Stellenausschreibung – Menschen mit Behinderung einstellen
Eine Stellenausschreibung ist nicht gleich eine gute Stellenausschreibung. Wer gezielt Menschen mit Behinderung motivieren möchte, sich zu bewerben, sollte einige Dinge beachten.

Stellenausschreibung für Menschen mit Behinderung gestalten
Unsere Checkliste hilft Dir dabei, deine Stellenausschreibung besser zu machen:
Allgemeines und Formulierungen der Stellenanzeige
- Du weist ausdrücklich darauf hin, dass du dich über Bewerbungen von Menschen mit Behinderung freust oder, dass Bewerbungen von Menschen mit Behinderung gewünscht sind.
- Du bist glaubwürdig: Du erwähnst nur Maßnahmen, die du auch tatsächlich umsetzt oder in Zukunft umsetzen willst.
- Du beachtest die rechtlichen Aspekte des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG).
- Du nutzt nach Möglichkeit geschlechtsneutrale Formulierungen in der Stellenanzeige.
Die Inhalte der Stellenausschreibung
- Du hast geprüft, welche Anforderungen für die Ausübung der Stelle tatsächlich notwendig sind.
- Du formulierst Deine Qualifikationsanforderungen über Kompetenzen und nicht vorrangig über Abschlüsse. Dabei gehst du so breit wie möglich vor, zum Beispiel: „Sie verfügen über … oder vergleichbare Kenntnisse und Erfahrungen“.
- Du kennzeichnest klar, welche deiner Anforderungen auch im Rahmen der Stelle über Weiterbildung entwickelt werden können.
- Du hast geprüft, ob die zu besetzende Stelle für Teilzeit infrage kommt, da dir bewusst ist, dass dies für Menschen mit Behinderung ein relevantes Kriterium sein kann.
- Aus deiner Stellenanzeige werden folgende Punkte ersichtlich: Aufgaben, Qualifikationen, Vollzeit oder Teilzeit, befristet oder unbefristet, Gehalt
- Du stellst in deiner Ausschreibung dar, was die Interessierten im Arbeitsalltag bei dir erwartet.
- Die Anzeige verdeutlicht klar, was dein Unternehmen dem oder der Bewerbenden bietet.
- Deine Stellenanzeige enthält eine kurze Aufforderung, sich zu bewerben.
Hinweise zum Arbeitsumfeld in der Stellenanzeige
- Du gibst Hinweise auf deine Unternehmensphilosophie und -kultur: Du betonst, wenn dem so ist, dass in deinem Unternehmen ein offener, freundlicher Umgang miteinander gepflegt wird und dass sich Mitarbeitende aufeinander verlassen können.
- Du stellst kurz dar, wie du dich auf die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung einstellst – zum Beispiel durch gute Zusammenarbeit mit der Schwerbehindertenvertretung und dem Integrationsamt sowie Möglichkeiten, das Arbeitsumfeld zu gestalten.
- Du nennst relevante Informationen zur Erreichbarkeit und Barrierefreiheit des Gebäudes. Dabei erwähnst du sowohl Möglichkeiten das Gebäude über den ÖPNV als auch mit dem privaten PKW zu erreichen, falls diese Möglichkeiten vorhanden sind. Deine Büroräume sind ebenerdig zugänglich. Du verweist gegebenenfalls auf eine Person im Unternehmen, die bei diesem Thema für Rückfragen bereitsteht.
- Du erwähnst, so vorhanden, gesundheitsförderliche Maßnahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements, wie zum Beispiel Pilatesangebote, und die Zusammenarbeit mit der Schwerbehindertenvertretung.
- Du bekundest deine Bereitschaft für deine Mitarbeitenden – im Rahmen der Möglichkeiten – auch bei Notlagen, wie zum Beispiel einem privaten Trauerfall, einzustehen.
- Du betonst Besonderheiten deines Unternehmens, die für Menschen mit Behinderung von Interesse sind. Zum Beispiel: Work-Life-Balance, Homeoffice, gesundheitsförderliches Arbeitsklima.
- Es wird deutlich, in welcher Form, an wen und wohin die Bewerbung gehen soll.
Die Form der Stellenausschreibung

Die Stellenanzeige ist strukturiert aufgebaut. Du gestaltest die Stellenanzeigen barrierefrei:
- Nutze Schriftgröße 12.
- Nutze barrierefreie PDF-Formate (Wie du barrierefreie Dokumente erstellst, erfährst du in einem unserer kostenfreien E-Learning-Kurse.)
- Nutze (bei Print-Anzeigen) mattes Papier.
- Transportiere die Informationen so, dass möglichst keine Fragen offen bleiben.
Deine Unternehmenskultur wird greifbar dargestellt durch beispielsweise:
- Lebendige Beispiele aus dem Berufsalltag
- Fotos
- Links oder QR-Codes zu Best-Practice-Beispielen / Aktivitäten außerhalb des Arbeitsplatzes / Facebook
Nutze die Wirkung von Bildern und achte darauf, dass
- Die Bildsprache zu deinem Unternehmen passt.
- Deine eigenen Beschäftigten und dein Unternehmen gezeigt werden.
- Nur abgebildet wird, was auch Realität in deinem Unternehmen ist.
- Sich Menschen mit Behinderung in Ihren Bildern wiederfinden können. Dabei achtest du darauf, dass die Bilder authentisch sind. Zum Beispiel zeigen Sie keine Menschen ohne Behinderung im Rollstuhl.
- Der Internetauftritt die Vielfalt der Belegschaft widerspiegelt.
Stellenanzeige überprüfen lassen
Lasse die Stellenausschreibung von Mitarbeitenden mit Behinderung sowie von Mitarbeitenden, die die Stelle kennen, gegenlesen. Falls du (noch) keine Mitarbeitenden mit Behinderung hast, kannst du auch Menschen mit Behinderung in deinem Familien- oder Freundeskreis um eine zweite Meinung bitten.
Checkliste zum Download

Die Checkliste ist in Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA) entstanden. Du kannst sie hier auch als PDF (280 KB) herunterladen.
Wegweiser: Inklusion im Betrieb
Wer sich über die Checkliste hinaus noch detaillierter mit dem Thema beschäftigen möchte, sollte einen Blick in den neuen „Wegweiser: Inklusion im Betrieb“ werfen. Er zeigt praxisnah, wie Unternehmen Menschen mit Behinderung erfolgreich rekrutieren, einarbeiten, ausbilden und langfristig beschäftigen. Entstanden ist der Wegweiser in einer Kooperation zwischen der Aktion Mensch und dem Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (Kofa).
Im Folgenden findest Du die wichtigsten Tipps für das Einstellen von Fachkräften mit Behinderung.
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