Logo der Aktion Mensch

Was bedeutet Barrierefreiheit in den Köpfen?

Barrierefreiheit in den Köpfen ist erreicht, wenn Menschen mit Behinderung vorurteils- und diskriminierungsfrei behandelt werden. Wenn sie als selbstverständlicher Teil der Gesellschaft und als erstes als Menschen gesehen werden und nicht als Objekte und Empfänger*innen von Hilfe.

22. Mai 2026|3 Minuten Lesedauer|Conny Lopez
David Lebuser, amtierender Deutscher Meister im Wheelchair Motocross, zeigt sein Können auf der Skatebahn.

Welche Barrieren stecken in den Köpfen der Menschen? 

Viele Menschen haben gewisse Vorurteile und Stereotype im Kopf, wenn es um Menschen mit Behinderung geht. Arbeitgeber*innen denken zum Beispiel, dass Menschen mit Behinderung häufiger krank sind oder weniger leisten, als Menschen ohne Behinderung. Viele Menschen denken, dass Menschen mit Behinderung immer Hilfe brauchen. Manche denken auch, dass man sich mit gehörlosen Menschen oder Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung nicht unterhalten kann.

Diese Vorurteile und Stereotype führen dazu, dass Menschen mit Behinderung an Barrieren stoßen. Sie haben schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt, werden diskriminiert, übergangen oder ausgeschlossen.

Wie Barrierefreiheit in den Köpfen aussieht

Eine Gruppe von unterschiedlichen Menschen, die in einem Café arbeiten.

In einer Welt ohne Barrieren in den Köpfen, werden Menschen nur noch nach ihrem Können, Wissen, Charakter, Verhalten, ihren Talenten und Möglichkeiten beurteilt. 

Bei Jobs und Bewerbungen zählen zum Beispiel allein Ausbildung, Noten, erfolgreich abgeschlossene Projekte, Leistungsbereitschaft und Arbeitserfahrung. Geschlecht, Herkunft oder Behinderung sind unwichtig. Kinder mit Behinderung werden ohne Angst auf Kindergeburtstage eingeladen. Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung können sich ehrenamtlich engagieren, zum Beispiel in der Feuerwehr, im Naturschutzverein oder bei der Senior*innen-Hilfe.

Alle Menschen wissen, was Blindenleitsysteme sind und stellen sie nicht mit Fahrädern, E-Rollern oder Mülltonnen zu. Kommen Menschen mit Behinderung in einen Sportverein, werden sie nur gefragt, ob sie schon Erfahrung haben, in welcher Gruppe sie ein Probetraining machen wollen und was sie noch für Infos brauchen.

Wie du Barrieren im Kopf abbauen kannst

Behandel Menschen so, wie du auch selbst behandelt werden willst: respektvoll, fair und diskriminierungsfrei. Denk in Möglichkeiten und nicht in Defiziten. Zum Beispiel: Wie machen wir es möglich, dass ein Kind mit Behinderung zum Kindergeburtstag kommen kann? Warum soll eine Person mit Behinderung nicht einfach im Training ausprobieren, was geht und wie sie mittrainieren kann. Welche Tätigkeiten können Menschen mit psychischer Erkrankung im Verein ehrenamtlich übernehmen? 

Sei offen für Neues. Überlege offen und kreativ, wie du gemeinsames und inklusives Lernen, Spielen, Sport treiben, Arbeiten, ehrenamtliches Engagement möglich machen kannst. Es geht oft viel mehr als man denkt.

Frag bei Unsicherheiten nach: Was kann ich tun, damit du bei uns ungestört arbeiten können? Wie kann ich mich mit dir unterhalten, wenn ich keine Gebärdensprache spreche? Menschen mit Behinderung sind Expert*innen in eigener Sache und haben oft schon Erfahrung darin, gute Lösungen zu finden.

Trau Menschen etwas zu. Will eine Person mit Behinderung eine Aufgabe oder ein Ehrenamt übernehmen, so gib ihr eine faire Chance. Viele Menschen – egal ob mit oder ohne Behinderung – wachsen an Herausforderungen, entwickeln sich weiter oder finden Lösungen, an die du noch gar nicht gedacht hast.

Bilde dich weiter, was Barrierefreiheit bedeutet, wie du mit Menschen kommunizieren oder wie du Beteiligung möglich machen kannst. Lerne einige Wörter in Gebärdensprache.

Behandel Menschen mit Behinderung nicht als Objekte, über die du sprichst. Sprich mit ihnen.

Sieh einen Menschen mit Behinderung als erstes als Menschen. Konzentriere dich auf Charakter, wie nett du diese Person findest, auf Fähigkeiten oder Wissen. Eine Behinderung ist nur ein Merkmal unter vielen. 

Das könnte dich auch interessieren

Zwei Menschen unterhalten sich in Gebärdensprache.

Was ist sprachlich-kommunikative Barrierefreiheit? Und was musst du tun, um sie zu erreichen? Erfahre mehr darüber.

Drei Personen arbeiten in einem Besprechungsraum, eine Frau sitzt im Rollstuhl.

Du willst deine Organisation, deinen Verein oder deine Initiative inklusiver machen? Mit unseren 10 Tipps kannst du damit starten. Es lohnt sich.

Eine Person orientiert sich mit Langstock an einem Blindenleitsystem

Damit sich alle Menschen in öffentlichen und privaten Räume, wie in Rathäusern, auf Gehwege, in Wohnungen, Vereinsheimen, Busse und Bahnen bewegen können, müssen sie barrierefrei sein. Lerne mehr darüber.