
Leben in einer rollstuhlgerechten Wohnung
Menschen, die einen Rollstuhl nutzen, sind auf eine barrierefreie Wohnung angewiesen, um sich ungehindert bewegen zu können und selbstständig alles zu erreichen. Silvana war bei der Planung ihrer Wohnung dabei und konnte so mit ihrer Architektin und ihrem Küchenplaner maßgeschneiderte Lösungen finden, die ihr den Alltag erleichtern.
Rollstuhlgerechte Wohnung: Das waren Silvanas Herausforderungen
Silvana nutzt einen Rollstuhl. Aus diesem Grund ist bei der Gestaltung der Räume für sie wichtig, dass sie genug Platz hat, um sich zu bewegen. Dabei ist zu bedenken, dass Rollstühle einen größeren Wendekreis haben. Für viele Rollstuhlfahrer*innen sind außerdem breitere Türen wichtig. Außerdem dürfen keine Stufen oder Schwellen vorhanden sein, die den Zugang mit einem Rollstuhl verhindern. Darüber hinaus ist es wichtig für Silvana, dass sie alle Dinge in ihrer Wohnung gut und eigenständig erreichen kann.
Silvanas Tipps für eine rollstuhlgerechte Wohnung
Silvana war beim Bau ihrer Wohnung dabei. Deshalb hatte sie die Möglichkeit, gemeinsam mit ihrer Architektin und ihrem Küchenplaner die Wohnung nach ihren Wünschen und Bedürfnissen zu gestalten. Dazu gehören:
Im Wohn- und Essbereich:
- Niedriger Wohnzimmerschrank mit Schubladen im unteren Bereich, um bestmöglich an alle verstauten Dinge zu kommen. Im oberen Bereich des Schranks befinden sich Türen, damit sie dort auf Augenhöhe das Geschirr sieht und herausnehmen kann.
- Ein höhenverstellbarer Esstisch, an dem auch größere Gäste problemlos essen können.
In der Küche:
- Schubladen in den Unterschränken.
- In den Oberschränken werden in den oberen Bereichen nur leichte und nicht zerbrechliche Dinge verstaut, die sie mit einer Zange herunterholen kann, beispielsweise Küchenrollen oder Plastikbecher.
- Unterfahrbares Kochfeld und Spülbecken.
- Küchenarbeitsplatte auf ihrer Höhe mit einer Kante, sodass kein heißes Wasser auf ihre Beine laufen kann.
- Dunstabzugshaube mit Fernbedienung.
- Backofentür, die sich nach außen öffnen lässt.
- Ablage unter dem Backofen zum Abstellen von Backblechen.
- Ein Servierwagen mit Rollen, mit dem sie Geschirr zwischen Küche, Esstisch oder Terrasse transportieren kann.
Im Badezimmer:
- Schiebetür zum leichteren Öffnen.
- Schwellenlose Dusche.
- Individueller Duschsitz in ihrer Höhe.
- Toilette auf ihrer Höhe. Das erleichtert den Transfer vom Rollstuhl aus.
- Unterfahrbarer Waschtisch mit einem niedrigen Waschbecken für Silvana und einem höheren für Fußgänger.
- Rollbare Elemente als Stauraum.
In der gesamten Wohnung:
- Lichtschalter auf ihrer Höhe.
- Schiebetüren an Schränken.
- Fernbedienungen für Lampen.
Wohnen wie Silvana: So klappt es
Silvana hatte das Glück, dass sie beim Ausbau ihrer Wohnung dabei war und mit ihrer Architektin vieles für sich individuell planen konnte. Das bedeutet natürlich einen höheren finanziellen Aufwand. Hier erfährst du, wie du Unterstützung und Beratung für ein solches Vorhaben findest.
Gibt es finanzielle Unterstützung?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen finanziellen Zuschuss zum barrierefreien Bau oder Umbau zu bekommen. Um eine solche Förderung zu erhalten, muss man beim Bau oder Umbau allerdings bestimmte Standards erfüllen. Für die Planung brauchst du daher eine*n Expert*in an deiner Seite: Das kann ein*e Architekt*in sein, ein*e Ingenieur*in oder auch ein*e Handwerker*in, der oder die sich mit Barrierefreiheit auskennt. Den Antrag auf die Finanzierung musst du stellen, bevor der Umbau beginnt.
Es gibt Fördertöpfe der Bundesländer, der Kommunen, aber auch von Banken und anderen Organisationen.
Wo finde ich Beratung und Hilfe?
Bauen und damit auch die Barrierefreiheit beim Bauen sind Ländersache. In einigen Bundesländern und Kommunen gibt es inzwischen Beratungsstellen für barrierefreies Bauen und Planen. Hier können Planer*innen, Bauherr*innen und Betreiber*innen von barrierefreien Gebäuden sich Rat und Hilfe für Planung, Bau und Umbau von barrierefreien Immobilien holen.
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