Inklusion im Sport
Zahlen, Daten, Fakten
Wie weit ist Inklusion im Sport? Die wichtigsten Zahlen und Informationen zum Sport von Menschen mit Behinderung zu regelmäßigem Sport, inklusiven Angebote im Breitensport und was noch zu tun ist, um inklusive Strukturen und Barrierefreiheit aufzubauen.

Menschen mit Behinderung und regelmäßiger Sport
- Laut dem Dritten Teilhabebericht der Bundesregierung von 2021 treibt etwa ein Drittel der Menschen mit Behinderung wöchentlich Sport – deutlich weniger als bei Menschen ohne Behinderung, von denen knapp die Hälfte regelmäßig sportlich aktiv ist.
- 55 Prozent der Menschen mit Behinderung geben an, nie Sport zu treiben, im Gegensatz zu 32 Prozent der Menschen ohne Behinderung.
- Auch bei Kindern und Jugendlichen gibt es einen sichtbaren Unterschied: 39 Prozent der Kinder und Jugendlichen mit Beeinträchtigung sind nie sportlich aktiv. Bei Kindern und Jugendlichen ohne Beeinträchtigung beträgt dieser Anteil nur 27 Prozent.
Dass Menschen mit Behinderung seltener sportlich aktiv sind, liegt vor allem an fehlenden ortsnahen inklusiven Sportangeboten sowie an baulichen und sozialen Barrieren.
der Menschen mit Behinderung treiben wöchentlich Sport, im Gegensatz zu
der Menschen ohne Behinderung.
Menschen mit Behinderung und Sportvereine

Eine zuverlässige Erhebung, wie viele Menschen mit Behinderung in allgemeinen Sportvereinen aktiv sind, existiert nicht, da bei der Vereinseinschreibung meist keine Angabe zur Behinderung gemacht wird. Deshalb gibt es nur Angaben zu Menschen, die Mitglieder in Behindertensportvereinen sind: Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) zählte 2024 etwas mehr als eine halbe Million Mitglieder. Das sind rund 5 Prozent der Menschen mit Behinderung in Deutschland.
Die rund 86.000 Sportvereine in Deutschland zählten 2024 mehr als 28 Millionen Mitgliedschaften. Darunter sind auch Menschen mit Behinderung.
Wie viele Sportvereine mit inklusiven Angeboten gibt es?
Laut dem Sportentwicklungsbericht des Bundesinstituts für Sportwissenschaft für die Jahre 2020 bis 2022 bieten rund 6.300 Sportvereine in Deutschland spezielle inklusive Angebote an. Das entspricht nur etwa 7 Prozent der Sportvereine bundesweit.
Nur 11 Prozent der im Rahmen des Sportentwicklungsberichts befragten Vereine stimmten der Aussage voll zu, dass sie sich gezielt für Menschen mit Behinderungen engagieren.
Nur etwa 7 Prozent der Sportvereine in Deutschland haben spezielle inklusive Angebote.
Was tun, für mehr Inklusion im Sport?

Damit Inklusion im Sport gelingt brauchen wir:
- Barrierefreie Sportstätten (Umkleiden, Zugänge, Sanitäranlagen)
- Adaptive Sportgeräte, etwa Sportrollstühle, taktile Ausrüstung, Blindenfußbälle
- Fortbildungen für Trainer*innen, um heterogene Gruppen kompetent anzuleiten
- Bildungs- und Aufklärungsarbeit, um Vorurteile zu mindern und Motivation zu wecken
- Finanzierung, fachliche Begleitung und Netzwerke, damit Angebote dauerhaft tragfähig sind
- Sichtbarkeit und Anerkennung von inklusiven Vereinen – etwa durch Preise oder Förderprogramme
Damit Inklusion im Sport zur Selbstverständlichkeit wird, müssen also Politik, Sportverbände und Gesellschaft gemeinsam Verantwortung übernehmen und dauerhaft in inklusive Strukturen investieren.
Wie der Sport in Deutschland inklusiver werden kann
Können die Paralympics Inklusion und Teilhabe im Breiten- und Leistungssport voranbringen? Diese und weitere Fragen beantwortet die Studie „Paralympische Spiele und Inklusion“ der Aktion Mensch. Darin findest du außerdem Handlungsempfehlungen, wie Breiten- und Leistungssport inklusiver werden kann.
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