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Diskriminierung als Alltagserfahrung

Diskriminierung gehört für viele Menschen mit Beeinträchtigung zum Alltag. Sie sind deutlich häufiger von ihr betroffen als die Gesamt­bevölkerung, etwa im Arbeits­leben, auf dem Wohnungs­markt, im Kontakt mit Behörden sowie im öffentlichen und digitalen Raum. Die Ergebnisse der zweiten Auflage der Studie machen sichtbar, welche Folgen Diskriminierung hat und wo Handlungs­bedarf besteht.

Besuch des inklusiven, barrierefreien Musikfestivals Pferdefest in Piesport/Mosel, der Bühnen, der Stände und der Shows, unterstützt vom Verein für Kunst, Kultur und Inklusion e.V. AM-Losgewinner Jannik Rademacher wurde zum Pferdefest in Piesport an der Mosel eingeladen. Einem barrierefreien Festival unter dem Motto: Musik, Liebe und Inklusion. Zusammen mit zwei Besucherinnen erlebt Jannik, was das Pferdefest so besonders macht. Mit Pferden hat das übrigens nichts zu tun. Das inklusive, barrierefreie Musikfestival Pferdefest in Piesport an der Mosel ermöglicht es Menschen mit Einschränkungen, sich überall auf dem Festivalgelände bewegen zu können. Birgit Leisch (Mitte) und AM-Losgewinner Jannik Rademacher (rechts) genießen die Atmosphäre auf dem Festivalgelände.

Hintergrund der Studie

Mobbing und Diskriminierung sind für viele Menschen mit Beeinträchtigung keine Einzel­fälle, sondern wiederkehrende Erfahrungen. Sie begegnen ihnen auf dem Wohnungs­markt, am Arbeits­platz, im öffentlichen Raum, im Internet sowie im Kontakt mit Behörden und dem Gesundheits­system.

Die Studie untersucht, wie häufig Menschen mit Beeinträchtigung von Mobbing und Diskriminierung betroffen sind, welche Folgen diese Erfahrungen für ihren Alltag haben und wie sie mit den Erlebnissen umgehen. Gleichzeitig zeigt sie auf, welche strukturellen Barrieren bestehen und welche Veränderungen Betroffene für eine diskriminierungs­ärmere Gesell­schaft fordern. 2025 wurde die Studie erstmalig durchgeführt, der vorliegende Jahrgang bietet die erste Möglichkeit zur Beobachtung, wie sich die Diskriminierung von Menschen mit Beeinträchtigung entwickelt.

Studie zum Download

Diskriminierung in allen Lebensbereichen

Menschen mit Beeinträchtigung erleben auch im Jahr 2026 deutlich häufiger Diskriminierung und Mobbing als die Gesamtbevölkerung. Die Ergebnisse der Wiederholungs­befragung zeigen: Während die Diskriminierungs­erfahrungen in der Gesamt­bevölkerung gegenüber dem Vor­jahr zurückgehen, bleibt die Situation für Menschen mit Beeinträchtigung un­verändert belastend. Diskriminierung ist für viele Menschen mit Beeinträchtigung keine Ausnahme, sondern Teil ihres Alltags. Besonders häufig erleben sie Benachteiligungen

  • im Privat­leben und in der Öffentlich­keit
  • auf dem Arbeits­markt
  • im Kontakt mit Behörden, staatlichen Stellen und dem Gesundheits­system
  • auf dem Wohnungs­markt
  • und im digitalen Raum.

Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass Menschen mit Beeinträchtigung in allen untersuchten Lebens­bereichen häufiger von Diskriminierung betroffen sind als die Gesamt­bevölkerung.

In durchweg allen Lebens­bereichen machen Menschen mit Behinderung deutlich mehr diskriminierende Erfahrungen als die Allgemein­bevölkerung. Diese reichen von Mikro­aggressionen über herabwürdigende Kommentare bis hin zu fehlender Barriere­freiheit.

Christina Marx, Sprecherin der Aktion Mensch

Mitglieder der Geschäftsleitung und Mitarbeiter*innnen Personal der Aktion Mensch im Jahre 2022.

Folgen von Diskriminierung

Diskriminierung und Mobbing haben erhebliche Auswirkungen auf die Lebens­gestaltung der Betroffenen. Viele vermeiden bestimmte Situationen oder Orte, um weiteren negativen Erfahrungen aus dem Weg zu gehen. Andere zweifeln an ihrem eigenen Wert oder geben sich selbst die Schuld für das Erlebte. Die Studie verdeutlicht damit, dass Diskriminierung nicht nur einzelne Vorfälle beschreibt, sondern gesell­schaft­liche Teilhabe, Selbst­bild und Lebens­qualität langfristig beeinträchtigen kann.

Fehlendes Vertrauen in Schutzmechanismen

Besonders kritisch ist die Diskrepanz zwischen der Häufigkeit von Diskriminierungserfahrungen und dem Vertrauen in bestehende Unterstützungs­systeme. Viele Betroffene glauben nicht daran, dass Beschwerden oder Gegenwehr etwas bewirken. Vor allem im Umgang mit Behörden und staatlichen Stellen befürchten viele Menschen mit Beeinträchtigung, durch eine Beschwerde zusätzliche Nachteile zu erfahren. Die Ergebnisse verweisen damit auf ein deutliches Misstrauen gegenüber bestehenden Schutz- und Beschwerde­strukturen.

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