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Protesttag 5. Mai

Jährlich am 5. Mai findet der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung statt. Seit Jahrzehnten unterstützt die Aktion Mensch Aktivist*innen finanziell und logistisch dabei, rund um diesen Tag ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Hier erfährst du, unter welchen Vorzeichen der diesjährige 5. Mai stattfindet und wie du Unterstützung bekommst, wenn du selbst eine Aktion planst.

Aktionszeitraum: 02.05.- 10.05.2026

Vor hellblauem Hintergrund ist der dunkelblaue Umriss einer Gruppe von Menschen zu sehen. Einige nutzen einen Rolli, einen Stock oder Rollator. Einer hat einen Armstumpf. Mehrere heben dem Arm zum Protest. Eine Person hält ein Schild in die Höhe, auf dem ein Kreis aus bunten Punkten zu sehen ist und das Wort Inklusion.  Auf dem dunklen Hintergrund der Gruppe steht: Menschenrechte sind nicht verhandelbar.

Menschenrechte sind nicht verhandelbar

Angesichts der Krisen im In- und Ausland scheint sich die Politik immer weiter von Inklusionszielen zu entfernen – Zielen, zu denen sich Deutschland mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention und durch nationale Gesetze klar bekannt hat. Schlimmer noch: Die angekündigten Sparmaßnahmen im Sozialbereich und veränderte politische Rahmenbedingungen in den Kommunen bedrohen bereits erreichte Fortschritte für eine verbesserte Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung.

Für viele Menschen mit Beeinträchtigung bleibt strukturelle Diskriminierung und Ausgrenzung weiterhin Alltagserfahrung. Natürlich müssen in schwierigen Zeiten alle Bürger*innen Abstriche bei ihren Wünschen hinnehmen. Aber es kann nicht sein, dass Menschen auf gesellschaftliche Teilhabe verzichten müssen. Teilhabe ist kein Luxus, sondern Menschenrecht – und stärkt unseren Zusammenhalt und unsere Demokratie. 

Darum: Werden wir laut zum 5. Mai! Gegen Diskriminierung und Ausgrenzung, für Solidarität und Teilhabe! 

Die Aktion Mensch unterstützt Aktionen und Veranstaltungen zum Protesttag für die Rechte von Menschen mit Behinderung, die zwischen dem 02. und 10. Mai 2026 stattfinden, finanziell. Dafür hat sie insgesamt 2 Millionen Euro bereitgestellt. Bis Ende März konnte diese Förderung beantragt werden. 

Petition gegen Kürzungen bei der Eingliederungshilfe unterstützen

Mitte April hat eine Arbeitsgruppe aus Vertreter*innen von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden ein sogenanntes „Vorschlagsbuch“ zur Kosteneinsparung in der Eingliederungshilfe und der Kinder- und Jugendhilfe vorgelegt. Auf über 100 Seiten werden in dem Papier mit dem Titel „Effizienter Ressourceneinsatz bei Leistungsgesetzen“ Kürzungsvorschläge mit einem Gesamtvolumen von rund 8,6 Milliarden Euro gemacht. Deren Umsetzung würde grundlegend in bestehende Rechte von Menschen mit Behinderung, von Kindern und Jugendlichen und ihren Familien eingreifen. 
Die Bundesvereinigung Lebenshilfe hat deshalb eine Petition an den Deutschen Bundestag gestartet. Die Unterzeichner*innen fordern die Abgeordneten auf, keine gesetzlichen Änderungen vorzunehmen, die zu Kürzungen und Einschränkungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung führen. Denn Teilhabe ist ein Menschenrecht und darf nicht nach Kassenlage gewährt werden.

Teilhabe leichter ermöglichen statt kürzen

Statt bei Leistungen zur Teilhabe zu kürzen, wäre es im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention vielmehr nötig, den Zugang zu bestehenden Rechten weiter zu vereinfachen. In einer aktuellen Studie hat die Aktion Mensch untersucht, wie Menschen mit Behinderung das Teilhabeplan­verfahren nach dem Bundes­teilhabe­gesetz beurteilen. Dieses 2018 eingeführte Verfahren soll es Antragssteller*innern ermöglichen, Leistungen zur Teilhabe selbstbestimmt zu wählen und einfacher zu beantragen. Ergebnis der Studie: Das Verfahren bietet viel Potenzial für Selbst­bestimmung und Teilhabe – wird aber zu selten genutzt. Das liegt in erster Linie an seiner geringen Bekanntheit, dem großen bürokratischen Aufwand, der damit verbunden ist, und unzureichender Beratung im Vorfeld. Die Studie liefert auch Empfehlungen, wie das Verfahren seine Wirkung besser entfalten könnte. 

Material für deine Aktion zum 5. Mai

Eine Gruppe von etwa 80 Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit und ohne Behinderung posiert vor dem Eingang eines holzgetäfelten Tagungshauses für ein Gruppenbild. Die in der ersten Reihe sitzenden Teilnehmer*innen halten ein 2-Meter-langes Banner mit der Aufschrift "Menschenrechte sind nicht verhandelbar". Hinter der Gruppe stehen Beachflags mit dem Logo der Servicestelle Jugendbeteiligung.

Die Teilnehmenden des diesjährigen Jugendaktionscamps der Servicestelle Jugendbeteiligung haben bei ihrem Treffen Ideen für Aktionen zum 5. Mai entwickelt. 

Du fragst dich, wie du deine Aktion zum 5. Mai gestalten kannst? Auch dieses Mal gibt es wieder die Möglichkeit, kostenlose Materialien zu nutzen, die wir dir hier zum Download oder Bestellen anbieten: 

Wo sind Aktionen geplant?

Ausschnitt aus einer geografischen Karte. Man sieht das Rheinland. In einigen Städten sind rote Kreise platziert. In den Kreisen steht "5.5."

Auf unserer Deutschlandkarte kannst du dir ansehen, in welchen Städten und Gemeinden Aktionen zum 5. Mai geplant sind. Von der Aktion Mensch geförderte Aktionen erscheinen automatisch auf der Karte. Wer eine Aktion ohne Förderung durch die Aktion Mensch plant, die aber auch auf der Karte erscheinen soll, kann diese über den folgenden Link in einem Formular erfassen und sie so auf der Karte sichtbar werden lassen.

Eine nicht geförderte Aktion zum 5. Mai 2026 auf der Karte ergänzen

Alle Aktionen im Überblick

Du planst eine digitale Aktion?

Die Geschichte des 5. Mai

Der Europäische Protesttag für Menschen mit Behinderung

Seit über 30 Jahren veranstalten Verbände und Organisationen der Behindertenhilfe und -selbsthilfe rund um den 5. Mai überall in Deutschland Podiumsdiskussionen, Informationsgespräche, Demonstrationen und andere Aktionen. Dabei geht es darum, die Kluft zwischen dem im Grundgesetz verankerten Anspruch der Gleichberechtigung für alle Menschen und der Lebenswirklichkeit Stück für Stück zu überwinden.

Engagement bündeln, Aufmerksamkeit gewinnen

Entstanden ist der Protesttag 1992 auf Initiative des Vereins Selbstbestimmt Leben, einer Interessenvertretung von Menschen mit Behinderung. Die Aktion Mensch hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Engagement rund um den 5. Mai zu bündeln. Ausgehend von der sozialpolitischen Lage entwickeln wir jedes Jahr ein übergreifendes Motto, unter das die Organisationen und Verbände ihre Veranstaltungen stellen können.

Passend zum jeweiligen Motto bieten wir den Teilnehmer*innen Materialien für die Öffentlichkeitsarbeit an sowie Aktionspakete mit verschiedenen Anregungen und unterstützen Projekte auch finanziell. Durch dieses konsequente Engagement ist es den Aktivist*innen gelungen, über die Jahre immer mehr Aufmerksamkeit auf die Anliegen von Menschen mit Behinderung zu lenken.

Gemeinsam für Gleichberechtigung stark machen

Inzwischen ist der Protesttag nicht nur für sozialpolitisch engagierte Menschen ein fester Termin im Kalender. Das steigende Interesse belegen die Zahlen: Als die Aktion Mensch den Aktionstag 1998 zum ersten Mal unterstützt hat, gab es rund 100 Veranstaltungen – 2014 waren es rund 750.

Bei dieser Gelegenheit setzen sich die Vertreter*innen der Behindertenhilfe und -selbsthilfe gemeinsam für Fortschritte auf politischer und gesellschaftlicher Ebene ein. Darüber hinaus gelingt es aber auch, immer mehr Bürger*innen dafür zu gewinnen, sich für die Rechte von Menschen mit Behinderung zu engagieren und den Forderungen nach einer Gesellschaft für alle Menschen Nachdruck zu verleihen.

Noch bis 03.05. mitmachen

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