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Betreutes Wohnen

In den eigenen vier Wänden so leben, wie man selbst möchte: Das wünschen sich wohl die meisten. Für Menschen, die dazu Unterstützung benötigen, gibt es betreutes Wohnen. Beim betreuten Wohnen kommen Fachleute wie Sozial­arbeiter*innen oder Heilpädagog*innen mehrmals die Woche zu dir nach Hause, um dir bei alltäglichen Aufgaben zu helfen. Auch Angehörige können die Aufgabe von Betreuer*innen übernehmen.

22. Mai 2024|5 Minuten Lesedauer|Stefanie Wulff
Eine Frau und ein junger Mann mit Behinderung lächeln in die Kamera

Wie sollte betreutes Wohnen heute aussehen?

Die ambulante Betreuung richtet sich nach deinem individuellen Bedarf. Oft werden Menschen beispielsweise bei diesen Dingen unterstützt:

  • Einkaufen, Putzen oder Kochen
  • Termine bei Behörden wahrnehmen oder schriftlich mit Behörden kommunizieren
  • Begleitung bei Arztbesuchen
  • Umgang mit Geld
  • Hilfe bei persönlichen Krisen oder Problemen.

Das wichtigste Ziel: Menschen mit geistiger, psychischer oder körperlicher Behinderung sollen genauso selbstbestimmt leben können wie nicht behinderte Menschen.

Je nach persönlicher Situation und Voraussetzung kann das ambulant betreute Wohnen auch mit anderen Angeboten kombiniert werden: Zum Beispiel mit Pflegediensten, mit Assistenzdiensten oder Hauswirtschafts­hilfen.

Stationäre und ambulante Betreuung

Ambulante Betreuung findet in der eigenen Wohnung statt: Die Mitarbeiter*innen des Betreuungsdienstes kommen zu dir nach Hause und unterstützen dich dort in allen notwendigen Dingen. Unter stationärer Betreuung versteht man eine Betreuung in einer Wohn­einrichtung für Menschen mit Behinderung. Also in einem Wohn- oder Pflege­heim. Hier ist für Betreuung, Verpflegung und Pflege rund um die Uhr gesorgt.

Was ist der Unterschied zwischen ambulanter Betreuung und Wohnen mit Assistenz?

Sowohl Wohn-Assistent*innen als auch ambulante Betreuer*innen sind dafür da, Menschen mit Behinderung je nach Bedarf im Alltag zuhause zu unterstützen. Eine Wohn-Assistenz wird im Gegensatz zu einer Betreuung direkt vom Menschen mit Behinderung im Rahmen des Persönlichen Budgets eingestellt und beauftragt. Das erfordert viel Eigen­initiative und Eigenverantwortung.

Im Gegensatz dazu beauftragt ein ambulanter Betreuungs­dienst die Mitarbeiter*innen, die dich zuhause unterstützen. Die Betreuer*innen übernehmen hier grundsätzlich mehr Verantwortung für das Wohlergehen der betreuten Person.

Welche Formen für betreutes Wohnen gibt es?

Im Hintergrund schneiden zwei Frauen Gemüse. Im Vordergrund sitzt ein junger Mann.

Ist betreutes Wohnen die richtige Wohnform für mich?

Es gibt ganz unterschiedliche Gründe, weshalb Menschen ambulante Betreuung benötigen: Zum Beispiel eine (geistige) Behinderung, eine psychische Krankheit, eine Suchterkrankung oder Pflegebedarf. Am besten lässt du dich zu deiner individuellen Situation beraten. Für eine erste Orientierung haben wir für dich die wichtigsten Vorteile und Herausforderungen des betreuten Wohnens zusammengefasst:

Was sind die Vorteile von betreutem Wohnen?

  • Du kannst im gewohnten Umfeld wohnen bleiben.
  • Du bekommst die Unterstützung, die du brauchst, um in größtmöglicher Eigen­verantwortung dein Leben so gestalten zu können, wie Sie es möchtest.
  • Du kannst den Ambulanten Dienst, der dich versorgt, selbst aussuchen.
  • Ein Aufenthalt in einer besonderen Wohn­einrichtung kann so unter Umständen vermieden werden.

Was sind die Herausforderungen von betreutem Wohnen?

  • Manche Menschen möchten vielleicht abwägen, ob sie sich ein Leben in der eigenen Wohnung zutrauen oder doch lieber die Sicherheit einer stationären Einrichtung vorziehen. Allerdings wächst die Anzahl an ambulanten Diensten und Angeboten seit Jahren aus gutem Grund: Für die meisten Menschen bedeutet eine Versorgung zuhause mehr Selbstbestimmung und Zufriedenheit.
  • Du solltest grundsätzlich bereit und in der Lage sein, mit der nötigen Unterstützung eigenständig zu leben.

Wie wird betreutes Wohnen finanziert?

In der Regel wird betreutes Wohnen für Menschen mit Behinderung mit Mitteln der Eingliederungshilfe bezahlt. Eingliederungshilfe soll dafür sorgen, dass Menschen mit Behinderung die Hilfe bekommen, die sie benötigen, um selbst­bestimmt leben zu können. Eingliederungshilfe musst du schriftlich beantragen. Zuvor sollten du dich allerdings grundsätzlich zum Thema beraten lassen.

Wo finde ich Beratung und Angebote in meiner Stadt?

EUTB-Beratungsstellen

EUTB steht für „Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung“ . Hier können sich Menschen mit Behinderung kostenfrei beraten lassen: unter anderem zum Thema Wohnen. Die Berater*innen haben oft selbst eine Behinderung und bringen so auch ihre eigene Erfahrung ein. In Deutschland gibt es rund 500 EUTB-Beratungsstellen.

Beratung durch Träger

Auch die Träger von ambulant betreuten Wohnangeboten in Ihrer Stadt oder Gemeinde können Sie zum Thema beraten. Dazu gehören oft große Wohlfahrtsverbände wie Caritas, Diakonie oder Deutsches Rotes Kreuz. Aber auch kleinere Vereine oder Initiativen, die betreutes Wohnen anbieten.

In der Adressdatenbank des Familienratgebers kannst du nach Adressen in deiner Nähe recherchieren.

Wie finde ich Plätze für betreutes Wohnen in meiner Stadt?

Du kannst zum Beispiel in der Adressdatenbank des Familienratgebers nach ambulanten Wohnformen suchen. Gib als Schlagwort „ambulantes Wohnen“ ein und im Suchgebiet deine Postleitzahl. Im persönlichen Beratungsgespräch, zum Beispiel in einer EUTB-Beratungsstelle, kannst du auch erfahren, welche Möglichkeiten es in deiner Region gibt.

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