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Inklusions­­baro­­meter Arbeit 2025

Die Zahlen aus dem aktuellen Inklusions­baro­meter Arbeit ergeben, dass sich die Inklusions­lage am Arbeits­markt im Jahr 2024 erneut verschlechtert hat. Der Negativ­trend aus 2023 setzt sich also fort und hält auch in 2025 an. Dabei bietet Inklusion viele Vorteile für Unternehmen und es gibt genügend Unterstützung für diejenigen, die sie umsetzen wollen.

Aktion Mensch - 21.01.2025 - Inklusive Arbeitsplätze beim Streetfood-Anhänger der Fima Sigma Inklusionsbetrieb gGmbH im Technologie Campus Wörth-Wiesent. Wir treffen Anna Schmalhofer an ihrem Arbeitsplatz, der immer unterwegs ist, einem Foodtrailer. Die 23-Jährige versorgt hier ihre Gäste mit frischem Essen. Heute steht der Trailer zum ersten Mal in einem Gewerbegebiet in Wörth an der Donau. Wir sind dabei. Anna Schmalhofer (Mitte) arbeitet gerne mit ihren Arbeitskolleginnen im Foodtrailer der Firma Sigma Inklusionsbetrieb zusammen. Gemeinsam versorgen sie die Mittagsgäste im Technologie Campus Wörth-Wiesent.

Arbeits­markt­lage von Menschen mit Behinderung verschlechtert sich

Die aktuelle Arbeits­markt­studie der Aktion Mensch und des Handels­blatt Research Institutes belegt: Die wirtschaft­lichen Heraus­­forderungen der jüngeren Vergangenheit hinterlassen auch bei der Arbeits­markt­­situation für Menschen mit Behinderung deutliche Spuren. Die Arbeits­losen­­quote unter Menschen mit Behinderung zog im Jahr 2024 an und lag bei fast zwölf Prozent und damit rund doppelt so hoch, wie die allgemeine Arbeits­losen­­quote . Ebenso erhöhte sich die Zahl der Arbeits­losen mit Behinderung – um nahezu sechs Prozent auf einen Jahres­durch­schnitt von 175.236. Und der Scheitel­­punkt ist damit längst nicht erreicht: Im Oktober 2025 waren bereits rund 185.400 Menschen mit Behinderung ohne Anstellung, knapp fünf Prozent mehr als im entsprechenden Vor­jahres­­monat.

Das 13. Inklusionsbarometer Arbeit

  • Veröffentlicht: 28.11.2025
  • 30 Seiten
  • 4 Abbildungen
  • Dateigröße: 1,5 MB

Beschäftigungsquote sinkt auf neuen Tiefststand

„Der Miss­stand verfestigt sich weiter. Wir sehen uns mit einem drastischen Rück­schlag für die Inklusion auf dem Arbeits­markt konfrontiert“, sagt Christina Marx, Sprecherin der Aktion Mensch. „Es ist zu befürchten, dass es viele Jahre dauern und massive Anstrengungen erfordern wird, um diese Krise zu überwinden.“ Denn: Menschen mit Behinderung finden deutlich schwerer aus der Arbeits­losigkeit wieder heraus. Ihre Abgangs­rate aus der Arbeits­losigkeit sank im Jahr 2024 auf unter drei Prozent, während sie bei Menschen ohne Behinderung bei über sechs Prozent verblieb. Die Chance einen neuen Arbeits­platz zu finden, ist also bei Arbeits­losen ohne Behinderung doppelt so hoch.

Wir kommen nicht umhin, den Unter­nehmen regelrechten Wider­stand zu attestieren. Von ihren Einstellungs- und Beschäftigungs­bemühungen hängt die weitere Entwicklung ab. 

Christina Marx, Sprecherin der Aktion Mensch

Mitglieder der Geschäftsleitung und Mitarbeiter*innnen Personal der Aktion Mensch im Jahre 2022.

Mehrzahl der Unternehmen erfüllt die Beschäftigungs­vorgabe nicht 

Auch die gesamt­wirtschaftliche Beschäftigungs­­quote von Menschen mit Behinderung spiegelt die besorgnis­­erregende Lage wider: Der Abstand zum vor­geschrie­benen Fünf-Prozent-Anteil hat sich 2024 erneut vergrößert – mit 4,4 Prozent sank die Quote auf den niedrigsten Stand seit der ersten Ausgabe des Inklusions­­barometers im Jahr 2013. Konkret bedeutet dies: Jedes vierte Unternehmen, das auf Grund seiner Mitarbeiter*­innen­zahl dazu verpflichtet wäre, beschäftigt gar keinen Menschen mit Behinderung, weitere 35 Prozent tun dies zwar, erfüllen aber die Quote nicht.

Ergebnisse aus der Studie auf einen Blick

Inklusion als Chance und Erfolgsfaktor begreifen

Insgesamt hat die Bereit­schaft der Unternehmen, Menschen mit Behinderung einzustellen und dauer­haft zu beschäftigen, also weiter nach­gelassen. Dadurch verpassen diese Unter­nehmen Chancen, wie Christina Marx betont: „Inklusion ist in diesen disrup­tiven Zeiten nicht etwa eine zusätzliche Belastung – sie ist ein Potenzial, das Unter­­nehmen gerade jetzt widerstands- und zukunfts­fähiger macht. Vielfältige Teams arbeiten häufig nicht nur kreativer und innovativer, sondern reagieren auch resilienter auf Verän­derungen. Angesichts wirtschaftlicher Unsicher­­heit und des vielfach noch immer herr­schenden Fachkräfte­­mangels ist Inklusion längst ein strategischer Erfolgs­­faktor.“

Zahlreiche Angebote unterstützen Unternehmen dabei, Menschen mit Behinderung einzustellen und zu beschäftigen: Von finanziellen Förderungen über Beratungs­­programme hin zu praktischen Hilfen bei der barriere­­freien Arbeits­platz­­gestaltung. Die Potenziale sind vorhanden – sie müssen aber auch genutzt werden.

 Eine sozial­versicherungs­pflichtige Beschäftigung für langzeit­arbeitslose Menschen mit Behinderung kann bis zu fünf Jahre gefördert werden, ein begleitendes Coaching wird ergänzend finanziert. Diese Förder­ung steht allen Arbeit­geber*innen offen und zeigt erste positive Effekte. 

Julia Ehlert-Hoshmand, Senior Economist beim Handelsblatt Research Institute

Mehr Veröffentlichungen aus dem Themenfeld Arbeit

Alle bislang veröffent­lichten Inklusions­barometer Arbeit sowie viele weitere von der Aktion Mensch erstellten Veröffentlichungen zum Themenfeld in­klusiver Arbeits­markt sind in gedruckter sowie digitaler Form kostenfrei erhältlich. 

Kontakt

Dagmar Greskamp

Referentin Lebensbereich Arbeit

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