Falsche oder fehlerhafte Untertitel
Untertiteln KI-Programme Inhalte automatisch, passieren Fehler: Wörter werden falsch oder gar nicht übersetzt, Stimmen werden nicht richtig zugeordnet oder erkannt. Gerade bei Live-Formaten kann es zu Fehlern kommen. Zum Beispiel, wenn mehrere Menschen gleichzeitig sprechen. Ein weiteres Problem sind Wörter, die sehr ähnlich klingen: „kein“ und „ein“ zum Beispiel. Ob etwas „ein“ Problem oder „kein“ Problem ist, macht natürlich einen großen Unterschied.
Fehlerhafte Bilderkennung und Bildbeschreibung
Auch bei der Bilderkennung und Bildbeschreibung kommt es immer wieder zu Fehlern. Ein Beispiel: ChatGPT bekommt ein Foto einer Pressekonferenz. Das Programm beschreibt genau, was auf dem Foto zu sehen ist: Männer und Frauen an Mikrofonen, Kameras und im Hintergrund das Logo eines Ministeriums zum Beispiel. Das Programm verrät aber nicht, wer auf dem Foto zu sehen ist. Es ist nämlich angewiesen, die Privatsphäre von Menschen zu schützen. Das ist zwar meistens gut, führt aber in diesem Fall dazu, dass wichtige Informationen fehlen.
Kreative Sprach-Assistenten
Blinde Menschen und Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen verlassen sich im Alltag oft auf Sprachassistenten – zum Beispiel auf ihrem Smartphone. Es kommt aber immer wieder vor, dass diese Assistenten Informationen nicht richtig wiedergeben oder sogar frei erfinden. Sie sind nicht dafür gemacht, Informationen zu überprüfen. Sprachassistenten haben außerdem immer noch Schwierigkeiten, Menschen mit eingeschränktem Sprachvermögen oder abweichender Sprache zu verstehen.
Gebärdensprach-Avatare
Mit KI können sogenannte Gebärdensprach-Avatare generiert werden. Diese virtuellen Figuren übersetzen Lautsprache in Gebärdensprache. Sie sind allerdings umstritten. Der Deutsche Gehörlosenbund rät in einer Stellungnahme sogar dringend davon ab, sie einzusetzen. Die Avatare seien unverständlich, ihre Übersetzungen zu ungenau. Außerdem seien die Programme nicht durch qualifizierte Personen oder Mitglieder der Community geprüft worden. Die Community selbst fühlt sich durch die Avatare nicht richtig repräsentiert.
Accessibility Overlays
Overlays sind Lösungen, die nachträglich für mehr Barrierefreiheit sorgen sollen. Sie werden einem bestehenden Produkt quasi „übergestülpt“. Zum Beispiel können Betreiber*innen eines Webshops sie hinzubuchen. Kritiker*innen sagen, dass Overlays Probleme nicht lösen, sondern nur verstecken. Schlecht gemacht, können sie Internetseiten unbedienbar machen. Zum Beispiel, weil automatisiert erzeugte Alternativtexte unverständlich oder fehlerhaft sind. Oder weil alternative Navigationsmöglichkeiten nicht richtig funktionieren. Eine weitere Gefahr ist, dass Unternehmen zum Beispiel keine Verantwortlichen für Barrierefreiheit mehr einstellen.