeit ermöglicht werden. Erst durch die Arbeit des Netzwerks ergibt sich, wo vor Ort konkrete Bedarfe bestehen.

Die Netzwerkpartner entwickeln im Laufe der Zeit inklusive Ideen, Pläne und Modellprojekte. Erst aus diesen geht hervor, wo die Aktion Mensch noch unterstützen kann. Dafür stellen wir unser komplettes Förderspektrum bereit. Insgesamt fördert die Aktion Mensch monatlich bis zu 1.000 soziale Projekte. Im Jahr 2015 sind über 160 Millionen Euro in wohltätige Zwecke geflossen. Das verdanken wir dem Engagement der Lotterieteilnehmer.

Mehr Information zur Förderung und den verschiedenen Förderprogrammen der Aktion Mensch


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