Wissenschaftliche Begleitung

Inklusion heißt, dass alle Menschen selbstbestimmt leben und an der Gesellschaft teilhaben können. Egal, welche individuellen Bedarfe sie haben. Ob das in den Modellkommunen gelingt, wollen Wissenschaftler von der Universität Frankfurt herausfinden. Sie untersuchen das Projekt deshalb in den nächsten fünf Jahren, messen also die Wirkung von Kommune Inklusiv.

Das passiert auf drei Ebenen.

PD. Dr. phil. Dipl.-Päd. Dipl.-Soz. Trescher ist für die Ebenen 1 und 2 verantwortlich. Bei seiner Arbeit unterstützt wird er von Michael Börner und Teresa Hauck. Prof. Dr. Dieter Katzenbach und Dr. phil. Dipl.-Päd. Nadine Schallenkammer verantworten gemeinsam Ebene 3.

Grafik mit Illustration zu Exklusion: in einem weißen Kreis sind graue kleine Kreise und bunte Kreise ausserhalb angeordnet, Integration: In einem Kreis sind graue Kreise und wie in einem Kuchenstück die bunten Kreise, die vorher ausserhalb waren Inklusion: alle Kreise sidn bunt gemischt in dem großen Kreis versammelt

Ebene 1: Die Maßnahmen

Hier untersuchen die Wissenschaftler das Fortbildungsangebot der Aktion Mensch. Dazu nutzen sie quantitative und qualitative Methoden. Sie suchen vor allem Antworten auf die folgenden Fragen:

  • Wie bewerten die Teilnehmenden die Fortbildungen der Aktion Mensch?
  • Wie sind die Schulungen im direkten Vergleich miteinander zu beurteilen?
  • Entwickeln sich die Angebote im Laufe der Zeit weiter?
  • Welche Bedarfe wecken die Fortbildungen bei den Teilnehmenden?
  • Welche inhaltlichen, technischen oder personellen Veränderungen wünschen sich die Teilnehmenden der Schulungen?

Ebene 2: Die Sozialräume

Auf dieser Ebene untersuchen die Wissenschaftler die Modellkommunen. Sie führen einerseits eine Sozialraumbeobachtung durch, andererseits eine Sozialraumanalyse.

Die Beobachtung des Sozialraums umfasst

  • eine Online- sowie Telefonrecherche
  • und einen Online-Fragebogen.

Bei der Online- und Telefonrecherche sammeln die Wissenschaftler allgemeine Daten über jede Modellkommune. Mit dem Fragebogen treten die Forscher direkt mit den Bewohnern in Kontakt. So können sie herausfinden, wie wichtig den Menschen vor Ort Inklusion eigentlich ist. Inwieweit interessieren diese sich für Inklusion? Welche Erfahrungen haben sie mit Inklusion? Und was wünschen sich die Bewohner in Bezug auf Inklusion?

Die Analyse des Sozialraums umfasst

  • Interviews zum Thema Inklusion mit den Schwerpunkten Arbeit, Freizeit und Bildung
  • Sozialraumbegehungen, also konkrete Erhebungen im Sozialraum

Ebene 3: Die Menschen

Die Wissenschaftler setzen sich nicht nur mit den Maßnahmen und den Sozialräumen auseinander. Teil ihrer Untersuchung sind auch die Menschen, für die Inklusion wichtig ist. Dazu gehören Senioren, Frauen, Kinder, Jugendliche, Geflüchtete, Menschen mit Behinderung oder Menschen mit Migrationshintergrund. Für die Forscher sind vor allem folgende Fragen von Interesse:

  • Wie geht es den Menschen vor Ort, die von Ausgrenzung bedroht sind?
  • Wie wirken sich die Fortbildungsangebote der Aktion Mensch auf diese Menschen aus?
  • Wie beeinflussen die Veränderungen im Sozialraum die von Ausgrenzung bedrohten Menschen?
ein rollstuhlfahrer, ein junger mann und eine junge Frau mit kleinem weissen hund stehen in einer fußgängerzone

Umfrage

Wie stehen Menschen, die in Deutschland leben, zu Inklusion?

Icon mit Umriss Deutschlandkarte

Das Thema Inklusion steht im Mittelpunkt einer aktuell gestarteten und repräsentativen Online-Befragung der Goethe Universität Frankfurt am Main. Unter dem Titel "Einstellung(en) zum Thema Inklusion" werden deutschlandweit Meinungen und Erfahrungen insbesondere gegenüber Menschen mit geistiger Behinderung abgefragt. Im Fokus der auf ein Jahr angelegten Umfrage stehen dabei die Lebensbereiche Schule, Freizeit, Arbeit, Wohnen. Ihre Meinung ist gefragt! Zur Umfrage der Universität Frankfurt

Ist Inklusion im Bereich Arbeit ist eine notwendige Aufgabe unserer Gesellschaft? Befürworten Sie die Abschaffung von Förderschulen? Können wir uns die Eingliederung von Menschen mit geistiger Behinderung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt finanziell leisten? Mit genau 60 Fragen möchte das Institut für Sonderpädagogik der Uni Frankfurt mindestens 5.000 repräsentative Antworten aus der Gesamtbevölkerung generieren. Die Fragen beziehen sich dabei sowohl auf eigene Erfahrungen und Berührungspunkte als auch auf eine Einschätzung zur Umsetzbarkeit von Inklusion und die dafür notwendigen Rahmenbedingungen in verschiedenen Lebensbereichen.

Die Auswertung soll die Einstellung der Menschen, die in Deutschland leben, zur Inklusion widerspiegeln, aber auch potenzielle Entwicklungen und Veränderungen zum Thema Inklusion aufzeigen und deutschlandweite Vergleiche zwischen einzelnen Regionen ermöglichen.

Publikation

Erste Veröffentlichungen im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung

Mit dem Artikel "Auf dem Weg zu Inklusion? – ‚Busfahren‘ als Praxis ethnografischer Inklusionsforschung" in der VHN (Vierteljahresschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete) bringen die Forscher das Projekt erstmalig in den Fachdiskurs ein. Der Beitrag ist in der Rubrik 'Aktuelle Forschungsprojekte' erschienen.

Zum Fachartikel "Auf dem Weg zu Inklusion? – ‚Busfahren‘ als Praxis ethnografischer Inklusionsforschung"

Eine weitere Veröffentlichung im Rahmen des Projektes ist in der Zeitschrift für Inklusion erschienen: Trescher/Hauck: Raum und Inklusion

Zum Fachartikel "Raum und Inklusion"

 

Was du tun kannst

Gutes tun und gewinnen

Mit einem Los der Aktion Mensch

Jetzt Los kaufen

So kannst du beitragen

Freiwillig engagieren oder Projekt starten

Über Inklusion informieren

Die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen