Grund 9: Inklusion spart Geld und Ressourcen

Eine Frau hält einen Vortrag. Sie zeigt auf eine Info-Tafel mit Text und Grafiken.

Inklusion muss nicht mehr kosten, sie kann sogar Geld einsparen. In Kommunen kommt es häufiger vor, dass unterschiedliche Ämter den Auftrag haben, an den gleichen Querschnittsthemen zu arbeiten. Eine gute Abstimmung wird oft dadurch erschwert, dass die Ressorts starr voneinander abgegrenzt sind. Gleichstellungs-, Integrations- und Inklusionsbeauftragte könnten aber ihre Ressourcen, ihr Wissen und ihre Netzwerke bündeln und so besser nutzen – indem sie sich gemeinsam auf das Thema Teilhabe fokussieren.

Inklusive Planung spart Zeit, Geld und Ressourcen

Wenn beispielsweise die Ämter für Soziales, Sport, Umwelt und Bau für ein Projekt enger zusammenarbeiten wollen, könnten die Gleichstellungs-, Integrations- und Inklusionsbeauftragten ihnen eine gemeinsame Wissensbasis bieten. Sie müssten nicht bei jedem neuen Projekt einzeln ihre Anliegen vorbringen. Wird beispielsweise eine neue Sportanlage gebaut, könnten all diese Ämter und Stellen gemeinsam an einem inklusiven Konzept für die Sportanlage arbeiten. Darin enthalten wären dann barrierefreie Zugänge, frei zugängliche Sportanlagen und bedarfsgerechte Angebote für alle, gute Beschilderung, gut beleuchtete und nicht zu einsame Zugangswege, eine zentrale Lage im Viertel oder eine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel. Die inklusive Planung spart so Zeit, Geld und Ressourcen. Mit einem inklusiven Bauprojekt sorgen die Beauftragten und Ämter darüber hinaus dafür, dass von Beginn an mehrere verschiedene Zielgruppen angesprochen und beteiligt werden. Das macht die Planung effektiver. Außerdem wird ein Projekt durch echte Bürgerbeteiligung erfolgreicher. Die Sportanlage kann zu einem Ort der gemeinsamen Begegnung werden. Eine inklusive Planung löst also verschiedene Herausforderungen gleichzeitig.

Gemeinsame, themenübergreifende Veranstaltungen planen

Eine weitere Möglichkeit, um Geld und Ressourcen zu sparen, sind gemeinsame, themenübergreifende Veranstaltungen. Werden in einer Kommune beispielsweise einzelne Konferenzen für Integration, Bildung, Inklusion und Gesundheit zu einer umfassenden Teilhabekonferenz gebündelt, ergeben sich mehrere Vorteile: Eine gemeinsame Planung kann Miet- und Personalkosten sowie Organisations-, Planungs- und Personalaufwand verringern. Gibt es eine große Teilhabekonferenz, erregt sie bei Expert*innen aus der Szene und auch öffentlich mehr Aufmerksamkeit. Auch für die Teilnehmer*innen kann eine gemeinsame Teilhabekonferenz Vorteile haben. Statt jedes Jahr auf verschiedene Konferenzen zu gehen oder sich zwischen den Konferenzen entscheiden zu müssen, können sie eine umfassende Teilhabekonferenz besuchen.

Ein Mann im Rollstuhl sitzt vor einer Gruppe von Menschen und hält einen Vortrag.

Gemeinsam ein starkes Team

Auch verschiedene Vereine und Initiativen, die sich für einzelne Zielgruppen einsetzen, können davon profitieren, wenn sie ihre oftmals sehr begrenzten Geld- und Personal-Ressourcen, ihr Wissen und ihre Erfahrungen bündeln. Ein Beispiel: Menschen mit Fluchterfahrung sind häufig gesundheitlich belastet, genau wie Menschen mit Behinderung, Langzeitarbeitslose oder Alleinerziehende. Starten die verschiedenen Vereine und Initiativen ein gemeinsames inklusives Projekt zur Verbesserung der Gesundheit aller, können sie Zeit, Kosten und Material einsparen. Darüber hinaus können sie mehr Menschen ansprechen und unterstützen.

Außerdem gibt es oft Menschen, die nicht genau in die abgegrenzte Zielgruppe eines Vereins, einer Organisation oder Selbstvertretung passen. So könnte sich beispielsweise eine Frau mit Behinderung und Zuwanderungsgeschichte in einem inklusiven Zusammenschluss von verschiedenen Organisationen besser aufgehoben fühlen als in einer Behinderten-Selbstvertretung oder einem Verein für Menschen mit Fluchterfahrung. Dadurch kann sie ihre Erfahrung, ihr Wissen und ihre Zeit besser einbringen.