Logo der Aktion Mensch

Barrierefreiheit – Was bedeutet das?

Wenn ein Mensch sich ohne Hindernisse durch die Welt bewegen, wohnen, leben, kommunizieren, seine Freizeit gestalten, zur Schule gehen und arbeiten kann, dann haben wir Barrierefreiheit erreicht. 

Menschen mit und ohne Behinderung beim Stand-Up-Paddeling.

Barrierefreiheit ist ein Prozess

Wie sich umfassende Barrierefreiheit umsetzen lässt, ist ein ständiger Prozess. Die Bedürfnisse der Menschen sind unterschiedlich, neue Entwicklungen und technischer Fortschritt eröffnen neue Möglichkeiten. Früher standen sich zum Beispiel die Bedürfnisse von blinden Menschen und Rollstuhlfahrer*innen entgegen: Blinde Menschen orientieren sich oft an Bordsteinen. Abgesenkte Bordsteine können sie mit dem Blindenleitstock nicht immer erkennen. Dadurch könnten sie Straßenkreuzungen zu spät erkennen. Menschen im Rollstuhl brauchen dagegen abgesenkte Bordsteine, damit sie die Straße überqueren können. Die Lösung für diese unterschiedlichen Bedürfnisse sind Blindenleitsysteme im Boden und abgesenkte Bordsteine.

Gute Lösungen lassen sich am besten finden, wenn Menschen mit Behinderung einbezogen werden. So gewinnen alle mehr Verständnis füreinander und können ihre eigenen Bedürfnisse einbringen. Gemeinsam erarbeitete Lösungen werden besser akzeptiert.

Welche Formen von Barrierefreiheit gibt es?

Barrierefreiheit lässt sich grob in vier verschiedene Formen einteilen:

  • Räumliche Barrierefreiheit
  • Sprachlich-kommunikative Barrierefreiheit
  • Technisch-digitale Barrierefreiheit
  • Barrierefreiheit in den Köpfen

Manchmal überschneiden sich die Formen der Barrierefreiheit. Die barrierefreie Ausstattung eines Veranstaltungsraums gehört zum Teil zur räumlichen und zum Teil zur technischen Barrierefreiheit. Wer eine barrierefreie Webseite aufbauen möchte, muss sich mit technisch-digitaler und mit sprachlich-kommunikativer Barrierefreiheit beschäftigen. Bei der Planung einer barrierefreien Veranstaltung müssen sich die Verantwortlichen um räumliche, sprachlich-kommunikative und technisch-digitale Barrierefreiheit Gedanken machen.

Räumliche Barrierefreiheit

Räumliche Barrierefreiheit bezieht sich auf Bau, Umbau und Ausstattung von öffentlichen und privaten Räumen. So gehören Rathäuser, Straßen, Gehwege, Privatwohnungen, Fußballplätze, Vereinsheime, Busse und Bahnen zur räumlichen Barrierefreiheit. 

Sprachlich-kommunikative Barrierefreiheit

Sprachliche beziehungsweise kommunikative Barrierefreiheit ist erreicht, wenn alle Menschen Zugang zu Informationen und Kommunikation haben.

Technisch-digitale Barrierefreiheit

Digitale Barrierefreiheit bezieht sich auf alle technischen und digitalen Geräte, Webseiten, Software, Apps und Dokumente. Dazu gehören zum Beispiel Smartphone, Spiele-Konsolen, Web-Shops, Social Media, Geldautomaten, Streaming-Dienste und Navigationssysteme.

Barrierefreiheit in den Köpfen

Barrierefreiheit in den Köpfen ist erreicht, wenn Menschen mit Behinderung vorurteils- und diskriminierungsfrei behandelt werden. Wenn sie als selbstverständlicher Teil der Gesellschaft und als erstes als Menschen gesehen werden und nicht als Objekte und Empfänger*innen von Hilfe.