Selbstständig Wohnen mit Behinderung
Menschen mit Behinderung haben - laut UN-Behindertenrechtskonvention - das Recht frei zu wählen, wie, wo und mit wem sie wohnen möchten. In der Praxis kann das ganz unterschiedlich aussehen: Mit oder ohne Unterstützung, in einer Wohngemeinschaft oder in der eigenen Wohnung. Inzwischen gibt es für Menschen mit Behinderung mehr Möglichkeiten als früher, selbstbestimmt zu wohnen. Aber noch immer fehlt es an barrierefreien Wohnungen und ausreichender Unterstützung. Wir zeigen dir, welche Möglichkeiten es gibt.

Der Weg zur eigenen, passenden Wohnung
Damit Menschen mit Behinderung selbstbestimmt wohnen können, müssen oft einige Bedingungen erfüllt werden, die von Person zu Person unterschiedlich sind. Selbstbestimmtes Wohnen kann durch folgende Dinge ermöglicht werden:
- Wohnformen, in denen Bewohner*innen die Unterstützung bekommen, die sie benötigen.
- Eine barrierefreie Wohnung.
- Hilfsmittel, die den Alltag erleichtern.
- Assistenzen, die das selbstbestimmte Wohnen unterstützen.
Wir unterstützen dich dabei, in dem wir dir:
Wohnformen
Verschiedene Wohnformen für Menschen mit Behinderung vorstellen und erklären, wo du Beratung und finanzielle Unterstützung findest.
Barrierefreie Wohnung
Tipps geben für die Suche nach einer barrierefreien Wohnung.
Alternativen
Alternativen aufzeigen, wenn du keine barrierefreie Wohnung findest.
Gute Beispiele
Inklusives Wohnhaus der Aktion Mensch

Im Jahr 2024 haben die Aktion Mensch und die Stephanus gGmbH ihr neues inklusives Wohnprojekt in der Prinzregentenstraße in Berlin-Wilmersdorf eröffnet. In dem nachhaltigen und barrierefreien Wohnhaus schafft die Aktion Mensch als Bauherrin erstmals selbst Wohnraum. Hier finden in fünf individuellen Wohneinheiten und einer inklusiven WG Menschen mit und ohne Behinderung ein Zuhause. Die Stephanus gGmbH betreibt außerdem ein Beratungs- und Betreuungsangebot im Haus.
Beispiele für selbstbestimmtes Wohnen
Unterstützung bei Gewalt im eigenen Zuhause
Immer noch erleben Menschen mit Behinderung Gewalt in ihrem häuslichen Umfeld. Laut Weibernetz e.V. erlebt zum Beispiel jede zweite Frau mit Behinderung sexualisierte Gewalt in ihrem Leben – nicht selten durch Familienangehörige oder Lebensgefährt*innen.
Die Gründe dafür sind vielfältig: Täter*innen nutzen es aus, dass Menschen mit Behinderung Hilfe benötigen, die für sie häufig zwingend notwendig ist. Vielleicht denken sie auch, dass Menschen mit Behinderung sich nicht wehren oder andere Menschen ihnen nicht glauben, wenn sie von Gewalterfahrungen erzählen.
Wer von häuslicher Gewalt betroffen ist, kann sich an folgende Ansprechstellen wenden:
- Opfer-Telefon des WEISSEN Rings: 116 006
- Hilfe-Telefon Gewalt gegen Frauen: 116 016
- In Fällen akuter Bedrohung die Polizei anrufen: 110
- Frauenhäuser und spezielle Fachberatungsstellen



