
Digital-inklusive Bildung
Beispiel Förderschule Elfenwiese in Hamburg
Die Hamburger Schule Elfenwiese ist eine Ganztags-Förderschule mit primärem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung. Rund 100 Mitarbeitende - Lehrer*innen, Erzieher*innen und Therapeut*innen unterrichten und betreuen rund 200 Schüler*innen mit Förderbedarf. Digitales, inklusives Arbeiten gehört hier zum normalen Schulalltag. Um alle Schüler*innen im gemeinsamen Unterricht mitzunehmen, setzt die Schule auf Smartboards und iPads.
Die Digitalisierung wurde an der Schule Elfenwiese mit dem Ziel vorangetrieben, Teilhabe und Chancengleichheit von Schüler*innen mit Förderbedarf zu verbessern. Digitale Geräte gehören inzwischen zum Alltag der Schüler*innen und fördern aufgrund ihrer Vertrautheit häufig die Motivation und den Zugang zu Lerninhalten. Gleichzeitig gewinnt der Umgang mit digitalen Medien auch für die spätere gesellschaftliche und berufliche Teilhabe zunehmend an Bedeutung.
Der Umbau der Elfenwiese zu einer digitalen, inklusiven Schule erfolgte schrittweise. Eine wichtige Voraussetzung war die hohe Priorisierung des Themas durch die Schulleitung. Sie schuf dafür die finanziellen Rahmenbedingungen. Zunächst wurden Smartboards in den Klassenräumen installiert. Anschließend erhielten die Klassen Computer, bevor nach und nach Tablets eingeführt wurden. Ergänzt wurde die technische Ausstattung durch verschiedene Projekte sowie Fortbildungsangebote, die das Kollegium beim Einsatz der digitalen Medien unterstützten.
Heute gibt es Smartboards sowie PCs und iPads in allen Klassen- und Fachräumen. Außerdem besitzt die Schule einen Computerraum mit zehn Arbeitsplätzen, zwei Laptopwagen mit je zehn Geräten sowie zwei iPad-Koffer mit je zehn Geräten zum flexiblen Einsatz im Klassenraum. Digitale Geräte gehören zum Alltag der Schüler*innen und fördern aufgrund ihrer Vertrautheit häufig die Motivation und den Zugang zu Lerninhalten.
Hätten wir gewartet bis alle soweit sind, dann wären wir nicht da, wo wir jetzt sind.
Fabio Priano, Förderschullehrer an der Elfenwiese

Der Veränderungsprozess wurde bewusst pragmatisch gestaltet. Neue Technologien wurden schrittweise eingeführt und teilweise direkt im Schulalltag etabliert, um ihre Nutzung zur Selbstverständlichkeit werden zu lassen. „Wir haben zum Beispiel anfangs einfach die Tafeln rausgenommen und gesagt: ‘Du kriegst nächste Woche ein Smartboard’. Ich glaube, so schafft man Notwendigkeiten, sich damit auseinanderzusetzen“, sagt Fabio Priano, Förderschullehrer und Digital-Experte an der Schule Elfenwiese.
Gleichzeitig spielte die kontinuierliche Begleitung der Lehrkräfte eine wichtige Rolle. „Man muss die Kolleg*innen natürlich mitnehmen und auch sagen: ‘Wenn du Hilfe brauchst, dann frag mich’ und man muss immer ansprechbar sein, auch wenn es irgendwann viel Arbeit ist, erklärt Priano. Unterstützung, Beratung sowie der Austausch der Kolleg*innen untereinander trugen dazu bei, Unsicherheiten abzubauen und den Einsatz digitaler Medien nachhaltig zu fördern.
Videoplayer wird geladen
Selbstständigkeit und Teilhabe durch digitale Hilfsmittel
Ein zentrales Anliegen der Schule ist es, den Schüler*innen aufzuzeigen, welchen persönlichen Nutzen digitale Hilfsmittel für ihren Lernalltag haben. Durch deren Einsatz können sie Aufgaben zunehmend eigenständig bewältigen und werden weniger auf Unterstützung durch andere angewiesen. Gerade für Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf, die im Alltag auf Hilfe angewiesen sind, eröffnet dies neue Möglichkeiten zur Selbstständigkeit und Teilhabe.
Rückblickend wird deutlich, dass die digitale Schulentwicklung durch konsequentes Handeln einerseits und eine schrittweise Umsetzung von Neuerungen andererseits vorangetrieben wurde. Der Veränderungsprozess fand nicht zu jeder Zeit die Zustimmung aller Beteiligten wurde aber immer durch kontinuierliche Unterstützung begleitet.
Der entscheidende Schlüssel für die Einbindung des Kollegiums in den Prozess der Digitalisierung war die „Smartboard-Pause“. Dabei handelt es sich um kurze Fortbildungseinheiten von etwa 20 bis 30 Minuten, die regelmäßig einmal pro Woche stattfinden. In jeder Einheit wird nur eine einzelne Funktion oder Anwendung am Smartboard vorgestellt. Anhand konkreter Unterrichtsbeispiele und leicht einsetzbarer digitaler Werkzeuge können die Kolleg*innen unmittelbar erkennen, wie sich die vorgestellten Anwendungen im eigenen Unterricht umsetzen lassen. Durch diese schrittweise Vermittlung können die Lehrer*innen die neuen Inhalte leichter aufnehmen und direkt im Unterricht ausprobieren.
Im Laufe der Zeit entstanden zudem kleinere Lerngruppen innerhalb des Kollegiums. Insbesondere Lehrkräfte, die zunächst Berührungsängste im Umgang mit digitalen Medien hatten, nutzten den Austausch mit Kolleg*innen, um Fragen zu klären und gemeinsam Erfahrungen zu sammeln.
Digitaler Schulalltag
Drei Fragen zu Digitalisierung und Inklusion

Förderschullehrer Fabio Priano
Fabio Priano ist leidenschaftlicher Pädagoge und Experte für digitalen Unterricht an der Hamburger Schule Elfenwiese. Im Interview gibt er Tipps für den Einstieg ins digitale Arbeiten in inklusiven Klassen.
Das könnte dich auch interessieren

Elternarbeit und inklusive Schule
Arbeiten Schule und Eltern für gemeinsame Ziele, kann Inklusion besser gelingen. Erfahre mehr über wichtige Grundsätze, Regeln und Verhaltensweisen.

Offener Unterricht
Offener Unterricht bedeutet einen Unterricht, der offen gegenüber neuen Lern-Methoden ist. Wir stellen dir den Ansatz vor.

#diklusion: Digital-inklusiver Unterricht
Digitalisierung und Inklusion sind die Themen der Zukunft an Schulen und Bildungsorten. Noch wird Beides meist getrennt voneinander vorangetrieben. Dabei könnten Digitalisierung und Inklusion sehr gut zusammen gedacht und verwirklicht werden.









