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Franziska Sgoff arbeitet mit einer Braillezeile an einem Laptop-Computer.

Inklusion durch digitale Arbeit: Franziska Sgoff berät Microsoft-Kund*innen zu Barrierefreiheit 

Eine zufällige Begegnung in der Bahn eröffnete Franziska Sgoff die Möglichkeit, bei Microsoft Deutschland zu arbeiten. Heute zeigt sie Kund*innen und Kolleg*innen, welche Tools und welche Technik Barrierefreiheit fördern kann. Und erklärt, warum digitale Barrierefreiheit für alle Menschen wichtig ist.

3 Minuten Lesedauer
Wer arbeitet hier:
Franziska Sgoff
Blindheit
Behinderung:
Job:
Customer Success Managerin bei Microsoft Deutschland
Unterstützung:
Hardware und digitale Tools, die mehr Barrierefreiheit ermöglichen

Franziska Sgoff ist beruflich eine klassische Quereinsteigerin. Nach ihrer Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin hatte sie zunächst Befürchtungen, keinen Job zu finden. Denn auch sie hatte gehört, dass Menschen mit Behinderung Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt haben. Dann aber begegnete ihr in der S-Bahn nach München zufällig eine Mitarbeiterin von Microsoft Deutschland. Nach einem kurzen, aber sehr interessanten Gespräch tauschten sie ihre Kontakt-Daten aus. Kurze Zeit später meldete sich die Mitarbeiterin bei Franziska Sgoff und gab ihr die Möglichkeit, sich für ein Praktikum zu bewerben. Im Interview erzählt sie von ihrem Beginn und der Arbeit bei Microsoft.

Franziska, wie verlief dein Einstieg bei Microsoft?

Im Praktikum konnte ich sechs Monate lang verschiedene Bereiche kennenlernen. Schon damals habe ich viele Hinweise rund ums Thema Barrierefreiheit geben können. Anschließend habe ich eine Zeit lang als Social Media Managerin bei einem Start Up gearbeitet und mein erstes Jugendbuch geschrieben. Dann hat sich glücklicherweise eine Festanstellung bei Microsoft ergeben. Der Kontakt war nie ganz abgerissen. Ich hatte als Externe hin und wieder weiter Aufträge für Microsoft übernommen.  

Welche digitalen Tools nutzt du bei deiner Arbeit?

Bei Microsoft gibt es viele Tools, die mehr Barrierefreiheit ermöglichen, zum Beispiel den Accessibility Checker. Damit gelingt es, auch Präsentationen mit Bildelementen einigermaßen barrierefrei zu gestalten. Meine Kolleg*innen haben mittlerweile ein Bewusstsein dafür entwickelt, dass das wichtig ist und nutzen den Accessibility Checker regelmäßig. Manchmal wird es auch vergessen, aber dann ist es meine Aufgabe, die Kolleg*innen darauf hinzuweisen. Nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern ich biete dann Hilfe beim Umgang mit dem Accessibility Checker an. Wenn man das Tool viel nutzt, geht es in Fleisch und Blut über und so wird Barrierefreiheit Schritt für Schritt zur Selbstverständlichkeit. 

Als Customer Success Managerin zeige ich Kund*innen, welche digitalen Tools und Möglichkeiten es gibt.

Franziska Sgoff

Franziska nutzt in ihrem Arbeitsalltag eine Braillezeile, also ein Computer-Ausgabegerät für blinde Menschen, das Zeichen in Brailleschrift darstellt, und die Sprachausgabe-Funktion, die Texte vorliest. Auch Shortcuts, also Tastenkombinationen, durch die festgelegte Befehle ausgeführt werden, sind ganz wichtig.

Mehr über Franziska Sgoff und ihre Arbeit erfahren

Welche Chancen bietet Digitalisierung deiner Meinung nach auf dem Arbeitsmarkt?  

Digitalisierung kann gerade für Menschen mit Behinderung sehr viele Möglichkeiten bieten. Zum Beispiel für Menschen, die nicht gut die Wohnung verlassen können und besser von zu Hause aus arbeiten. Es braucht aber auch immer die menschliche Komponente, also Menschen, die darin eine Chance sehen und kein Hindernis. Denn Menschen mit Behinderung können ihre Talente und ihr Wissen einbringen, sobald sie Möglichkeit dazu bekommen. Menschen mit Behinderung würde ich außerdem dazu raten, auch mal neue Wege zu gehen und etwas anderes auszuprobieren. Damit habe ich als Quereinsteigerin bei Microsoft jedenfalls gute Erfahrungen gemacht.  

Zur Person

Franziska Sgoff ist 30 jahre alt und lebt in Freising bei München. Sie ist von Geburt an blind und sagt über sich selbst: „Ich bin drei Monate zu früh geboren. Damals war ich schon neugierig auf die Welt, das hat sich bis heute nicht geändert.“ Franziska wollte schon als Kind Schriftstellerin werden. In ihrem ersten Jugendbuch „Wozu braucht man Jungs?“ geht es um das Thema Freundschaft und schulische Inklusion.  

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