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Wohnformen für Menschen mit Behinderung

Selbstständig und selbstbestimmt Wohnen – das wünschen sich alle Menschen. Für Menschen mit Behinderung gibt es immer mehr Wohn­formen, die das ermöglichen.

4 Minuten Lesedauer|Aktion Mensch-Redaktion
An einem Esstisch in einer Wohnküche sitzen vier Personen und schneiden Gemüse.

Wohnen wie ich es möchte – Unterstützung wie ich sie brauche

Selbstständig, selbstbestimmt und inklusiv Wohnen – für viele Menschen mit Behinderung ist das noch keine Selbst­verständlichkeit. Doch es entwickeln sich neue Wohn­formen, die Alternativen bieten. Wir erklären verschiedene Wohn­formen, werfen einen Blick hinter die Türen von Wohn­projekten und erklären welche rechtlichen Grundlagen und Möglichkeiten zur Finanzierung und Unterstützung es gibt.

Leben in der eigenen Wohnung mit wenig Unterstützung

Den eigenen Wohn­raum und Tagesablauf selbstständig gestalten – das sind nur zwei der Vorteile des Lebens in einer eigenen Wohnung. Diese Wohn­form ist die, die den Menschen die meiste Selbst­bestimmung ermöglicht. 

Die eigene Wohnung bedeutet natürlich nicht, dass man ganz alleine leben muss. Wer gerne andere Menschen um sich hat, kann neben dem Leben mit der eigenen Familie oder dem/der Partner*in auch in einer inklusiven WG, einer Haus­gemeinschaft oder einem inklusiven Quartier leben.

Wer im Alltag mehr Unterstützung benötigt, kann sich beim Leben in der eigenen Wohnung durch Assistent*innen unterstützen lassen. Hier gibt es verschiedene Modelle, wie das aussehen kann. Auch eine inklusive Wohn­gemeinschaft kann sich durch Assistent*innen unterstützen lassen. 

Für Menschen mit Behinderung ist das Leben in der eigenen Wohnung oft nur möglich, wenn diese an ihre individuellen Bedürfnisse angepasst ist. Wichtig dafür ist beispielsweise eine barrierefreie Wohnung. Eine barrierefreie Wohnung zu finden, kann auf dem Wohnungs­markt eine Herausforderung werden.

Beispiele zum Leben in einer eigenen Wohnung

Ambulant betreutes Wohnen

Ambulant betreutes Wohnen bedeutet: Leben in der eigenen Wohnung oder Wohn­gemeinschaft. Zusätzlich dazu kommen Mitarbeiter*innen eines Betreuungs­dienstes zu dir nach Hause und unterstützen dich dort in allen notwendigen Dingen. Im Gegensatz zur Wohn-Assistenz wird diese Betreuung durch einen ambulanten Betreuungs­dienst durchgeführt. Die Betreuer*innen übernehmen hier grundsätzlich mehr Verantwortung für das Wohlergehen der betreuten Person.

Diese Wohn­form eignet sich für Menschen, die in der eigenen Wohnung leben, aber mehr Unterstützung benötigen. Das ambulant betreute Wohnen ersetzt zunehmend die Betreuung von Menschen mit Behinderung in Pflege­einrichtungen, denn diese Wohn­form ermöglicht mehr Selbst­bestimmung. 

Beispiele von Menschen, die ambulant betreut wohnen

Inklusive Wohngemeinschaften und Wohnprojekte

Zusammen ist man weniger allein. Wer im Alltag gerne mit anderen Menschen zusammenlebt, für den kann eine inklusive Wohn­gemeinschaft oder ein Wohn­projekt eine geeignete Wohn­form sein. Das besondere an inklusiven WGs: Menschen mit und ohne Behinderung leben zusammen. 

Es gibt unterschiedliche Formen von inklusiven Wohn­gemeinschaften und Wohn­projekten. Eine beliebte Möglichkeit: Menschen mit Behinderung und Student*innen leben zusammen. Letztere unterstützen ihre Mitbewohner*innen im Alltag und zahlen dafür weniger Miete. Für die Pflege und Betreuung von Mitbewohner*innen mit Behinderung erhalten die inklusiven WGs darüber hinaus oft Hilfe durch sozial­pädagogische Fachkräfte und Pfleger*innen im Freiwilligendienst. In den meisten Fällen handelt es sich bei inklusiven Wohn­gemeinschaften nicht um Zweck-WGs, es wird also viel Wert auf eine gute Balance zwischen Gemeinschaft und Privatsphäre gelegt. 

Beispiele für inklusive Wohngemeinschaften und Wohnprojekte

Wohnen mit Assistenz

Persönliche Assistent*innen ermöglichen Menschen mit Behinderung das Leben in ihrer eigenen Wohnung. Je nach Schwere und Art der Behinderung können Assistent*innen bis zu 24 Stunden am Tag in allen Dingen des alltäglichen Lebens unterstützen: Von der Körper­pflege bis zum Einkauf, vom Putzen der Wohnung bis zur Begleitung in der Freizeit. 

Es gibt zwei Möglichkeiten, mit persönlicher Assistenz zu wohnen:

  • Das Arbeitgeber­modell: Mit den Mitteln des persönlichen Budgets suchst du selbst Assistenz­kräfte aus, stellst sie ein und bezahlst sie. Du wirst so zur Arbeit­geberin oder zum Arbeitgeber deiner Assistenz­kräfte.
  • Das Dienstleistungs­modell: Wenn du die organisatorische Arbeit als Arbeitgeber*in nicht machen möchtest oder kannst, kann das auch ein Hilfs­dienst oder ein Verein übernehmen. Der Hilfs­dienst sucht dann die Assistenzkräfte für dich aus.

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