
Inklusive Wohnpolitik in Bayern
Mehr Möglichkeiten zum inklusiven Wohnen ist seit vielen Jahren eine zentrale Forderung von Menschen mit Behinderung und deren Angehörigen. In Bayern gibt es seit 2022 das Projekt „Inklusives Wohnen in Bayern stärken“. Die Aktion Mensch ist als Kooperationspartner daran beteiligt.
Inklusives Wohnen möglich machen
Bundesweit gibt es durchaus eine ganze Reihe innovativer inklusiver Wohnprojekte, die zeigen, wie Menschen mit Behinderung ganz selbstverständlich in der Mitte der Gesellschaft leben können. Manche existieren bereits seit Jahrzehnten. Die Aktion Mensch hat einige von ihnen gefördert, wie beispielsweise eine inklusive Wohngemeinschaft in Dresden. In Berlin hat sie ein inklusives Wohnhaus für 20 Menschen selbst realisiert. Aber insgesamt sind solche Modelle nach wie vor die Ausnahme. Dabei ist das Interesse und die Nachfrage an Plätzen in solchen Wohngruppen groß.
In Bayern haben deshalb der Bayerische Beauftragte für Menschen mit Behinderung, Holger Kiesel, und der Verein WOHN:SINN ein gemeinsames Projekt gestartet. Es trägt den Titel „Inklusives Wohnen in Bayern stärken“. WOHN:SINN engagiert sich seit 2018 im deutschsprachigen Raum für inklusives Wohnen, zum Beispiel in inklusiven WGs, Hausgemeinschaften oder Nachbarschaften.
Bündnis von Expert*innen für inklusives Wohnen

Die Projektgruppe „Inklusives Wohnen in Bayern stärken“
Mit dem Projekt sollen Entscheidungsträger*innen konkrete Maßnahmen aufgezeigt werden, wie sie die Rahmenbedingungen und Voraussetzung für die Schaffung inklusiver Wohnformen im Freistaat verbessern können. Zu diesem Zweck haben die Projekt-Initiator*innen fast 60 Exert*innen aus ganz Bayern zusammengeholt: Menschen mit Behinderungen, Angehörige, Gründer*innen inklusiver Wohnprojekte, Vertreter*innen von Verbänden, Bezirken und Leistungserbringern, Mitarbeiter*innen verschiedener Beratungsstellen, Akteur*innen aus dem genossenschaftlichen Wohnen. In mehreren Treffen haben sie gemeinsam die Herausforderungen bei der Verwirklichung von inklusivem Wohnen aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet und Lösungsvorschläge erarbeitet.
Empfehlungen für inklusive Wohnprojekte

Titelseite des Forderungskatalogs
Die Ergebnisse ihrer Arbeit liegen nun als 20-seitiger Katalog von Handlungsempfehlungen vor. Sie richten sich in erster Linie an politische Entscheidungsträger*innen auf kommunaler, Bezirks- und Landesebene. Aber auch der Bund und die Pflegekassen sind adressiert. Diese können nun mit Hilfe der Empfehlungen die notwendigen Maßnahmen ergreifen, damit mehr inklusive Wohnprojekte entstehen.
Natürlich beziehen sich die Empfehlungen auf die speziellen Gegebenheiten in Bayern. Allerdings sind einige von ihnen auch übertragbar auf andere Bundesländer – allen voran die Schaffung einer Koordinierungsstelle für inklusives Wohnen als zentraler Anlaufpunkt für alle Beteiligten aus Politik, Wohnwirtschaft, Behindertenhilfe und Zivilgesellschaft.
Im nächsten Schritt gilt es nun den Forderungskatalog an den relevanten Stellen bekannt zu machen. Dazu wird er landesweit an verantwortliche Politiker*innen in den Bezirken und Gemeinden verschickt und den relevanten Landesminister*innen in München übergeben. Eine der ersten Übergaben erfolgte im Dezember 2023 anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung an die bayerischen Sozialministerin und stellvertretenden Ministerpräsidentin Ulrike Scharf. Außerdem werden gemeinsam mit Entscheidungsträger*innen aus Wohnwirtschaft, Politik und Verwaltung inklusive Wohnmodelle besucht und über die Handlungsaufforderungen diskutiert.
Einblick in die Projekt-Arbeit
Das folgende kurze Video vermittelt einen Einblick in die Arbeit der Expert*innen an ihren Empfehlungen und Forderungen. Interessierte, die nach bayerischem Vorbild in ihrem Bundesland ein ähnliches Projekt auf die Beine stellen möchten, können gerne mit WOHN:SINN e.V. Kontakt aufnehmen.
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