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Elternarbeit und inklusive Schule

So klappt die Zusammenarbeit

Damit Inklusion in der Schule gelingt, ist die Zusammen­arbeit zwischen Schule und Eltern wichtig. Nur so kann Inklusion aktiv umgesetzt werden. Erfahre mehr über Grund­sätze, Regeln, Arbeits- und Verhaltens­weisen zwischen Eltern und inklusiven Schulen.

28. August 2026|4 Minuten Lesedauer|Aktion Mensch Redaktion
Eltern unterhalten sich in der Schule

Wenn ein Kind neu an die Schule kommt

Eltern und Kinder sollten von Anfang an einen guten Start haben und sich willkommen fühlen. Deswegen ist es sinnvoll, dass zwei Lehrkräfte bei einem Aufnahme­gespräch dabei sind. Kommt das Gespräch auf die Behinderung des Kindes und wollen Eltern etwas darüber erzählen. Dann können das Kind und die zweite Lehrkraft die Schule erkunden. So können Eltern ohne das Kind frei darüber sprechen. Der Hinter­grund: Eltern sind durch schlechte Erfahrungen mit Kita oder anderen Schulen oft traumatisiert.

Barrierefreiheit auch für Eltern

Zur Barrierefreiheit gehören räumliche, technisch-digitale, sprachlich-kommunikative und Barriere­freiheit in den Köpfen. Davon sollen alle Beteiligten profitieren. Also auch Lehrer*innen, Eltern und Schüler*innen. Informationen für Eltern sollten deshalb barriere­frei und so einfach wie möglich gestaltet sein. Einige Beispiele: Einladungen zu wichtigen Veranstaltungen auf rotes Papier drucken. Das bedeutet: Eltern müssen dabei sein. So wissen Eltern, dass sie kommen sollen, auch wenn sie den Text nicht lesen oder verstehen können. Neben Text, sollten auch Bilder und möglichst verständliche Sprache genutzt werden.

Beratungstag statt Eltern­sprechtag

„Eltern­sprechtage“, bei denen Lehrkräfte mit Eltern über Kinder sprechen, sollte es nicht geben. Besser ist es, wenn Lehrer*innen, Kinder und Eltern miteinander reden, beim Beratungs­tag. Gemeinsam sprechen sie über die Leistungen, Erfolge und Probleme des Kindes. Der Vorteil: Alle arbeiten gemeinsam an einer Lösung. Die Teilnahme am Beratungs­tag ist Pflicht für Eltern und Schüler*innen. 

Was, wenn Kinder Regeln brechen?

Strafen können manchmal notwendig sein. Am besten ist es, wenn Eltern in alle Entscheidungen der Schule einbezogen werden. Die Idee dahinter: Schule und Eltern arbeiten zusammen statt gegen­einander. So können Probleme schneller gelöst werden. Und Strafen sind möglichst gar nicht erst nötig.

Elternabende: Damit Schule und Eltern in Kontakt bleiben

Auf Elternabenden können Lehrkräfte und Schul­leitung Informationen zum Schul­alltag oder Neuig­keiten erzählen. Wichtig dabei ist: Ein Eltern­abend sollte nicht explizit unter der Über­schrift „Inklusion“ statt­finden. Meist kommen dann nur Idealist*innen und Bedenken­träger*innen. Deshalb ist es besser Inklusion, Barriere­freiheit und die inklusive Haltung der Schule bei jedem Eltern­abend zu erklären, die Vorteile und Gründe zu nennen aber sie nicht zum Haupt­thema machen. So macht die Schule an jedem Informations­abend deutlich, dass sie inklusiv ist.

Beim Thema Inklusion gibt es viele Fragen und Unsicher­heiten. Deshalb ist eine offene und ehrliche Kommunikation wichtig. Lehrer*innen sollten an Eltern­abenden keine Informationen über Behinderungen einzelner Schüler*innen besprechen. Es sei denn, die Eltern des Kindes wünschen dies, können oder wollen es aber selbst nicht leisten. Bei Eltern­abenden sollte es immer um die Gruppe gehen, nicht um Einzelne.

Engagement der Eltern unter­stützen und wert­schätzen

Eltern übernehmen oft ehrenamtlich Aufgaben und Treffen sich zu diesen Zwecken mit anderen Eltern. Bei einigen der Treffen, wie Eltern-Stammtisch, Schul­pflegschaft- oder Förder­verein-Sitzungen sollte auch die Schul­leitung dabei sein. So zeigt die Schul­leitung, dass sie Interesse an den Themen der Eltern hat. Und sie bekommt mit, was die Eltern beschäftigt oder sorgt. Auch Veranstaltungen, an denen Eltern aktiv mitmachen und zum Beispiel andere Eltern beraten, sorgen für ein offenes und wert­schätzendes Mit­einander. Eltern können zum Beispiel erzählen, wie das Schul­konzept an der Schule umgesetzt wird oder welche Veranstaltungen besonders wichtig sind. Für eine offene und transparente Zusammen­arbeit kann die Schule auch sorgen, wenn Eltern an Fach­konferenzen und Arbeits­kreisen teilnehmen können. Die Eltern­pflegschaft kann zum Beispiel auch zu Fort­bildungen der Lehrer*innen eingeladen werden.

Persönliche oder telefonische Gespräche statt Briefe

Informationen sollten so einfach wie möglich und für alle zugänglich sein. Oft ist es auch sinnvoll, Probleme und Fragen eher telefonisch oder persönlich zu klären. Wichtig: Ruft die Schule wegen einem Problem oder einer Frage an, sollte das Thema erst einmal kurz und sachlich erklärt werden. Denn Eltern können erschrecken, wenn die Schule anruft, und das Schlimmste befürchten. Briefe per Post sollten Eltern nur bekommen, wenn es wie bei Strafen oder einem Aufnahme­bescheid unbedingt nötig ist.

Konflikte bewältigen

Wenn es schwer­wiegende Konflikte gibt, sollten die Eltern aller beteiligten Schüler*innen informiert werden. Ganz wichtig: Gibt es zum Beispiel wegen einem Kind mit emotional-sozialer Entwicklungs­störung oder Behinderung Gesprächs­bedarf, schützt das nicht vor Konsequenzen oder einer Strafe. Inklusive Regel­schule bedeutet eben auch, dass Regeln für alle gelten.

Pflicht­veranstaltungen

Dazu gehören Eltern­abende und Info­abende. Mehr Beteiligung ist noch besser, zum Beispiel in der Klassen- und Schul­pflegschaft oder durch die Teilnahme an der Schul­konferenz. Die Eltern sollen mitmachen können und sich Schul­profil aktiv mit­gestalten können. 

So funktioniert Inklusion in der Schule

Die Marie-Kahle-Gesamtschule in Bonn arbeitet nach einem inklusiven Schul­konzept. Erfahre mehr über den Alltag der Schule.

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