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Dennis Niecznik (links) und sein Chef Guido Richter stehen nebeneinander an einem Arbeitstisch der Werbeagentur.

Autismus am Arbeitsplatz 

Werbeagentur Altavia schafft ein inklusives Arbeitsumfeld

Dennis Niecznik hat aufgrund seiner Störung im Autismus-Spektrum besondere Anforderungen an seinen Arbeitsplatz. Bei der Werbeagentur Altavia aus Düssseldorf hat der Mediengestalter einen Arbeitgeber gefunden, der seine Bedürfnisse berücksichtigt.

3 Minuten Lesedauer
Wer arbeitet hier?
Dennis Niecznik
Behinderung:
Störung im Autismus-Spektrum
Job:
Mediengestalter
Unterstützung:
Eigenes Büro, besondere Regelungen im Kontakt mit Kolleg*innen und Kund*innen

Das Büro der Werbeagentur besteht aus einem großen Raum mit verschiedenen Arbeitsbereichen. Es herrscht eine konzentrierte Atmosphäre, nur hier und da wird leise gesprochen. Und dennoch sind alle irgendwie in Kontakt. Lediglich zwei Menschen haben ihr eigenes Büro: Einer der drei Geschäftsführer und der neue Mitarbeiter Dennis Niecznik. Sein Chef Guido Richter hat als Geschäftsführer kein eigenes Büro, aber jede Menge Verständnis für die Bedarfe des neuen Kollegen.

Was Dennis Niecznik braucht, ist schnell erzählt: Einen ruhigen Arbeitsplatz und möglichst wenig mündliche Kommunikation. Er nimmt an allen Online-Besprechungen teil, hat aber die Kamera aus und meldet sich nicht zu Wort. Telefonischer Austausch mit den Kolleg*innen ist für ihn in Ordnung, mit Kund*innen möchte er nicht telefonieren. „Diese Bedarfe haben wir vorher mit den Kolleginnen und Kollegen diskutiert. Denn wir mussten die kommunikativen Aufgaben ja neu verteilen. Wir haben dann im kleinen Team alles genau besprochen. Und die gesamte Belegschaft informiert“, sagt Geschäftsführer Guido Richter. Seit 2022 hat der neue Mitarbeiter einen unbefristeten Vertrag und gestaltet verschiedene gedruckte und digitale Publikationen für Kunden der Agentur. Sein Chef spricht von ihm als „die Einstellung des Jahres“. Denn er arbeite so schnell und genau, dass selbst die Qualitäts-Sicherung des Betriebes staune.

Der Weg zum festen Job 

Nach seinem Schulabschluss hat Dennis Niecznik eine Ausbildung im Berufsbildungswerk der Evangelischen Stiftung Volmarstein gemacht. Dort hat er verschiedene Berufe kennengelernt und sich für den des Mediengestalters entschieden. Nach der Ausbildung kam er für ein Praktikum zu Altavia nach Düsseldorf. Das hat so gut geklappt, dass er ein halbes Jahr zum Probearbeiten eingestellt wurde. Der Inklusionsberater der Industrie- und Handelskammer stand während dieser Zeit und auch darüber hinaus in engem Kontakt mit Altavia.

Die Altavia Deutschland berät, plant und realisiert das Vertriebsmarketing ihrer Kunden. Der Service-Bereich der Agentur entwickelt dabei ganzheitliche Werbekonzepte für Handelsunternehmen, gedruckt und digital. Am Standort Düsseldorf hat die Firma rund 70 Mitarbeitende.

Mehr über Altavia erfahren 

Einheitliche Ansprechstellen für Arbeitgeber

Die IHK ist mittlerweile „Einheitliche Ansprechstelle für Arbeitgeber“ (EAA) und steht so allen Betrieben zur Seite, wenn es um Inklusion geht: Kontakte knüpfen, Förderanträge stellen, Beratung und Vernetzung laufen mittlerweile bundesweit über die verschiedenen EAA. 

Möglichkeiten zur Unterstützung

„Eine Förderung haben wir für die Einrichtung dieses Arbeitsplatzes nicht in Anspruch genommen“, so Guido Richter. „Denn die Leistung stimmt ja.“ Aber natürlich sei es gut, dass es für eventuelle Umbaumaßnahmen oder wenn der neue Kollege nicht so viel leisten kann wie andere Arbeitskräfte, Möglichkeiten zur Unterstützung gibt. Zum Beispiel über das Budget für Arbeit.
Und Dennis Niecznik? Der fühlt sich bei Altavia in Düsseldorf wohl und gut unterstützt. Als seine Stelle entfristet wurde, ist er zu Hause ausgezogen und hat nun seine eigene Wohnung. Auf die Frage nach seinen weiteren Plänen antwortet er: „Von mir aus kann alles so bleiben.“ Er sieht zufrieden aus. Genauso wie sein Chef.

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