Barrierefrei renovieren
Du lebst in einer Wohnung oder einem Haus und stößt dort immer häufiger auf Barrieren? Natürlich kann man sich eine neue Wohnung suchen und umziehen. Aber barrierefreier Wohnraum ist knapp. Und kleine Veränderungen in der eigenen Wohnung können eine große Wirkung haben. Es gibt viele clevere Ideen und Hilfsmittel. Außerdem kannst du kostenfreie Beratung in Anspruch nehmen und hast verschiedene Möglichkeiten, finanzielle Zuschüsse zu bekommen.

Inhaltsverzeichnis
- Gibt es einen Anspruch auf Barrierefreiheit?
- Welche Barrieren lassen sich nachträglich abbauen?
- Wie gehe ich am besten vor, wenn ich eine Wohnung behindertengerecht einrichten möchte?
- Wer übernimmt die Kosten?
- Wer berät und unterstützt?
- Wann lohnt es sich über einen größeren Umbau oder Neubau nachzudenken?
Gibt es einen Anspruch auf Barrierefreiheit?
Ja, den gibt es. Er ist geregelt im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) in § 554.
§ 554 Barrierereduzierung, E-Mobilität und Einbruchsschutz
(1) Der Mieter kann verlangen, dass ihm der Vermieter bauliche Veränderungen der Mietsache erlaubt, die dem Gebrauch durch Menschen mit Behinderungen, dem Laden elektrisch betriebener Fahrzeuge oder dem Einbruchsschutz dienen. Der Anspruch besteht nicht, wenn die bauliche Veränderung dem Vermieter auch unter Würdigung der Interessen des Mieters nicht zugemutet werden kann. Der Mieter kann sich im Zusammenhang mit der baulichen Veränderung zur Leistung einer besonderen Sicherheit verpflichten; § 551 Absatz 3 gilt entsprechend.
(2) Eine zum Nachteil des Mieters abweichende Vereinbarung ist unwirksam.
Welche Barrieren lassen sich nachträglich abbauen?
Mit einem Umbau lassen sich die meisten Barrieren beseitigen. Aber für Mieter*innen kann es umständlich und schwierig sein, die Vermietenden davon zu überzeugen. Bei größeren Umbauten gibt es die Möglichkeit, in einem Vertrag festzuhalten, dass beim Auszug alles wieder auf den Ursprungs-Zustand zurückgebaut wird. Aber es gibt auch viele unaufwändige Möglichkeiten, viele Barrieren einfach und schnell abzubauen. Hier ein paar Beispiele:
Wie gehe ich am besten vor, wenn ich eine Wohnung behindertengerecht einrichten möchte?
Was soll gemacht werden?
Überlege zunächst, welche Barrieren du unbedingt beseitigen möchten. Menschen mit einer Hörbehinderung haben andere Bedürfnisse als Rollstuhlnutzer*innen. Es bietet sich an, eine Liste mit allen Barrieren in der eigenen Wohnung zu machen.
Hier findest du eine Checkliste der Verbraucherzentrale, die du dafür nutzen kannst.Lege fest, welchen Standard du erreichen möchtest. Reicht es aus, mit kleinen Mitteln die am meisten störenden Barrieren zu entfernen? Oder soll die Wohnung einer DIN-Norm entsprechen? Dann informiere dich hier: https://din18040.de/din18040-inhalt.htm
Beratung einholen und Finanzierung klären.
Bevor du mit der Beseitigung der Barrieren anfängst, informiere dich bei geeigneten Beratungsstellen und informiere dich über Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung. Mehr dazu findest du auf dieser Seite.
Zustimmung von Vermieter*in holen
Wenn du zur Miete wohnst, sage deinem Vermieter oder deiner Vermieterin Bescheid. Vielleicht bekommst du auch von dieser Seite Unterstützung. Hole dir die Zustimmung zu den benötigten Maßnahmen ein und kläre, inwiefern diese bei einem Auszug zurück gebaut werden müssen.
Genehmigung der Anträge abwarten
Wenn du Handwerker*innen bestellst: Vereinbare einen Termin vor Ort und erkläre genau, was du brauchst. Suche gezielt nach Betrieben, die sich bereits auf Barrierefreiheit spezialisiert haben oder zumindest für das Thema sensibilisiert sind. Vergleiche mindestens zwei Kostenvoranschläge von Handwerks-Betrieben, bevor du einen Auftrag erteilst.
Handwerker*in bestellen oder selbst loslegen
Wenn du Handwerker*innen bestellst: Vereinbare einen Termin vor Ort und erkläre genau, was du brauchst. Suche gezielt nach Betrieben, die sich bereits auf Barrierefreiheit spezialisiert haben oder zumindest für das Thema sensibilisiert sind. Vergleiche mindestens zwei Kostenvoranschläge von Handwerks-Betrieben, bevor du einen Auftrag erteilst.
Wer übernimmt die Kosten?
Es gibt viele Möglichkeiten, für einen Umbau oder den Einbau von Hilfsmitteln finanzielle Unterstützung zu bekommen. Hier sind einige Beispiele:
Wer berät und unterstützt?
Ob du nun viele Dinge an deiner Wohnung verändern möchtest oder nur ein paar Kleinigkeiten: Nutze in jedem Fall eine der kostenfreien Beratungs-Möglichkeiten. So kannst du nichts übersehen und hast einen besseren Überblick zu finanziellen Förderungen für dein individuelles Projekt.
Das kann eine Beratung zum Beispiel für dich leisten:
- Vorschläge, wie man in der bestehenden Wohnung mehr Barrierefreiheit herstellen kann
- Informationen zu geeigneten Hilfsmitteln und dazu, wie man sie bekommen kann
- Tipps für die Finanzierung, zum Beispiel zu Kostenträgern, Zuschüssen und Förderungen
- Unterstützung, geeignete Handwerker*innen zu finden
Hier gibt es Hilfe:
- Frage deine Verbraucherzentrale vor Ort. Dort gibt es Expert*innen zum Thema Wohnen und Barrierefreiheit. Die passenden Ansprechpartner*innen findest du hier: https://www.verbraucherzentrale.de/beratung
- Die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Wohnungsanpassung ist deutschlandweit tätig. Sie ist ein guter Ausgangspunkt, um die richtigen Wohnberater*innen vor Ort zu finden. Denn die Wohnberatung ist in jedem Bundesland anders organisiert. Regionale Ansprechpartner*innen findest du hier: https://www.wohnungsanpassung-bag.de/seite/259750/regionale-ansprechpartner.html
- Die Wohnberatung in deiner Stadt oder Gemeinde. Sie sind meist in kommunaler Hand und dort direkt dem Wohnungsamt zugeordnet.
Wann lohnt es sich über einen größeren Umbau oder Neubau nachzudenken?
Manchmal funktioniert es leider nicht, mit kleinen Umbaumaßnahmen die passende Barrierefreiheit herzustellen. Dann muss man eine Nummer größer denken. Zum Beispiel an einen Umbau oder sogar einen Neubau. Auch in dieser Situation gibt es Beratung und finanzielle Hilfe. Und immer gibt es eine Lösung. Lese dazu in folgenden Themen weiter:
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