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Schüler und Schülerinnen an der inklusiven Schule Marie-Kahle-Gesamtschule Bonn.

Inklusives Schulkonzept 

Beispiel: Marie-Kahle-Gesamtschule

Die Marie-Kahle-Gesamtschule in Bonn ist eine Schule für alle. Hier lernen Kinder mit ganz unterschiedlichen Begabungen, kulturellen Hintergründen und Sprachkenntnissen, persönlichen Eigenheiten und Behinderungen gemeinsam. Ein gelungenes Beispiel für Inklusion in der Schule. 

4 Minuten Lesedauer
Name der Einrichtung:
Marie-Kahle-Gesamtschule Bonn
Schüler*innen mit und ohne Förderbedarf von der 5. Klasse bis zum Abitur
Zielgruppe:
Träger:
Stadt Bonn
Besonderheit:
Regelschul-Lehrer*innen und Sonderpädagog*innen arbeiten in multiprofessionellen Teams

Die Marie-Kahle-Gesamtschule wurde 2009 gegründet. Sie startete mit sechs Lehrern und vier Klassen. Sonderpädagog*innen waren damals noch nicht an Bord. 2011 begann dann die inklusive Arbeit. Das bedeutet, die Marie-Kahle-Gesamtschule ist seither eine Schule für alle. 100 Regelschul-Lehrer und Förderschul-Lehrerinnen unterrichten 1.000 ganz unterschiedliche Kinder mit und ohne Förderbedarf. 

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„Wir schätzen die Vielfalt unserer Schüler – das ist unser Motor“, sagt Schulleiterin Sabine Kreutzer. Wichtig ist ihr, dass sich die Schule an die Bedürfnisse der Kinder anpasst. Im Interview erläutert sie das Schulkonzept ihrer inklusiven Schule.

Frau Kreutzer, wie sieht ihr Schulkonzept aus?

In der Konzeption ging es darum, zu ändern, was im bisherigen Lehrersein immer gestört hatte. Ein ganz wesentlicher Teil unseres Konzeptes sind multiprofessionelle Teams. Das heißt Regelschullehrer und Förderschullehrerinnen unterrichten gemeinsam und bringen ihre Stärken und ihr Know-how mit ein. Dadurch bekommen alle Schüler die bestmögliche Förderung und Betreuung. Unterricht in Doppelbesetzung ist aber nicht immer möglich, denn auch wir mit knappen Ressourcen zu kämpfen. Deshalb setzen wir auf unterschiedliche Methoden, die es uns möglich machen, guten inklusiven Unterricht zu machen. 

Sehr früh haben wir uns zum Beispiel für das Dalton-Konzept entschieden. Die Schüler lernen zum Beispiel, ihren Arbeitsalltag zu planen und selbstständig zu lernen. In der Lernzeit arbeiten die Schüler in ihrem eignen Tempo und haben Zeit, sich intensiv mit einem Thema zu beschäftigen. Frust und Langeweile haben da keine Chance.

Mehr über inklusive Unterrichtmethoden erfahren

Dalton-Pädagogik

Dalton ähnelt der Montessori-Pädagogik, ist aber für die Sekundarstufen weiterentwickelt worden.

Die Schüler arbeiten 2/3 der Unterrichtszeit in Klassen bei ihrem Fachlehrer. Das restliche Drittel ist Daltonzeit, in der Schüler eigene Lernwege wählen. Sie planen und dokumentieren ihre Aufgaben (Lernaufträge) in allen Fächern in einer Wochenübersicht. Die Klassenlehrer kontrollieren regelmäßig die Fortschritte. Jeder Schüler hat einen Lernordner, in dem die Lernpläne aller Fächer abgeheftet. Die Pläne werden von den Fachlehrern in Fünf-Wochen-Phasen erstellt. Lernaufträge sind individuell und haben unterschiedliche Schwierigkeitslevels. So wird jeder Schüler ganz persönlich gefördert und gefordert. In den Lernplänen stehen die Unterrichtsthemen der jeweiligen Woche, die Lernaufträge, welche Lernziele und Fähigkeiten erreicht werden sollen. Auch Eltern können so kontrollieren woran und wie erfolgreich ihre Kinder in den Fächern arbeiten.

Sie arbeiten auch mit dem Buddy-Prinzip. Was ist das?

Schulleiterin Sabine Kreutzer

Es ist eine wichtige Ergänzung zum Dalton-Programm. Schüler helfen sich dabei alters- und klassenübergreifend auf Augenhöhe. Die Idee ist also: Schüler lernen von Schülern. Wir bilden sie hier aus, um zu erklären. Der Eine versteht eben besonders gut die englische Grammatik, der andere wie man eine Matheproblem löst. Dank des Buddy-Prinzips haben wir in den Klassen lauter Experten für unterschiedliche Themen sitzen. Das Buddy-Prinzip nutzen wir übrigens auch für Lehrer. Kommt jemand neu an unsere Schule, stellen wir ihm einen erfahrenen Kollegen zur Seite, der alle Abläufe erklärt. Das hat viele Vorteile. Wissenstransfer zwischen Kollegen ist so ganz einfach. Auch fühlen sich unerfahrene Lehrer im Team besser aufgenommen.

Was sind hilfreiche Strukturen im inklusiven Schulalltag?

Wir arbeiten viel mit Teamsitzungen. Das ist gerade im Zusammenhang mit multiprofessionellen Teams wichtig, um Absprachen zu treffen. Wir haben sehr klare Konferenz- und Arbeitsstrukturen. Jeder muss genau wissen, wie wir arbeiten und welche Rolle er im Unterricht und bei anderen Abläufen übernimmt. Diese Rahmen sind festgelegt, erleichtern die Arbeit und regeln auch unsere Kommunikation. Das geht sogar auch so weit, dass wir geregelt haben wann und wie oft E-Mails gelesen und beantwortet werden. Das ist wichtig, damit Lehrer auch einmal das Gefühl haben, mit der Arbeit fertig zu sein. Inklusion braucht Standards – aber viele davon, kann man als Schule selbst entwickeln.

Eine inklusive Schule werden, wie geht das?

Für Schulleiterin Sabine Kreutzer ist klar, worauf es bei einer inklusiven Schule ankommt: Man braucht eine positive Haltung. Ihre Tipps:

Kontakt

Marie-Kahle-Gesamtschule der Stadt Bonn
Graurheindorfer Straße 80
53111 Bonn
Telefon: 0228 777607

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