Inklusive Kinder- und Jugendarbeit
Inklusive Jugendarbeit macht Teilhabe für alle Jugendlichen möglich – unabhängig von Beeinträchtigungen. Sie schafft Räume der Begegnung, fördert Vielfalt und stärkt das Miteinander. Warum Inklusion in der Jugendarbeit so wichtig ist, wie sie gelingen kann und welche Impulse das Handbuch „Auftrag Inklusion“ bietet.

Was ist inklusive Jugendarbeit?

Inklusive Jugendarbeit bedeutet, dass alle jungen Menschen, unabhängig von möglichen körperlichen, geistigen oder psychischen Beeinträchtigungen, gleichberechtigt an Angeboten der offenen Kinder- und Jugendarbeit teilnehmen können. Dabei geht es nicht nur um Barrierefreiheit, sondern um gelebte Werte, wie Offenheit, Wertschätzung und Partizipation.
In der inklusive Jugendarbeit wird die Vielfalt der Jugendlichen als Bereicherung erlebt. Sie fördert Begegnungen, baut Vorurteile ab und stärkt das Selbstbewusstsein junger Menschen. Ziel ist es, dass niemand ausgeschlossen wird. Weder durch bauliche Barrieren noch durch soziale oder kommunikative Hürden.
Beispiele für inklusive Jugendarbeit sind:
- Eine Jugendgruppe, in der Gebärdensprachdolmetscher*innen regelmäßig dabei sind.
- Ferienfreizeiten, bei denen Assistenzkräfte mitreisen und inklusive Spiele angeboten werden.
- Offene Treffs mit barrierefreien Zugängen und inklusiven Kreativangeboten.
- Medienprojekte, bei denen Jugendliche mit und ohne Beeinträchtigung gemeinsam Podcasts oder Videos produzieren.
- Beteiligungsformate, bei denen Jugendliche mit Beeinträchtigung ihre Ideen einbringen und mitentscheiden können.
Teilhabe-Studie junge Menschen
Im Inklusionsbarometer Jugend vergleicht die Aktion Mensch die Teilhabe-Chancen von jungen Menschen zwischen 14 und 27 Jahren.
So wird Jugendarbeit inklusiver

Inklusive Jugendarbeit beginnt mit dem Willen zu Veränderung und einem offenen Umgang mit den Themen Teilhabe und Barrierefreiheit. Es braucht beispielsweise:
- Barrierefreiheit: physisch, digital und kommunikativ.
- Vielfältige Methoden: kreative, niedrigschwellige und partizipative Ansätze.
- Sensibilisierung und Qualifizierung: Fachkräfte müssen für Inklusion geschult sein.
- Kooperationen: mit Schulen, Einrichtungen der Behindertenhilfe und Selbstvertretungen.
- Mitbestimmung: Jugendliche mit Beeinträchtigung müssen aktiv eingebunden werden.
Wichtig ist, dass inklusive Jugendarbeit als ein selbstverständlicher Teil der offenen Kinder- und Jugendarbeit verstanden wird und nicht als Zusatzangebot .
Handbuch „Auftrag Inklusion“

Wie kann es gelingen, Inklusion in der Jugendarbeit als Gestaltungsprinzip zu etablieren? Zu dieser Frage hat die Aktion Mensch zusammen mit der Diakonie Deutschland und der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland eine Fachtagung veranstaltet und im Handbuch „Auftrag Inklusion – Perspektiven für eine neue Offenheit in der Kinder- und Jugendarbeit“ dokumentiert.
Das Handbuch zeigt viele gelungene Beispiele und Ideen für eine neue Offenheit. Daneben kommen Expert*innen und Praktiker*innen zu Wort und es gibt eine ausführliche Linkliste zum Thema.
Inhalte des Handbuchs:
- Inhaltliche Grundlagen in Form von Gesprächen und Vorträgen über Inklusion
- Eine Standortbestimmung von Kinder- und Jugendarbeit im Kontext von Inklusion
- Einen Inklusions-Check mit Beispielen aus der Praxis
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