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Inklusionsunternehmen fit machen für die Zukunft

Inklusionsunternehmen sind Wegbereiter für mehr Teilhabe von Menschen mit Behinderungen auf dem allgemeinen Arbeits­markt. Doch angesichts der gravierenden Veränderungen, denen sich Wirtschafts­unternehmen heutzutage gegenübersehen, stehen gerade sie vor großen Heraus­forderungen. Die Aktion Mensch hat die Situation im Jahr 2021 analysiert.

Ein Mann und eine Frau stehen in einer Großküche. Der Mann trocknet ein Schneidebrett ab.

Was sind Inklusions­unternehmen?

Inklusions­unternehmen sind Betriebe des allgemeinen Arbeits­markts, die wirtschaftliche Ziele verfolgen und gleichzeitig dauerhaft einen großen Anteil von Menschen mit Schwer­behinderung beschäftigen, in der Regel zwischen 30 und 50 Prozent. Sie werden branchenüblich oder tarif­gebunden bezahlt. Um ihre Mitarbeiter*innen mit Behinderung bedarfs­gerecht unterstützen zu können, erhalten die Betriebe Mittel aus der Ausgleichs­abgabe, die andere Unternehmen zahlen müssen, die weniger als die vorgeschriebenen 5 Prozent schwerbehinderte Mitarbeiter*innen beschäftigen.

Wettbewerbs­fähigkeit und Rentabilität sowie das soziale Ziel, Teilhabe auf dem allgemeinen Arbeits­markt zu ermöglichen, müssen also in einem solchen Betrieb erfolgreich in Einklang gebracht werden.

Inklusions­unternehmen gibt es seit den 1970er Jahren. Bis zum Jahr 2020 ist ihre Zahl auf knapp 1.000 in ganz Deutschland gestiegen. Gut die Hälfte davon verteilt sich auf die Länder Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg. Die Gesellschafter*innen der Unternehmen kommen zum überwiegenden Teil aus der Wohlfahrts­pflege (41 Prozent); 24 Prozent von ihnen sind Vereine und 18 Prozent private Unternehmen.

In der Regel handelt es sich bei Inklusionsbetrieben um kleine Unternehmen mit bis zu 20 Mitarbeitenden. Nur vier Prozent aller Inklusionsbetriebe beschäftigen mehr als 50 Arbeitnehmer*innen. Insgesamt arbeiten bundesweit fast 30.000 Beschäftigte in Inklusionsbetrieben, etwa 12.500 von ihnen haben eine Schwerbehinderung.

Die Aktion Mensch ist seit vielen Jahren der größte private Geld­geber für Inklusions­unternehmen. Allein im Jahr 2025 lag das Gesamt­förder­volumen für Inklusions- und Zuverdienst­betriebe bei 24,8 Millionen Euro.

Studie zum Download

  • Veröffentlichung 2021
  • 68 Seiten
  • Von der Aktion Mensch beauftragt und von der FAF Fachberatung für Arbeits­ und Firmenprojekte (FAF) gGmbH gemeinsam mit Stefan Burkhardt, Beratung und Begleitung Sozialer Arbeit, durchgeführt.

Ergebnisse der Studie

Angesichts gravierender Markt­veränderungen, digitaler und ökologischer Transformationen, des Fachkräfte­mangels und den Folgen der Corona-Pandemie stehen Inklusions­unternehmen vor großen Herausforderungen, wie sie ihre Arbeits­plätze für Menschen mit Behinderung sichern beziehungs­weise möglichst noch ausweiten können. Das zeigt eine Studie, die die Aktion Mensch im Sommer 2021 in Auftrag gegeben hatte.

Sie belegt, dass Inklusions- und Zuverdienst­betriebe aufgrund ihrer erforderlichen Markt- und Wettbewerbs­fähigkeit bei der gleichzeitigen Ausübung des sozial­politischen Auftrages zur Inklusion in einem außergewöhnlichen Spannungs­feld stehen. Das führt dazu, dass sie mehr noch als andere kleine und mittlere Unternehmen von den Auswirkungen der Markt­veränderung betroffen sind, weil es für sie schwieriger ist flexibel darauf zu reagieren. Gleichzeitig sind öffentliche Wirtschafts- oder Struktur­förderungs­programme für einen Großteil der gemeinnützigen, sozialen Unternehmen nicht zugänglich. Dies betrifft auch einige Hilfen während der Corona-Pandemie. Die vielfach bei Inklusions- und Zuverdienst­betrieben vorherrschende Rechtsform „gemeinnützig“ versperrt den Zugang zu bereitgestellten Wirtschafts­hilfen, zum Beispiel im Bereich Digitalisierung.

Die Studie „Inklusions­unternehmen – Zukunfts­prozesse erfolgreich gestalten“, arbeitet die aktuellen Herausforderungen und vielfältigen strukturellen Anpassungs­bedarfe heraus, denen sich Inklusions­firmen stellen müssen, wenn sie als Akteure des allgemeinen Arbeits­marktes konkurrenzfähig bleiben wollen. Daraus abgeleitet gibt der Bericht konkrete Empfehlungen, wie öffentliche und private Förderer die annähernd 1.000 Inklusions­betriebe Deutschlands bei der Struktur­anpassung unterstützen können.

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